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Identitätsdiebstahl: Wenn Kriminelle auf Ihren Namen Wertsachen bestellen – Polizei informiert, was zu tun ist

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Von: Juliane Gutmann

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Der Alptraum schlechthin: Betrüger ergaunern sich die persönlichen Bankdaten, um teure Dinge zu bestellen. Doch es geht noch perfider. Nämlich, wenn dafür nur die Anschrift genutzt wird.

Designer Mario S. aus Bremen ist Opfer von Identitätsbetrug. Der 45-Jährige hat sich im August 2022 an die Bild-Zeitung gewandt, um seinen Fall publik zu machen. Seit drei Monaten hat er regelmäßig Kontakt mit der Polizei – um immer wieder erfolglos Anzeige zu erstatten. Denn die Betrüger können nicht ermittelt werden, so Mario S. im Bild-Interview.

Sie nutzten seine frühere Anschrift und erfanden neue Mail-Adressen und Telefonnummern. Auf diesem Weg konnten sie alle möglichen teuren Utensilien bestellen – von Smartphone bis Küchenmaschine. Die Betrüger eröffneten sogar ein Konto und schlossen Telefonverträge auf Mario S. Kosten ab, heißt es weiter. „Es ist ein Fass ohne Boden! Dienstags ist mein Briefkasten immer voll mit Mahnungen. Ein Albtraum!“, so der mittlerweile verheiratete Bremer. Doch Umzug und Heirat konnten der Odyssee kein Ende setzen. Denn seine Gläubiger, Versandhändler und Telefonfirmen, haben über das Einwohnermeldeamt die aktuelle Anschrift von Mario S. ermittelt und schicken die Rechnungen nun dorthin.

Ein Hackerprogramm ist auf einem MacBook Air geöffnet.
Daten- und Identitätsdiebstahl fällt häufig in den Bereich der Cyber-Kriminalität. © IMAGO/Silas Stein

Identitätsdiebstahl: Was tun?

Mario S. berichtet von Mahnungen, die mittlerweile eine Höhe von etwa 3.000 Euro erreicht haben. Neben der Erstattung einer Anzeige bei der Polizei, können Identitätsbetrugsopfer noch mehr tun, wie Bremens Polizeisprecher Nils Matthiesen im Bild-Interview zitiert wird. „Geschädigte können sich an die Schufa wenden und einen kostenlosen Eintrag vornehmen lassen, um Wiederholungstaten in ihrem Namen zu verhindern“, so Matthiesen.

So gehen Sie bei Identitätsdiebstahl vor

  1. Stellen Sie eine Strafanzeige bei der Polizei.
  2. Lassen Sie sich bei der Schufa als Identitätsbetrugsopfer eintragen (per Mail an Identitaetsschutz@schufa.de oder unter der Telefonnummer 0611-9278-0)

Der Schufa-Eintrag als Betrugsopfer hat zur Folge, dass die Schufa-Vertragspartner den Hinweis erhalten, dass hier ein Fall von Identitätsdiebstahl vorliegt. „Händler und Banken können dann eine entsprechende Prüfung einleiten, ob der Kunde tatsächlich gerade einen Kauf tätigen oder einen Vertrag abschließen möchte“, so Sabine Bernstein von der Schufa im Bild-Interview.

Identitätsdiebstahl: Tipps der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale hat außerdem noch folgende zusätzliche Tipps, was im Fall von Identitätsklau zu tun ist:

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