482 Personaler wurden befragt

Dieser Mythos über den Lebenslauf ist schlicht falsch, sagt eine Studie

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Ein zweiseitiger Lebenslauf schneidet bei Personalern besser ab als ein einseitiger CV, sagt eine Studie.

Der Lebenslauf ist für Personaler oft das wichtigste Dokument in der Bewerbung. Doch ein weit verbreiteter Mythos könnte die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch schmälern.

Der Lebenslauf darf nie länger als eine Seite sein, heißt ein gängiger Mythos in Bewerbungsratgebern. Viele Experten vertreten diese Meinung nach wie vor und posaunen das auch munter in die Welt hinaus. Dass dieses ungeschriebene Gesetz jedoch gänzlich falsch sein soll, will eine neue Studie belegen. 

Im Rahmen eines Experiments legte die Karriereberatung ResumeGo 482 Personalern und Führungskräften rund 20.000 Lebensläufe vor. Darunter waren sowohl einseitige wie auch zweiseitige Ausführungen des Curriculum Vitae (kurz: CV) zu finden, die Bewerber eigens für das künstliche Bewerbungsverfahren erstellt hatten. Die Personalverantwortlichen sollten dann anhand der vorgelegten Lebensläufe beurteilen, welcher Kandidat für die ausgeschriebene Stelle am besten geeignet sei.

Studie unter 482 Personalern: Zweiseitiger Lebenslauf hat die Nase vorn

Das Ergebnis: Die Personaler gaben durch die Bank vor allem den Bewerbern eine Chance, die einen zweiseitigen Lebenslauf eingereicht hatten. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um Berufseinsteiger, mittlere Positionen oder Stellen im Management handelte. Von den 7.712 Bewerbern, welche die Personaler einstellen würden, hatten 5.375 Kandidaten einen zweiseitigen und lediglich 2.337 einen einseitigen Lebenslauf eingereicht.

Die Chancen auf einen Job stiegen sogar, je höher die zu vergebende Position war. 

  • Während Berufsanfänger mit einem zweiseitigen Lebenslauf rund 1,4 Mal häufiger genommen wurden,
    • waren Vorgesetzte schon 2,6 Mal eher dazu bereit, wenn es sich um eine mittlere Position handelte. 
    • Bei Management-Positionen stiegen die Chancen auf einen Job sogar um das 2,9-fache, wenn Bewerber einen zweiseitigen Lebenslauf einreichten.

Mehr zum Thema: Die zehn größten Irrtümer bei der Bewerbung.

Experten-Meinung widerlegt, dass einseitiger Lebenslauf besser sei

"Während die überwältigende Mehrheit von Karriereexperten argumentiert, dass ein zweiseitiger Lebenslauf niemals verwendet werden sollte - es sei denn, ein Arbeitssuchender verfügt über langjährige Vollzeiterfahrung in mehreren Unternehmen - widersprechen unsere Ergebnisse dieser gängigen Konvention", schreibt Peter Yang, der Vorsitzende von ResumeGo, in einem Statement.

Darum schneidet ein zweiseitiger Lebenslauf bei Personalern besser ab

Doch warum kommt ein zweiseitiger Lebenslauf besser an als ein einseitiger? Die Ursache dafür könnte darin liegen, dass sich die Personalverantwortlichen längere Zeit mit dem ausführlicheren CV beschäftigen - nämlich durchschnittlich 4:05 Minuten statt 2:24 Minuten bei den einseitigen Lebensläufen. Das soll auch das Vorurteil widerlegen, dass Personaler einen längeren Lebenslauf nur überfliegen. Nachdem die Studienteilnehmer jedoch wussten, dass die Zeit aufgezeichnet wird, ist fraglich, ob diese Simulation auch tatsächlich die Wirklichkeit abbildet, in der viele Personaler mit Zeitdruck zu kämpfen haben.

Lesen Sie auch: Lebenslauf 2018: Inhalt, Aufbau und absolute No-Gos.

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Von Andrea Stettner

Mit dieser Körpersprache geht das Bewerbungsgespräch schief

Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden.
Im Vorstellungsgespräch die Arme verschränken wirkt auf den Gesprächspartner abweisend. Diese Körperhaltung sollten Sie unbedingt vermeiden. © Simona Asam
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck.
Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber: Kein Blickkontakt wirkt unsicher oder noch schlimmer - desinteressiert. Auch verschämt wegschauen macht keinen guten Eindruck. © Simona Asam
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben.
Die Denkerpose: Wahrscheinlich wollen Bewerber mit dieser Körperhaltung zeigen, dass sie sich Gedanken über den Job oder die Fragen des Personalers machen. Oftmals nimmt man so eine Haltung auch automatisch ein. Doch meist wirkt diese Pose gestellt - lassen Sie es also lieber bleiben. © Simona Asam
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken.
Sie kennen das selber: Wenn Sie jemand höflich anlächelt, vermittelt Ihnen das eine positive Stimmung. Vermeiden Sie es also, das ganze Gespräch über ernst zu schauen. Doch übertreiben Sie es auch nicht mit dem Lächeln, das könnte künstlich oder unpassend wirken. © Simona Asam
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben.
Jeder kennt ihn, den schlaffen Händedruck. Der erste Eindruck ist dadurch schon negativ behaftet. Drücken Sie Ihrem Gesprächspartner mit Nachdruck und Bestimmtheit die Hand - es wird ihm positiv im Gedächtnis bleiben. © Simona Asam
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen. 
Bleiben Sie cool: Wenn Sie sich aus der Ruhe bringen lassen, werden Sie nervös und fangen höchstwahrscheinlich an, an ihrer Jacke oder ihren Händen zu zupfen. Legen Sie lieber die Hände flach vor sich auf den Tisch oder trinken Sie ab und zu einen Schluck Wasser. So hat der Stress gar nicht erst die Möglichkeit, in ihren Händen eine Reaktion auszulösen.  © Simona Asam
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv.
Eine schlaffe oder in sich zusammengefallene Körperhaltung lässt Sie auch müde und wenig aktiv wirken. Setzen Sie sich gerade hin, dass wirkt auf das Gegenüber aufmerksam und positiv. © Simona Asam
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit.
Vermeiden Sie es, mit ihren Haaren zu spielen. Auch das zeugt von Nervosität und Unsicherheit. © Simona Asam
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert.
Gestikulieren Sie nicht wild mit den Händen, so verbreiten Sie nur Hektik. Bleiben Sie gelassen und strukturiert. © Simona Asam
Aufstützen
Den Kopf aufstützen: Hier könnte man meinen, Ihr Kopf sei zu schwer, so dass sie ihn nicht von allein gerade halten können. Davon sollten Sie absehen. © Simona Asam

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