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Ukraine-Krieg: „Blitzschlag“-Raketen aus Polen feiern nicht nur auf dem Schlachtfeld Erfolge

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Von: Markus Hofstetter

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Hochmoderne polnische Waffen lösen in der Ukraine Begeisterung aus. Denn sie scheinen die Kampfkraft der ukrainischen Armee beträchtlich zu erhöhen.

Warschau - Polen gilt im Ukraine-Konflikt als einer der bedeutendsten Partner des angegriffen Landes. Dafür gibt es mehrere Gründe. So nimmt der direkte, östliche Nachbar Millionen von geflüchteten Ukrainern auf. Das Land ist ebenso die wichtigste Drehscheibe für westliche Waffenlieferungen in die Ukraine. Zudem gilt Polen als einer der größten Lieferanten für schwere Waffen. Dazu gehören laut einem ntv-Bericht unter anderem über 200 modernisierte T-72-Kampfpanzer und 18 Krab-Panzerhaubitzen, die der deutschen Panzerhaubitze 2000 ähneln.

Ukraine feiert Waffen aus Polen: Heiligenbilder mit Piorun in der Hand

Wenig Beachtung findet jedoch, dass auch die polnische Waffenindustrie mit kleineren Systemen einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, die Kampfkraft der ukrainischen Armee zu stärken. Wie die Welt berichtet, hat Polen bereits die beiden Waffensysteme Pioruns und Warmates geliefert. Vor allem die Pioruns, auf Deutsch „Blitzschlag“, scheinen hocheffizient zu sein. Demnach soll es in den sozialen Medien in der Ukraine einen richtigen Hype um die Rakete geben. User sollen Heiligenbilder mit der Waffe teilen.

Die Flugabwehrrakete Piorun des polnischen Herstellers Mesko
Mit der polnischen Piorun soll die ukrainische Armee bereits russische Flugzeuge und Hubschrauber abgeschossen haben © Hersteller Mesko

Bei der Piorun handelt es sich um eine Flugabwehrrakete, die der bekannteren Stinger ähnelt, die auch von der Bundeswehr genutzt wird. Das polnische System soll jedoch zwei Generationen moderner als das US-Modell sein. Laut dem Hersteller Mesko ist die knapp 20 Kilogramm schwere Piorun zur Bekämpfung von Flugzeugen, Hubschraubern und Drohnen geeignet. Wegen eines Annäherungssensors müssen die Ziele nicht direkt getroffen werden. Zudem ist auch ein Einsatz in der Nacht möglich.

Die Ukrainer scheinen das System bereits erfolgreich eingesetzt zu haben. Laut Welt haben sie damit schon russische Kampfflugzeuge und Hubschrauber abgeschossen.

Ukraine-Krieg: Polnischer Waffenhersteller produziert Kamikaze-Drohnen im Nachbarland

Ein weiterer polnischer Waffenhersteller ist die WB Group. Das Unternehmen soll schon vor Kriegsbeginn Warmate-Kamikazedrohnen in der Ukraine hergestellt haben, also bevor die USA ihre Switchblade-Drohnen an die Ukraine geliefert haben. Warmate-Drohnen können sich mehrere Stunden in der Luft halten, bevor sie, selbstständig oder ferngesteuert, auf ihr Ziel stürzen und explodieren. Neben der Ukraine sollen auch Spezialeinheiten mehrerer Nato-Länder Warmate nutzen. Welche das sind, hat die WB Group jedoch nicht verraten.

Die WB Group scheint auch sein automatisches Feuerbefehls- und Kontrollsystem Topaz an die Ukraine zu liefern. Dabei soll es sich eines der modernsten Systeme dieser Art auf dem Markt kann. Topaz ermöglicht es Artilleriegeschützen und Haubitzen, auf 40 Kilometer Entfernung punktgenaue Treffer zu erzielen.

Es ist laut Welt denkbar, dass weitere Waffen in der Ukraine in das Topaz-System integriert sind, so dass eine abgestimmte Nutzung verschiedener Einheiten möglich wird. In Polen selbst sollen bald schon 500 in den USA bestellte Raketenwerfer-Artilleriesysteme von der WB Group ausgerüstet werden.

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