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Steuererklärung 2020: Diese Kosten können Sie als Rentner absetzen

Viele Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben.
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Viele Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben.

Auch Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, falls deren Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegen. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie hier.

  • In manchen Fällen müssen auch Rentner eine Steuererklärung abgeben.
  • Dabei können Sie einiges von der Steuer absetzen.
  • Was Sie in Ihrer Steuererklärung angeben sollten, erfahren Sie hier.

Allmählich kümmern sich viele Deutsche um eine Aufgabe, die nur den aller wenigsten Freude bereitet: das Ausfüllen der Steuererklärung. Und jedes Jahr stellt man sich die gleichen Fragen. Muss ich sie überhaupt abgeben? Was muss ich in den einzelnen Feldern angeben? Wie lange habe ich dafür Zeit?

Die Antworten auf die wichtigsten Fragen finden Sie hier:

Wann sind Rentner zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet?

Nicht alle Rentner müssen eine Steuererklärung* abgeben. Ausschlaggebend ist hier der Grundfreibetrag. Sollten Ihre gesamten Einkünfte im Jahr 2019 über 9.168 Euro liegen, beziehungsweise über 18.336 Euro bei Ehepartnern, sind Sie zur Abgabe verpflichtet. Diese muss bis zum 31. Juli 2020 beim Finanzamt eingehen.

2020 liegt der Grundfreibetrag übrigens bei 9.408 Euro und bei 18.816 Euro für Ehepartner. Entsprechend gelten diese Zahlen für die Abgabe der Steuererklärung im Jahr 2021.

Wie viel Prozent Ihrer Bruttorente Sie als steuerfreien Teil angerechnet bekommen, hängt übrigens vom Jahr des Renteneintritts ab. So gelten beispielsweise 22 Prozent bei einem Eintritt im Jahr 2019. Allerdings sinkt dieser Anteil stufenweise ab, sodass beim Rentenstart im Jahr 2040 die komplette Rente versteuert werden muss - abzüglich der jeweiligen Freibeträge. 

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Diese Kosten können Rentner von der Steuer absetzen

Oft ist Rentnern gar nicht bewusst, was sie alles von der Steuer absetzen können. Welche Beträge Sie in die einzelnen Felder eintragen sollten, erfahren Sie hier:

Außergewöhnliche Belastungen: Hier können Sie ganz verschiedene Dinge eintragen, wie beispielsweise jegliche Krankheitskosten, die durch Arzt-, Heilpraktiker- oder Krankenhausbesuche entstanden sind. Ausgegebene Summen für Pflegekräfte, die nicht von Ihrer Pflege- oder Krankenkasse getragen werden, dürfen Sie ebenfalls hinzufügen. Weiterhin sollten Sie Kosten für medizinische Hilfsmittel wie Brillen oder Hörgeräte nicht vergessen. Die Berliner Zeitung erwähnt allerdings, dass Sie stets ärztliche Atteste beilegen müssen, um zu beweisen, dass Sie auf die jeweiligen medizinischen Mittel angewiesen sind. 

Darüber hinaus umfassen außergewöhnliche Belastungen auch Bestattungskosten, die Sie selbst gezahlt haben. Sie müssen davon allerdings das Erbe des Verstorbenen abziehen und geben anschließend die Differenz an. Falls das Erbe höher war als die Bestattungskosten, können Sie diese nicht absetzen.

Zudem sollten Sie Kosten für Schäden an Ihrem Haus als außergewöhnliche Belastungen angeben, sofern diese durch Brand, Diebstahl, Unwetter oder Überschwemmungen entstanden sind. 

Haushaltsnahe Dienstleistungen: Sollten Sie Haushaltshilfen, Gärtner oder Handwerker beschäftigen, können Sie die Kosten ebenfalls von der Steuer absetzen.

Nebeneinkünfte: Jegliche Einkünfte, die Sie neben der Rente beziehen, müssen angegeben werden. Dazu zählt beispielsweise das Gehalt von Nebenjobs oder das Geld, das Sie als Vermieter bekommen. Sie sollten auch auf keinen Fall Ihre Einnahmen durch private Renten, Betriebsrenten, Depots, Zinsen oder Fonds vergessen.

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Rentenerhöhung: Auch die jährlichen Anpassungsbeträge sollten angegeben werden.

Sonderausgaben: Hier sollten Sie jegliche Versicherungen wie Ihre Krankenversicherung, gesetzliche Pflegeversicherung, Unfall- und Haftpflichtversicherung angeben. Zahlen Sie die Kirchensteuer oder müssen Sie Unterhaltskosten verrichten, ist es sinnvoll, diese Ausgaben ebenfalls zu erwähnen. Wichtig ist allerdings, Nachweise für die Kosten beizulegen, denn andernfalls erhalten Sie nur einen geringen Pauschbetrag.

Werbungskosten: Rentenberatungskosten und Gewerkschaftsbeiträge sollten Sie bei Werbungskosten* eintragen. Generell ist dieses Feld für jegliche Ausgaben bestimmt, die mit Ihren Renteneinkünften zusammenhängen. Wer die Felder nicht ausfüllt, bekommt ebenfalls nur einen Pauschbetrag von knapp über 100 Euro.

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Video: Neue Gesetze 2020 - Das ändert sich für Steuerzahler

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Steuererklärung 2019 kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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