Mit was Betroffene rechnen müssen

Steuererklärung nach Kurzarbeit: Folgt Steuerschock mit dem Bescheid?

2020 waren viele Beschäftigte in Kurzarbeit – und müssen nun eine Steuererklärung abgeben. Ob Nachzahlungen drohen, hängt vom Einzelfall ab. Manchmal gibt es auch Geld zurück.

Dank Kurzarbeit konnten und können in der Corona-Pandemie viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Maßnahme ist also äußerst sinnvoll, so viel ist unbestritten. Kurzarbeit bedeutet für viele Beschäftigte allerdings nicht nur weniger Einkommen. Auch bei der Steuererklärung müssen sie einiges berücksichtigen. Die Folgen fallen vor allem jetzt auf, wie tagesschau.de berichtet, da Bezieher von Kurzarbeitergeld ihre Steuererklärung für 2020* nun (bald) abgeben.

Lesen Sie dazu: Steuererklärung 2020 noch nicht erledigt? Diesen Stichtag sollten Sie sich merken.

Kurzarbeitergeld: Wann Beschäftigte Steuern nachzahlen müssen

Die Rechnung, dass man als lohnsteuerpflichtig Beschäftigter meistens etwas zurückbekomme, gilt hier nicht immer, schildert tagesschau.de. Manche müssten jetzt sogar hohe Summen ans Finanzamt zurückzahlen. „Das trifft vor allem die Empfänger, die nicht zu 100 Prozent in Kurzarbeit geschickt wurden, sondern nur zum Teil“, kommt der Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine, Uwe Rauhöft, in dem Bericht zu Wort. 

Das sei kein Einzelfall, so der Experte laut tagesschau.de. „Wenn die reguläre Arbeitszeit auf 50 Prozent reduziert wird und für die anderen 50 Prozent Kurzarbeitergeld gewährt wird, dann reduziert sich die Lohnsteuer teilweise sehr stark“, erklärt er demnach. Die reduzierte Lohnsteuer sinke dabei überproportional wegen des progressiven Steuertarifs. „Dadurch wird aber dann auf das Jahr gerechnet zu wenig Lohnsteuer gezahlt.“ Mit der Einkommenssteuererklärung falle das nun auf.

Lesen Sie zudem: Haben Sie auch zu viel Kontogebühr gezahlt? So holen sie sich ihr Geld zurück

Kurzarbeit: Wann gibt es eine Steuererstattung, wann ist eine Steuernachzahlung fällig?

Obwohl das Kurzarbeitergeld selbst steuerfrei sei, könnten Nachzahlungen auf die Beschäftigten zukommen, hieß es auch in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vom 11. März ausführlich zu den Hintergründen in Sachen Steuern. Wer 2020 Kurzarbeitergeld bekommen hat, zahle darauf selbst keine Abgaben. Das Kurzarbeitergeld unterliege allerdings dem Progressionsvorbehalt. Das führe dazu, dass das Kurzarbeitergeld den Steuersatz für die übrigen Einkünfte erhöhe.

Daher sei eine Steuernachzahlung durchaus möglich, erklärte Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler laut dpa. Das könnte zum Beispiel dann gelten, wenn der Arbeitnehmer weniger Wochenstunden gearbeitet hat und sein Lohn mit Kurzarbeitergeld aufgestockt wurde; aber: „Oft wird es auch zu einer Steuererstattung kommen, da für den Arbeitslohn zu viel Lohnsteuer abgezogen wurde.“

Ob Nachzahlungen drohen, hängt also vom Einzelfall ab, manchmal gibt es auch eine Rückerstattung. Wie viel Steuern der Arbeitnehmer für seinen Lohn – unter Berücksichtigung des Kurzarbeitergeldes – bezahlen muss und wie viel Steuern er bereits durch den Lohnsteuerabzug getilgt hat, wird mit der Einkommensteuererklärung geprüft. Zwei Beispiele:

  • Steuererstattung: Ein Single mit der Steuerklasse I erzielt ein Monatsbruttoeinkommen von 4.500 Euro. 2020 erhält er für 3 Monate Kurzarbeit (0), insgesamt 4.920 Euro. Für seinen regulären Arbeitslohn hat der Arbeitgeber Lohnsteuer von insgesamt 7.380 Euro einbehalten.

Wie dpa schreibt, funktioniert die Rechnung bei dem Beispiel folgendermaßen: Mit dem Kurzarbeitergeld ergibt sich für 2020 eine festzusetzende Einkommensteuer von rund 6.632 Euro. Da durch den Lohnsteuerabzug bereits 7.380 Euro gezahlt wurden, gibt es hier eine Steuererstattung in Höhe von rund 748 Euro.

  • Steuernachzahlung: Ein Single mit der Steuerklasse I erzielt ein Monatsbruttoeinkommen von 2.500 Euro. 2020 erhält er für 6 Monate Kurzarbeit (50). In dieser Zeit werden neben dem monatlichen Bruttolohn von 1.250 Euro zusätzlich insgesamt 2.787 Euro Kurzarbeitergeld gezahlt. Der Nettolohn mit Kurzarbeitergeld ist hier höher, als wenn der Single nur Kurzarbeitergeld (0) bekommen hätte.

Bei dem Beispiel funktioniert die Rechnung laut dpa so: Für das Jahr 2020 wurden insgesamt Lohnsteuer in Höhe von 1.834,50 Euro einbehalten. Mit dem Kurzarbeitergeld ergibt sich für 2020 eine festzusetzende Einkommensteuer von 2.136 Euro. Da durch den Lohnsteuerabzug lediglich rund 1.835 Euro getilgt wurden, ergibt sich hier eine Steuernachzahlung in Höhe von 301 Euro.

Lesen Sie zudem: Steuererklärung: So wird das Homeoffice richtig abgesetzt - und so viel Geld bekommen Sie zurück.

Hilfe bei der Steuer

Steuerpflichtig? Eine passende Steuersoftware (werblicher Link), mit der man die Einkommensteuer-Erklärung 2020 mit allen Einkunftsarten erledigen kann, kann eine gute Hilfe sein.

Kurzarbeit: Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung?

Was die Pflicht zur Steuererklärung betrifft, sollten Betroffene wissen: Wer 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld bezogen hat, muss nun für das vergangene Jahr eine Steuererklärung abgeben. Darauf habe auch der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) hingewiesen, wie dpa zum Thema bereits im März berichtet hatte. (ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant: 100 Euro je Kind: Extra-Zahlung erfolgt für viele Familien ab August.

Mit diesen sieben Tipps sparen Sie im Alltag viel Geld

Wer ständig zu viel für sein Handy zahlt, sollte dringend den Tarif wechseln. So können Sie je nach Anbieter im Monat bis zu 25 Euro sparen.
Wer ständig zu viel für sein Handy zahlt, sollte dringend den Tarif wechseln. So können Sie je nach Anbieter im Monat bis zu 25 Euro sparen. © Pixabay
Wer sich regelmäßig zuhause vorkocht, anstatt sich mittags was vom Bäcker zu holen oder in der Kantine zu essen, kann bis zu 100 Euro im Monat einsparen.
Wer sich regelmäßig zuhause vorkocht, anstatt sich mittags was vom Bäcker zu holen oder in der Kantine zu essen, kann bis zu 100 Euro im Monat einsparen. © Pixabay
Viele zahlen eine Menge Geld für Fitnessstudios - doch gehen kaum hin, besonders nicht in den Sommermonaten. Kostenlose Fitness-Apps sind oftmals genauso gut - und Sie sparen sich pro Monat 50 bis 80 Euro.
Viele zahlen eine Menge Geld für Fitnessstudios - doch gehen kaum hin, besonders nicht in den Sommermonaten. Kostenlose Fitness-Apps sind oftmals genauso gut - und Sie sparen sich pro Monat 50 bis 80 Euro. © Pixabay
Wer regelmäßig mit dem Rad anstatt mit dem Auto in die Arbeit fährt, muss weniger Benzin zahlen. Dadurch bleibt Ihnen Ende des Monats viel Geld übrig - bis zu 200 Euro mehr.
Wer regelmäßig mit dem Rad anstatt mit dem Auto in die Arbeit fährt, muss weniger Benzin zahlen. Dadurch bleibt Ihnen Ende des Monats viel Geld übrig - bis zu 200 Euro mehr. © Pixabay
Wer nur mit Karte zahlt, verliert irgendwann den Überblick über seine Finanzen. Am Ende des Monats wundert man sich dann, wieso so viel Geld vom Konto abgebucht wurde. Gewöhnen Sie sich an, vor allem Kleinstbeträge mit Bargeld zu zahlen. Dadurch achten Sie mehr aufs Geld und sparen so schon mal bis zu 100 Euro im Monat.
Wer nur mit Karte zahlt, verliert irgendwann den Überblick über seine Finanzen. Am Ende des Monats wundert man sich dann, wieso so viel Geld vom Konto abgebucht wurde. Gewöhnen Sie sich an, vor allem Kleinstbeträge mit Bargeld zu zahlen. Dadurch achten Sie mehr aufs Geld und sparen so schon mal bis zu 100 Euro im Monat. © Pixabay
Besonders im Sommer ist kaltes Leitungswasser mit Früchten oder Zitronen eine Wohltat. Zudem ist es auf Dauer günstiger, als ständig Limonaden & Co. zu kaufen. Wer darauf verzichtet, kann mit einem Plus von 50 Euro auf dem Konto rechnen.
Besonders im Sommer ist kaltes Leitungswasser mit Früchten oder Zitronen eine Wohltat. Zudem ist es auf Dauer günstiger, als ständig Limonaden & Co. zu kaufen. Wer darauf verzichtet, kann mit einem Plus von 50 Euro auf dem Konto rechnen. © Pixabay
In den Urlaub fahren entspannt - aber nur, wenn er nicht zu sehr ins Geld geht. Nutzen Sie Frühbucherrabatte oder Last-Minute-Angebote statt im Reisebüro zu buchen. Dadurch zahlen Sie bei einer Reise schon mal 200 bis 300 Euro weniger.
In den Urlaub fahren entspannt - aber nur, wenn er nicht zu sehr ins Geld geht. Nutzen Sie Frühbucherrabatte oder Last-Minute-Angebote statt im Reisebüro zu buchen. Dadurch zahlen Sie bei einer Reise schon mal 200 bis 300 Euro weniger. © Pixabay

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner / dpa

Auch interessant

Kommentare