finanziell besser abgesichert

Deshalb sollten Sie sich gesetzlich krankenversichern - und nicht privat

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TK, DAK, AOK: Eine neue Studie hat Verblüffendes über die Krankenkassen in Deutschland herausgefunden.

Wer sich als gesetzlich Versicherter als Patient zweiter Klasse fühlt, hat keinen Grund dazu. Das will eine neue Versicherungs-Studie herausgefunden haben.

Privatversicherte müssen im Alter einen Großteil ihres Gehalts für die Krankenversicherung aufwenden. Oder: Patienten mit Privatversicherung werden in Arztpraxen vorgezogen. Immer wieder werden Themen wie diese diskutiert. Was wirklich dran ist und ob gesetzliche Kassen wirklich einen Nachteil für Patienten bedeuten, hat jetzt eine neue Versicherungs-Studie untersucht.

Umfangreicherer Schutz für gesetzlich Versicherte

In der von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegebenen Studie verglich das Beratungsunternehmen PremiumCircle die Leistungen und Tarife von gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Das Ergebnis: Gesetzlich Versicherte hatten gegenüber den Privatpatienten mehr finanzielle Vorteile, wie das Gesundheitsportal Heilpraxisnet berichtete.

Für die Untersuchung legten die Studienleiter über 100 Kriterien fest, die eine Krankenversicherung ihrer Meinung nach abdecken sollte. Dazu gehörten etwa die Versorgung mit Medikamenten, angebotene Kuren und Reha-Behandlungen, Zahnbehandlungen, Prävention, Impfungen und natürlich ärztliche Versorgung in Praxen oder Kliniken. Privatversicherungen schnitten hier viel schlechter ab als die gesetzlichen: Ganze 27 Prozent der Kriterien deckten die privaten Kassen nicht ab - bei den gesetzlichen Krankenkassen waren es nur drei Prozent.

Video: Private Krankenversicherungen durchweg schlechter als gesetzliche Krankenkassen

Diese Vorteile haben Patienten mit gesetzlicher Krankenkasse

Die Studienleiter kommen daher zu dem Schluss, dass gesetzlich Versicherte einen umfangreicheren Schutz als Privatversicherte genießen. Auch Maria Klein-Schmeink, eine Gesundheitsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion sagte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Die wiederkehrende Behauptung, die gesetzliche Krankenversicherung sei nur zweitklassig, wird mit dieser Untersuchung klar widerlegt".

Können Rezepte vom Arzt verfallen? Warum Sie mit dem Einlösen nicht zu lange warten sollten.

In folgenden Bereichen genießen gesetzlich Versicherte bessere finanzielle Unterstützung als Privatversicherte:

  • bei Kuren und Reha-Angeboten,
  • im Bereich der Palliativversorgung,
  • der häuslichen Pflege,
  • der Psychotherapie
  • und bei Impfungen.

Thema Krankschreibung: Diese Diagnosen stecken wirklich hinter den Codes.

Schneller zum Facharzt - hier profitieren Privatversicherte

Ein großer Vorteil von Privatversicherungen ist tatsächlich die schnellere Terminvergabe. So muss ein gesetzlich Versicherter meist länger auf einen Termin beim Facharzt warten als ein privatversicherter Patient. Privatversicherte können sich außerdem über folgende Pluspunkte freuen:

  • Bei Zahnersatz übernimmt eine private Kasse in der Regel einen größeren Teil der Kosten.
  • Einbettzimmer sind in der Kassenleistung enthalten.

Erst in zwei Monaten einen Termin beim Facharzt? Mit diesem Trick geht's schneller.

jg

So viel kassieren niedergelassene Ärzte

Spitzenreiter beim Umsatz der Ärzte aus dem Honorar von Behandlung und Diagnose gesetzlich Versicherter sind die Labormediziner. Sie erzielten nach den jüngsten Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im ersten Halbjahr 2011 pro Quartal einen Honorarumsatz von rund 230 000 Euro, gefolgt von Nierenspezialisten mit 224 000 Euro.  © dpa
Strahlenmediziner, Humangenetiker, Fachärzte für Innere Medizin mit bestimmten Schwerpunkten und Radiologen folgen mit Werten zwischen 199 000 und 93 000 Euro. Kinder- und Jugendpsychiater erzielten 65 000 Euro Umsatz, Augenärzte 60 000, Chirurgen 57 000, Orthopäden 56 000, Hausärzte 52 000 und Gynäkologen 47 000 Euro.  © dpa
Laut der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamtes konnten die Ärzte in Deutschland ihr Einkommen in den letzten Jahren deutlich steigern. Bei den Orthopäden stieg beispielsweise der Wert des jährlichen Reinertrags von 276.000 Euro im Jahr 2007 auf 293.000 Euro im Jahr 2011. Die Allgemeinmediziner konnten ihren jährlichen Reinertrag sogar um 30.000 Euro auf insgesamt 181.000 Euro pro Jahr steigern.  © dpa
Auch andere Ärztegruppen verdienten 2011 deutlich mehr als noch vier Jahre zuvor. Allgemein beträgt der Zuwachs zwischen 2007 und 2011 im Schnitt 17 Prozent. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte erzielten demnach laut Statistik einen jährlichen Reinertrag von 215.000 Euro, der jährliche Reinertrag der Frauenärzte beträgt 185.000 Euro, bei den Chirurgen sind es sogar 293.000 Euro. Auch die Hautärzte (249.000 Euro) und die Internisten (266.000 Euro) konnten ihr Einkommen steigern.  © dpa
Der jährliche Reinertrag pro Praxis beläuft sich laut der Erhebung des Statistischen Bundesamtes auf 234.000 Euro. Im Schnitt lag der Reinertrag jedes Arztes im Jahr 2011 bei durchschnittlich 13.833 Euro im Monat.  © dpa
Augenärzte konnten die größten Einkommenszuwächse erzielen: Sie verdienen im Schnitt 19.083 Euro im Monat. Neurologen kommen auf 14.416 Euro im Monat. Spitzenreiter unter den Ärzten sind die Radiologen und Nuklearmediziner mit 25.250 Euro im Monat.  © dpa
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die vertragsärztliche Vergütung stiegen laut Bundesgesundheitsministerium von 33 Milliarden Euro 2010 auf 33,7 Milliarden 2011.  © dpa

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