Was Eltern wissen sollten

Diesen Fehler sollten Sie beim Kindergeld nicht begehen – sonst droht Rückforderung

Eltern, die Kindergeld bekommen, können ab dem 7. September mit dem Eingang des sogenannten Kinderbonus auf dem Konto rechnen. Foto: Jens Büttner/ZB/dpa
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Auch für volljährige Kinder können Eltern Kindergeld beantragen, wenn die Kinder zum Beispiel in der Ausbildung sind.

Haben Eltern zu Unrecht Kindergeld erhalten haben, müssen sie mit Rückforderungen der Familienkasse rechnen. Aber was heißt zu Unrecht?

Update vom 06. November 2020: Kindergeld* erhalten Eltern auch für volljährige Kinder bis zum 25. Lebensjahr, wenn der Nachwuchs zum Beispiel eine Ausbildung absolviert. „Wird die Ausbildung abgebrochen, muss das der Familienkasse gemeldet werden“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler in einem Bericht, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) informiert.

Lesen Sie hier: So viel Kindergeld gibt es ab 2021 – und was ist mit den Steuern?

Bekommen Eltern unterdessen Kindergeld, ohne Anspruch darauf zu haben, kann die Familienkasse das Geld zurückfordern. Das gilt dem Bericht zufolge auch dann, wenn das Geld bereits mit anderen Sozialleistungen verrechnet wurde. Auch dann besteht keine Verpflichtung der Familienkasse, einen Erlass zu gewähren, urteilte laut dpa der Bundesfinanzhof (BFH, Az.: III R 16/19). Im konkreten Streitfall, so heißt es weiter in dem Bericht, hatte eine Mutter für ihre Tochter Kindergeld erhalten. Die Tochter unterbrach ihre Ausbildung wegen der Geburt eines Kindes. Der Ausbildungsvertrag wurde anschließend aufgehoben. Die Tochter bekam ein zweites Kind, sie zog zu Hause aus. Doch die Mutter teilte diese Änderungen der Familienkasse nicht mit, heißt es zu den Hintergründen des Falles – und bezog weiter Kindergeld, das auf die Sozialleistungen der Tochter angerechnet wurde.

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Kindergeld: Eltern haben Mitteilungspflichten

Die Familienkasse forderte das Kindergeld zurück, als sie feststellte, dass kein Anspruch mehr bestand. Die Mutter bekam demnach keinen Erlass, da sie ihre Mitteilungspflichten verletzt habe.

Hilfe bei der Steuer

Steuerpflichtig? Eine passende Steuersoftware (werblicher Link), bei der die einzelnen Schritte nachvollziehbar erklärt werden, kann eine gute Hilfe sein.

Steuerbescheid – Was tun, wenn nicht erhaltenes Kindergeld berechnet wird?

Artikel vom 10. September 2020: Eltern, die den Antrag auf Kindergeld zu spät stellen, bekommen das Kindergeld* höchstens sechs Monate rückwirkend. Diese Regelung gelte seit 2018, heißt es einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (Stand: August 2020), in dem die aktuelle Rechtslage erklärt wird. Gerade Eltern volljähriger Kinder seien oft unsicher, ob sie überhaupt noch Anspruch auf Kindergeld haben. Zum Beispiel, wenn der Nachwuchs ein soziales Jahr oder ein Praktikum absolviert - und beantragen das Kindergeld in vielen Fällen nicht. Und manche Eltern würden auch schlichtweg vergessen, Kindergeld zu beantragen, wenn der Nachwuchs nach dem Abitur erst jobbe, sich dann eine Auszeit nehme und erst danach eine Ausbildung oder ein Studium anfange.

Zum Weiterlesen: In diesen Fällen haben Eltern Anspruch auf Kindergeld

Fiskus berechnet nicht erhaltenes Kindergeld: Einspruch gegen Steuerbescheid

Was bedeutet das für die Einkommensteuererklärung? Die Regelung sei bislang so gewesen: „Auch wenn Eltern nur für einige Monate eine Rückzahlung bekommen haben, konnte das Finanzamt bei der Einkommensteuererklärung im Rahmen der Günstiger-Prüfung das komplette Kindergeld anrechnen“, heißt es in dem dpa-Bericht. Die Rechtslage habe sich allerdings geändert. Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler erklärt die Lage laut dpa so: „Künftig wird das beantragte Kindergeld, das wegen eines verspäteten Antrags bei der Familienkasse nicht ausgezahlt wird, auch nicht mehr bei den Kinderfreibeträgen angerechnet.“

Lesen Sie hier: Baukindergeld: So viel Geld bekommen Eltern, wenn Sie jetzt schnell genug sind

Die Regelung gelte für alle noch nicht bestandskräftigen Steuerbescheide, heißt es weiter in dem dpa-Bericht. Eltern könnten in diesen Fällen Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen, wenn das Finanzamt die alte Anrechnung vorgenommen habe. Noch ein Tipp: Die betroffenen Eltern sollten auf die geänderte Rechtslage verweisen. In Zukunft soll es dann etwas einfacher funktionieren: Bei künftigen Steuerbescheiden werde das Finanzamt die neue Gesetzeslage automatisch berücksichtigen. (ahu) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks

Auch interessant: 300 Euro Corona-Kinderbonus beim Kindergeld wird ab jetzt ausbezahlt: Wann ist erste Rate fällig?

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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