Das sollten Sie beachten

Münzen mit kleinen Fehlern machen reich - haben Sie auch einen Schatz im Geldbeutel?

Sogar 2-Euro-Münzen können viel wert sein, wie auf Ebay zu sehen war.
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Sogar 2-Euro-Münzen können viel wert sein, wie auf Ebay zu sehen war.

Manche Münzen werden schon durch einen kleinen Makel zur Rarität - Sammler zahlen dafür horrende Preise. Haben Sie auch so ein Geldstück gefunden?

  • Historische Münzen lassen Sammler-Herzen höher schlagen.
  • Aber auch für auf den ersten Blick gewöhnliche Münzen zahlen sie zum Teil horrende Summen.
  • Denn oft ist es nur eine Kleinigkeit, die ein Geldstück wertvoller macht.

Viele Sammler haben eine Leidenschaft für alte Münzen*. Wer auf der Suche nach einem kleinen Geldschatz ist, der das Vielfache des (Einkauf-)Preises wert ist, muss dabei gar nicht Tausende Jahre zurückschauen. So wurden zum Beispiel diese drei der zehn teuersten Münzen der Welt nach dem Jahr 1900 geprägt:

  • Die Goldmünze 1933 Double Eagle: 1933 soll der damalige US-Präsident Roosevelt angeordnet haben, dass alle Goldmünzen eingezogen und eingeschmolzen werden. Zu dumm nur, dass zu diesem Zeitpunkt fast 500.000 20-Dollar-Goldmünzen geprägt worden sind. Da es allerdings als illegal galt, eine zu besitzen, hat die Regierung diese daraufhin beschlagnahmt. Daher gibt es heute nur noch ein Exemplar, welche ursprünglich König Farouk von Ägypten gehörte. Am Ende war sie im Besitz eines privaten Verkäufers, der diese schließlich bei einer Auktion von Sotheby‘s 2002 für 7,6 Millionen Dollar versteigern ließ.
  • Ein Liberty Head Nickel von 1913: Auch ein Nickel hat es in die Top 10 der begehrtesten und wertvollsten Münzen geschafft: Diese Münze hier ist im Vergleich zu seinem eigentlichen Nennwert deshalb so besonders, weil sie in der erfolgreichen Fernsehserie „Hawaii Five-O“ aus den 70er-Jahren in einer Folge die „Hauptrolle“ spielte. Die 5-Cent-Münze soll in extrem limitierter Auflage produziert worden sein (insgesamt nur fünf Stück). 2005 erzielte ein Exemplar bei einer Auktion über vier Millionen US-Dollar.
  • Ein Dei Gratia Dollar von 1911: Kanada wollte 1911 eine Silbermünze prägen lassen - den Dollar. Das Design mit King George V, die Inschrift „Dei Gratia” , die Prägestempel und Testprägungen - alles war vorbereitet, doch dann kam es zum abrupten Stopp, schildert das Portal gold.de. Bis heute wisse man nicht, warum es nie zur Produktion kam. Nur drei Exemplare sollen die Prägestatte verlassen haben. Sie seien jahrzehntelang verschollen geblieben, bis sie in den 1960er Jahren wieder auftauchten. Der Verkauf 2003 erzielte demnach 690.000 Dollar.

Lesen Sie hier: Checken Sie Ihren Geldbeutel: Diese Münzen sind bis zu neun Millionen Euro wert

Münzen mit Fehlprägungen bei Sammlern beliebt

Doch auch für seltene Euro-Münzen verlangen Verkäufer auf Ebay zum Teil astronomische Preise. Vor allem 2-Euro-Münzen mit Fehlprägungen sind unter Sammlern beliebt. 2019 verlangte zum Beispiel ein Händler für eine 2-Euro-Münze aus Österreich mit Fehlprägung 80.000 Euro. Darauf abgebildet ist Bertha von Suttner, die erste Frau, die 1905 den Friedensnobelpreis gewann. Soweit so gut. Die Münze wies allerdings einige Merkmale auf, die nicht perfekt waren. Der Verkäufer wies in der Beschreibung darauf hin, dass ein Überschuss an Material an Nase, Ohr und im Haar hänge. Dieses „Malheur“ muss wohl während des Prägeprozesses geschehen sein.. Aber auch andere Angebote gab es für die 2-Euro-Münze aus Österreich auf Ebay.

Gerade Makel können den Wert einer Münze enorm steigern. Oftmals wissen die Besitzer gar nicht, dass sie solch ein wertvolles Geldstück im Portemonnaie haben - wer schaut sich denn sein Kleingeld schon genauer an? Doch immer wieder zeigt sich - ein kurzer Blick genügt, wenn man weiß, worauf man achten muss:

  • Spiegelei-Münzen: Das Innere ist etwas höher als der äußere Ring ausgeprägt bzw. die Farbe ist verlaufen. Sie sind rar gesät und daher auch besonders wertvoll.
  • Stempeldrehungen: Sie entstehen, wenn die dafür verwendeten Präge-Werkzeuge für die Vorder- und Rückseite in versetztem Winkel zueinander ausgerichtet sind. Kippt man dann die Münze um ihre Längsachse, steht das Münzbild schließlich im versetzten Winkel zwischen zehn und 350 Grad. Noch seltener sind allerdings Stempeldrehungen im exakten 180-Grad-Winkel.
  • Prägeschwächen: Einzelne Teile des Bildes sind nur schwach erkennbar.
  • veraltete Landkarten: Oftmals handelt es sich dabei um (alte) Euromünzen, auf denen die diversen EU-Erweiterungen auf der Zahlseite fehlen.
  • irrtümliche Inschriften anderer EU-Länder und nicht jene des Landes, in der die Münze geprägt wurde.
  • Überprägungen von einzelnen Teilen des Münzbildes durch andere Münz(-Rohlinge).
  • Doppelprägungen: Hierbei wurde eine bereits fertiggestellte Münze durch Mehrfachaufschlag des Stempels nochmals geprägt. Das ist daran zu erkennen, dass auf beiden Seiten der Münze die Konturen mindestens doppelt zu sehen sind. Ist die Münze mehrfach geprägt, steigert es ihren Wert wieder enorm.
  • Doppelsenkung: Auch dies ist auf einen fehlerhaften Stempel zurückzuführen. Einzelne, kleinere Teile des Münzbildes erscheinen dann auf der Münze doppelt.
  • „Zainenden“: Gestalt der Münze ist nicht kreisrund, sondern verformt.

Hier erfahren Sie mehr: Hat Ihre Euromünze diesen Fehler? Dann verkaufen Sie besser nicht auf eBay

Deutlich mehr als den Nennwert bezahlen Sammler auch für andere Geldstücke, die besonders sind. Es handelt sich dabei oft um Fehlprägungen. So wurde zum Beispiel ein seltener 5-Euro-Schein bei Ebay für fast 12.000 Euro versteigert, wie „ntv.de“ berichtete. Besonders sind Scheine zum Beispiel auch, wenn die Seriennummer mit besonders vielen Nullen beginnt oder sich die Zahlen rhythmisch wiederholen. Wie der „Business Insider“ zudem berichtete, wurde im Jahr 2013 ein 100-Euro-Schein für ganze 11.900 Euro bei Ebay versteigert. Sollte die Seriennummer nämlich komplett fehlen, ist der Schein aus Sammler-Sicht viel wert. 

Eine 50-Pence-Münze sorgte zudem jüngst in Großbritannien für Schlagzeilen, nachdem sie auf Ebay umgerechnet mehr als 69.000 Euro erzielte. Bei der 50-Pence-Münze handelt es sich eine Sonderprägung aus dem Jahr 2016 anlässlich des 950-jährigen Jubiläums der Schlacht bei Hastings aus dem Jahr 1066. Einem Bericht von „Yahoo“ zufolge ist diese Münze insgesamt 6,7 Millionen Mal im Umlauf - und somit alles andere als selten. Ein Sammler bot trotzdem rund 63.000 Pfund für eine dieser „The Battle of Hastings“-Münzen - und somit das 126.000-fache des eigentlichen Wertes. Die Auktion auf Ebay ist inzwischen abgelaufen. Doch auf der britischen Ebay-Seite tauchten bei der Suche nach „Battle Hastings Coin auch danach mehrere tausend Ergebnisse auf. (ahu) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks

Auch interessant: „Bares für Rares XXL“: Felix Neureuther versteigert Unikat in ZDF-Show - Preis höher als erwartet

Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung. © pixabay
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein. © pixabay
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire. © pixabay
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert. © pixabay
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc.
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc. © pixabay
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden.
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden. © pixabay

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