Neues Superfood?

Schon mal Pilzkaffee probiert? Diese Effekte soll das Trendgetränk entfalten

Pilzkaffee wird als gesundheitsfördernd vermarktet. Doch wie wahr ist das Werbeversprechen?
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Pilzkaffee wird als gesundheitsfördernd vermarktet. Doch wie wahr ist das Werbeversprechen?

Pilzkaffee soll beim Abnehmen helfen, die Verdauung anregen und das Immunsystem stärken: Was ist dran am Werbeversprechen verschiedener Anbieter?

  • Pilzkaffee wird nicht aus Speisepilzen wie dem Pfifferling, sondern aus sogenannten Vitalpilzen hergestellt. Diese finden auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin* Anwendung.
  • Eigenommen als Nahrungsergänzungsmittel sollen die besonderen Pilze Leistung und Konzentration steigern, die Abwehr stärken*, Stoffwechsel und Verdauung ankurbeln und nicht zuletzt eine Diät unterstützen.
  • Als "Superfood" angepriesen, schaffte es Pilzkaffee auch wieder auf den deutschen Markt. Was Sie über den Trend wissen sollten.

So neuartig ist die Pilzkaffee-Idee nicht: Bereits im Zweiten Weltkrieg sollen die Finnen Pilzkaffee hergestellt haben und auch in Deutschland wäre schon damals aus Ermangelung an Kaffeepulver ein Gebräu aus Vitalpilzen hergestellt worden, wie das Bundeszentrum für Ernährung informiert.

Das Heißgetränk enthält neben Koffein Extrakte verschiedener Vitalpilze, dazu zählen etwa Schiefer Schillerporling (Chaga), Schmetterlingstramete (Coriolus), Glänzender Lackporling (Reishi), chinesischer Raupenpilz (Cordyceps) und Igel-Stachelbart. Anbieter von Pilzkaffee-Pulvern vermarkten die Produkte vor allem unter dem Aspekt der gesundheitsfördernden Wirkung. Doch wie gesund ist Pilzkaffee wirklich?

Lesen Sie auch: Gefährliches Superfood: Darum sollten Sie statt Avocado lieber Walnüsse essen.

"Wer Kaffee und sein Aroma liebt, wird vermutlich kein Fan von Pilzkaffee"

"Eine Tasse Pilzkaffee hat einen geringeren Koffeingehalt als normaler Kaffee und ist daher für empfindliche Menschen bekömmlicher und weniger bitter", erklärt das Bundeszentrum für Ernährung. Gesundheitsfördernde Wirkungen von Vitalpilzen wie ein Effekt auf das Immunsystem oder den Stoffwechsel seien allerdings bislang wissenschaftlich nicht erwiesen, wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen informiert.

Pilzkaffee-Produkte können im Gegenteil Gefahren bergen: So können vor allem Produkte aus Asien Schimmelpilzgifte enthalten, weshalb Verbraucherschützer vor asiatischen Online-Händlern warnen.

Geschmacklich soll Pilzkaffee, der in der Regel als Instantpulver gekauft und mit heißem Wasser angerührt wird, nicht wirklich überzeugen. "Wer Kaffee* und sein Aroma liebt, wird vermutlich kein Fan von Pilzkaffee", heißt es in der Veröffentlichung des Bundeszentrums für Ernährung. Das Heißgetränk soll "unauffällig und nicht nach Pilzen schmecken". Lecker klingt anders.

Weiterlesen: Statt Kaffee: Warum Sie auf folgendes Getränk umsteigen sollten.

jg

Kaffee-Alternativen im Überblick

Mate-Tee enthält relativ wenig Koffein, dafür aber andere Stoffe, die auch als Wachmacher wirken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Mate-Tee enthält relativ wenig Koffein, dafür aber andere Stoffe, die auch als Wachmacher wirken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn © Franziska Gabbert
Ohne Wasser geht es nicht: Bei Flüssigkeitsmangel lässt die Konzentration nach - dagegen hilft auch der beste Wachmacher irgendwann nicht mehr. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Ohne Wasser geht es nicht: Bei Flüssigkeitsmangel lässt die Konzentration nach - dagegen hilft auch der beste Wachmacher irgendwann nicht mehr. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Der Klassiker unter den Aufputschmitteln: Kaffee macht wach - es gibt aber auch Alternativen. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn
Der Klassiker unter den Aufputschmitteln: Kaffee macht wach - es gibt aber auch Alternativen. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn © Kai Remmers
Energy Drinks können effektive Wachmacher sein. Das darin bisweilen beworbene Taurin hat aber keine solche Wirkung, sagen Experten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Energy Drinks können effektive Wachmacher sein. Das darin bisweilen beworbene Taurin hat aber keine solche Wirkung, sagen Experten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Scharfe Lebensmittel wirken anregend - Ingwer zum Beispiel. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Scharfe Lebensmittel wirken anregend - Ingwer zum Beispiel. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Ganz ohne Zusatzstoffe: Meditation ist ein möglicher Weg zu mehr Konzentration - will aber gelernt sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Ganz ohne Zusatzstoffe: Meditation ist ein möglicher Weg zu mehr Konzentration - will aber gelernt sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Guaranabohnen lassen sich als Pulver oder Kaugummi konsumieren - und enthalten jede Menge Koffein. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn
Guaranabohnen lassen sich als Pulver oder Kaugummi konsumieren - und enthalten jede Menge Koffein. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn © Inga Kjer
Monika Bischoff ist die Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin und Prävention am Krankenhaus Barmherzige Brüder in München. Foto: Claudia Rehm/Krankenhaus Barmherzige Brüder München/dpa-tmn
Monika Bischoff ist die Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin und Prävention am Krankenhaus Barmherzige Brüder in München. Foto: Claudia Rehm/Krankenhaus Barmherzige Brüder München/dpa-tmn © Claudia Rehm
Matthias Riedl ist Diabetologe und Ernährungsmediziner aus Hamburg. Foto: Laboren/dpa-tmn
Matthias Riedl ist Diabetologe und Ernährungsmediziner aus Hamburg. Foto: Laboren/dpa-tmn © Laboren
Orangensaft kann ein guter langfristiger Energielieferant sein, vor allem in Kombination mit Nahrungsmitteln wie Müsli. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Orangensaft kann ein guter langfristiger Energielieferant sein, vor allem in Kombination mit Nahrungsmitteln wie Müsli. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose

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