Sinnvolle Kapseln?

Gefährlicher Vitamin-Mangel - Stiftung Warentest mit klarer Ansage: Diese Menschen sind gefährdet

Produkte aus Seitan, Soja und Jackfruit: Vegane und vegetarische Fleischersatzprodukte gibt es mittlerweile viele.
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Produkte aus Seitan, Soja und Jackfruit: Vegane und vegetarische Fleischersatzprodukte gibt es mittlerweile viele.

Wer sich ausgewogen ernährt, braucht in der Regel keinen Vitamin- oder Nährstoffmangel zu fürchten. Wer folgende Ernährungsform wählt, muss jedoch supplementieren.

  • Sie essen gern und einfach alles? Dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass Ihr Körper nicht genügend Nährstoffe abbekommt.
  • Doch es gibt auch Ernährungsformen, die einen Nährstoffmangel begünstigen.
  • Die Stiftung Warentest hat Nahrungsergänzungsmittel für Vegetarier und Veganer unter die Lupe genommen. Für Vegetarier gibt es eine unmissverständliche Empfehlung.

Vegetarier verzichten auf Fleisch, Fisch und Produkte daraus bis hin zu Schmalz und Gelatine. Milch und Milchprodukte sowie Eier werden dagegen in der Regel gegessen. Anders im Fall des Veganismus: Veganer essen keine Nahrungsmittel tierischen Ursprungs. Je nach Ausprägung achten viele Veganer auch beim Einkauf darauf, keine Produkte aus Leder oder anderen tierischen Produkten zu konsumieren.

Wer sich vegetarisch ernährt und auf eine ausgewogene Auswahl an Lebensmitteln achtet, nimmt in der Regel alle lebenswichtigen Nährstoffe zu sich. So liefern Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Pflanzenöle, jodiertes Speisesalz, Nüsse und Vollkornprodukte Eiweiß, Eisen, Kalzium, Zink und weitere Mineralien, Vitamine und Spurenelemente. Für Vegetarier besteht deshalb aus Sicht der Stiftung Warentest keine Notwendigkeit, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Anderes verhält es sich bei Veganern*.

Gefährlicher Vitamin-B12-Mangel möglich: "

So heißt es in einer Veröffentlichung der Stiftung Warentest: "Sich ausgewogen zu ernähren, klappt auch ohne Fleisch. Wer sich abwechs­lungs­reich ernährt und Milch­produkte, Eier und auch Fisch zu sich nimmt, hat alles, was er braucht. Je einge­schränkter die Lebens­mittel­auswahl ist, umso sorgfältiger sollten Vegetarier und allen voran Veganer ihr Essen planen. Nicht alle, die sich fleisch­los ernähren, müssen Vitaminpillen schlu­cken. Nur für Veganer ist Nahrungs­ergän­zung Pflicht".

Veganer müssten Vitamin B12 zusetzen*, da nur tierische Lebensmittel den Bedarf decken können. Das Vitamin ist unter anderem an der Blutbildung und Zellteilung beteiligt. "Mit einer gezielten Wahl der Lebens­mittel plus Vitamin B12 ist es unkritisch, sich vegan zu ernähren", so die Einschätzung der Stiftung. Schwangere, stillende Frauen, Kinder und Jugendliche sollten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge allerdings von einer veganen Ernährung absehen, da ihr Nährstoffbedarf zu hoch sei, um durch vegane Kost gedeckt werden zu können.

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Alle getesteten Vitamin-B12-Mittel geeignet - Kombi-Präparate unnötig

In Drogerie und Supermarkt finden sich unzählige Vitamin-B12- und Kombipräparate speziell für Vegetarier und Veganer. Stiftung Warentest prüfte 15 Nahrungsergänzungsmittel daraufhin, ob sie sinnvoll und verlässlich dosiert sind - darunter sieben Vitamin-B12-Präparate und acht Kombimittel, die neben B12 weitere Nähr­stoffe enthalten. 

Alle Vitamin-B12-Nahrungsergänzungsmittel wurden als geeignet eingestuft, darunter:

  • Multinorm Vitamin B12 Vital Kur Typ Mango-Maracuja von Aldi Süd
  • Veggie Depot Vitamin B12 plus Magnesium und Folsäure von Avitale
  • Das gesunde Plus B12 Vitamin-Kur Wald­beerengeschmack von dm

"Kombi-Präparate sind weder für Vegetarier noch für Veganer nötig", so die Stiftung Warentest. Der Mix aus Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen sei überflüssig für alle, die sich ausgewogen ernähren*.

Im Video: Diese Stars haben den veganen Lifestyle aufgegeben

Weiterlesen: Forscher empfehlen: Diese Ernährung soll vor Krankheiten schützen und die Erderwärmung bremsen.

jg

Was glutenfrei und lactosefrei bringt

Das Weglassen der Nahrungsmittel mit krankheitsauslösenden Inhaltsstoffen ist oft die einzig sinnvolle Therapie. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn
Das Weglassen der Nahrungsmittel mit krankheitsauslösenden Inhaltsstoffen ist oft die einzig sinnvolle Therapie. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn © Benjamin Nolte
Professor Dr. med. Hans Hauner ist Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der Technischen Universität München. Foto: Michael Stobrawe/dpa-tmn
Professor Dr. med. Hans Hauner ist Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der Technischen Universität München. Foto: Michael Stobrawe/dpa-tmn © Michael Stobrawe
Für Betroffene sind spezielle lactosefreie Produkte nur dann sinnvoll, wenn sie ursprünglich viel Lactose enthalten. Dazu gehört zum Beispiel Milch. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Für Betroffene sind spezielle lactosefreie Produkte nur dann sinnvoll, wenn sie ursprünglich viel Lactose enthalten. Dazu gehört zum Beispiel Milch. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Bei einigen glutenfreien Produkten werden gängige glutenhaltige Getreidesorten wie Weizen durch Pseudo-Getreide wie Quinoa ersetzt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Bei einigen glutenfreien Produkten werden gängige glutenhaltige Getreidesorten wie Weizen durch Pseudo-Getreide wie Quinoa ersetzt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn © Andrea Warnecke
Sonja Lämmel ist Diplom-Oecotrophologin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Foto: Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)/dpa-tmn
Sonja Lämmel ist Diplom-Oecotrophologin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Foto: Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)/dpa-tmn © DAAB
Im Vergleich zu herkömmlichen Lebensmitteln haben einige glutenfreie Produkte einen höheren Fettgehalt, während der Anteil an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen geringer ist. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Im Vergleich zu herkömmlichen Lebensmitteln haben einige glutenfreie Produkte einen höheren Fettgehalt, während der Anteil an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen geringer ist. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn © Andrea Warnecke
Angela Clausen ist Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Foto: Verbraucherzentrale NRW/dpa-tmn
Angela Clausen ist Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Foto: Verbraucherzentrale NRW/dpa-tmn © Verbraucherzentrale NRW

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