Wegen Todesfall oder Umzug

So kündigen Sie legal den Rundfunkbeitrag

+
Was tun mit der "GEZ", wenn man umzieht - oder schlimmer: jemand verstirbt?

Die Rundfunkgebühr ist vielen Deutschen ein Dorn im Auge. Doch es gibt Fälle, in denen Sie sie legal kündigen können. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Früher hieß Sie GEZ, heute ist es der Rundfunkbeitrag: Und dennoch hat er es immer noch ganz schön in sich. 18,50 Euro pro Monat muss jeder Haushalt in Deutschland an den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio blechen – ob er will oder nicht. Schließlich ist die Zahlung für alle verpflichtend, egal, ob man einen PC, Fernseher oder dergleichen bei sich im Wohnzimmer stehen hat.

So können Sie legal den Rundfunkbeitrag kündigen

Doch es gibt einige Gruppen, die davon ausgeschlossen sind. Dazu zählen hauptsächlich sozial Schwächere, darunter Arbeitslose, Asylbewerber oder Taubblinde. Doch es gibt auch andere Ausnahmefälle, in denen Sie sich legal vom Rundfunkbeitrag ab- und ummelden oder sogar kündigen dürfen. Hierbei gibt es aber ebenfalls einige Dinge zu beachten.

Lesen Sie auch: So wehren Sie sich legal gegen die Rundfunkgebühr.

Denn wer sich nicht richtig abmeldet, dessen Zahlungen laufen weiter. Und wenn Sie sich dagegen wehren, kann am Ende sogar eine Beugehaft drohen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich davor umfassend informieren, was Sie dürfen und was nicht. Triftige Gründe, wann Sie den Rundfunkbeitrag kündigen dürfen, sind:

  • Wegen Todesfall
  • Wegen Umzug ins Ausland
  • Wegen Zusammenziehen

Rundfunkbeitrag kündigen wegen Todesfall

Wenn jemand verstirbt und "GEZ" zahlen musste, bedeutet das nicht automatisch, dass mit dem Tod des Beitragszahlers die Zahlungsaufforderung stoppt. Die Hinterbliebenen sind dann dazu verpflichtet, das Beitragskonto des Verstorbenen zu kündigen. Zumindest, wenn der Verstorbene alleine in einem Haushalt gelebt hat und dieser aufgelöst wird. Das heißt konkret: Mit der Abmeldung der Wohnung muss auch der Rundfunkbeitrag gekündigt werden. Sie können dies über das Online-Abmeldeformular tun, welches Sie ausfüllen und per Post an den Beitragsservice schicken. Nicht vergessen: Es ist wichtig, eine Kopie der Sterbeurkunde hinzuzufügen, um die Richtigkeit Ihrer Angaben zu bestätigen.

Falls jemand neues darin einzieht, muss dieser sich beim Beitragsservice neu anmelden. Wenn der Verstorbene allerdings mit jemandem zusammengelebt hat, ist dieser gezwungen, sofern er in der Wohnung verbleibt, weiterhin eine Rundfunkgebühr zu entrichten. Dazu muss das Beitragskonto im Todesfall auf den Hinterbliebenen umgemeldet werden. Dies können Sie per Online-Ummeldeformular erledigen. Doch hierbei benötigen Sie dringend die neunstellige Beitragsnummer. Diese finden Sie meist auf

  • der Anmeldebestätigung
  • dem Kontoauszug
  • der Zahlungsaufforderung
  • den Schreiben des Beitragsservices oben rechts

Rundfunkbeitrag kündigen wegen Umzug ins Ausland

Wer wegen der Arbeit oder aus privaten Gründen ins Ausland ziehen will oder muss, der hat einiges an Bürokratie zu erledigen. Da kann es schon mal passieren, dass das Abmelden der "GEZ" hinten runterfällt. Das ist allerdings fatal – denn der Beitragsservice vergisst sie deswegen nicht. Und am Ende könnten saftige Mahnungsgebühren in ihrer neuen Heimat auf sie zukommen, die Sie nachzahlen müssen.

Es gilt nämlich: Wer sich in Deutschland abmeldet, hat damit nicht automatisch den Rundfunkbeitrag gekündigt. So steht es in §4, Absatz 2 des Rundfunkgebührenstaatsvertrags. Daher sollten Sie sich separat per Online-Formular abmelden. Um Ihr Anliegen auch begründen zu können, müssen Sie zudem eine Kopie Ihrer Meldebescheinigung vorlegen. Die Ab- oder Ummeldung wird dann meist zum Ende des Monats gültig.

Rundfunkbeitrag abmelden wegen Zusammenziehen

Es gibt wohl für viele nichts Schöneres, als wenn man endlich mit dem Partner oder der besten Freundin zusammenzieht. Doch auch hier gilt zu beachten, dass sie die "GEZ" für den alten Wohnsitz kündigen. Schließlich sparen Sie viel Geld – im neuen Haushalt wird bereits eine Rundfunkgebühr entrichtet. So können Sie sich die Kosten für den gemeinsamen Haushalt teilen. Auch hierzu stellt der Beitragsservice online ein Formular zur Verfügung. Wichtig: Geben Sie beim Ausfüllen an, zu welchem Zeitpunkt Sie zusammenziehen beziehungsweise Sie keinen eigenen Rundfunkbeitrag mehr zahlen werden.

Außerdem sind sie in der Bringschuld – das heißt konkret: Sie müssen nachweisen können, dass die Abmeldung tatsächlich beim Beitragsservice eingegangen ist. Dazu senden Sie lediglich die Abmeldung per Einschreiben-Rückschein. Wenn das geklappt hat, sollten Sie die Gebühr nur noch bis zum Monatsende entrichten.

Falls Sie noch Fragen haben oder sich nicht sicher sind, können Sie sich jederzeit schriftlich an den Beitragsservice unter folgender Adresse wenden:

ARD ZDF Deutschlandradio

Beitragsservice

Freimersdorfer Weg 6

50829 Köln

Oder Sie rufen die Hotline des allgemeinen Beitragsservices an. Diese ist unter der Nummer 0221-5061-0 (montags bis freitags von sieben bis 19 Uhr, für 20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz oder für 60 Cent pro Anruf aus den deutschen Mobilfunknetzen) zu erreichen. Zudem können Sie das Online-Kontaktformular auf der Homepage des Beitragsservice ausfüllen.

Auch interessant: Wie hoch ist eigentlich die Rundfunkgebühr 2017? Und warum Sie den Betrag besser nicht bar bezahlen, erfahren Sie hier.

Lesen Sie weitere nützliche Tipps und Informationen im großen Rundfunkbeitrag-Ratgeber.

jp

Rundfunkbeitrag 2018: Alles Wissenswerte über Höhe, Umzug und Befreiung

Auch 2019 beläuft sich der Rundfunkbeitrag auf 17,50 Euro monatlich. Dieser Betrag wird von allen deutschen Haushalten an den allgemeinen Beitragsservice entrichtet. In den vergangenen Jahren war er allerdings noch höher. Im April 2015 wurde die Gebühr um 48 Cent und damit auf den jetzigen Betrag gesenkt.
Auch 2019 beläuft sich der Rundfunkbeitrag auf 17,50 Euro monatlich. Dieser Betrag wird von allen deutschen Haushalten an den allgemeinen Beitragsservice entrichtet. In den vergangenen Jahren war er allerdings noch höher. Im April 2015 wurde die Gebühr um 48 Cent und damit auf den jetzigen Betrag gesenkt.  © dpa
Sozial Schwächere, die einer sogenannten "besonderen wirtschaftlichen Härte" unterliegen, können sich per Antrag vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Dazu zählen Arbeitslose, Sozialhilfe- und Hartz IV-Empfänger, Asylbewerber, Rentner, Pflegebedürftige, Taubblinde, Studenten mit Bafög-Förderung sowie Azubis. Außerdem brauchen Menschen mit einer Behinderung, die das Merkzeichen RF in ihrem Ausweis stehen haben, nur monatliche 5,83 Euro entrichten.
Sozial Schwächere, die einer sogenannten "besonderen wirtschaftlichen Härte" unterliegen, können sich per Antrag vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Dazu zählen Arbeitslose, Sozialhilfe- und Hartz IV-Empfänger, Asylbewerber, Rentner, Pflegebedürftige, Taubblinde, Studenten mit Bafög-Förderung sowie Azubis. Außerdem brauchen Menschen mit einer Behinderung, die das Merkzeichen RF in ihrem Ausweis stehen haben, nur monatliche 5,83 Euro entrichten.  © dpa / Stephan Scheuer
Da der Rundfunkbeitrag für alle verpflichtend ist, braucht Sie der Beitragsservice zum Zahlen nicht auffordern. Falls Sie aber die Zahlungen auf Dauer einstellen, wird er Ihnen Mahnungen schicken. Wenn Sie auf diese nicht innerhalb von vier Wochen reagieren, wird Ihnen ein Säumniszuschlag von acht Euro auferlegt. Falls Sie diesem ebenfalls nicht nachkommen, folgt ein Festsetzungsbescheid, in dem alle offenen Zahlungen gelistet sind. Ansonsten droht der Gerichtsvollzieher - und mögliche Konto- oder Gehaltspfändungen. Im Extremfall kann es sogar zu einer Beugehaft von bis zu drei Monaten kommen.
Da der Rundfunkbeitrag für alle verpflichtend ist, braucht Sie der Beitragsservice zum Zahlen nicht auffordern. Falls Sie aber die Zahlungen auf Dauer einstellen, wird er Ihnen Mahnungen schicken. Wenn Sie auf diese nicht innerhalb von vier Wochen reagieren, wird Ihnen ein Säumniszuschlag von acht Euro auferlegt. Falls Sie diesem ebenfalls nicht nachkommen, folgt ein Festsetzungsbescheid, in dem alle offenen Zahlungen gelistet sind. Ansonsten droht der Gerichtsvollzieher - und mögliche Konto- oder Gehaltspfändungen. Im Extremfall kann es sogar zu einer Beugehaft von bis zu drei Monaten kommen.  © dpa / Christophe Gateau
Doch was tun, wenn man umzieht? Dann tut es not, dass Sie sich online oder schriftliche beim allgemeinen Beitragsservice abmelden bzw. ummelden. Aber auch wenn jemand verstirbt, müssen sich die Hinterbliebenen um die Auflösung des Haushalts kümmern. Dazu gehört auch das Kündigen des Beitragskontos der Person. Dazu benötigen Sie stets die neunstellige Beitragsnummer des Kontoinhabers. Auch wer ins Ausland zieht, muss zuvor die Rundfunkgebühr über die Homepage kündigen. Diese tritt dann nach Bestätigung des Beitragsservices bis zum Ende des Monats in Kraft.
Doch was tun, wenn man umzieht? Dann tut es not, dass Sie sich online oder schriftliche beim allgemeinen Beitragsservice abmelden bzw. ummelden. Aber auch wenn jemand verstirbt, müssen sich die Hinterbliebenen um die Auflösung des Haushalts kümmern. Dazu gehört auch das Kündigen des Beitragskontos der Person. Dazu benötigen Sie stets die neunstellige Beitragsnummer des Kontoinhabers. Auch wer ins Ausland zieht, muss zuvor die Rundfunkgebühr über die Homepage kündigen. Diese tritt dann nach Bestätigung des Beitragsservices bis zum Ende des Monats in Kraft.  © dpa / Carmen Jaspersen

Auch interessant

Meistgelesen

"Bares für Rares": Riesen-Teil versetzt Horst Lichter in Staunen
"Bares für Rares": Riesen-Teil versetzt Horst Lichter in Staunen
"Bares für Rares": Hier wird eine Verkäuferin von den Händlern über den Tisch gezogen
"Bares für Rares": Hier wird eine Verkäuferin von den Händlern über den Tisch gezogen
Frau kauft 9-Euro-Ring auf Flohmarkt: Juwelier fällt beim Schätzen fast in Ohnmacht
Frau kauft 9-Euro-Ring auf Flohmarkt: Juwelier fällt beim Schätzen fast in Ohnmacht
So legt der mächtigste Banker Deutschlands Geld an - es ist so simpel wie genial
So legt der mächtigste Banker Deutschlands Geld an - es ist so simpel wie genial

Kommentare