Obacht vor Fake-Angeboten

Cyber Monday 2020: Miese Rabatte und Abzocke? So tricksen Saturn, Amazon und Co.

Nach dem Black Friday locken am Cyber Monday 2020 Amazon, Saturn und Co. mit zahlreichen Angeboten. Kunden sollten sich vor Tricks und miesen Maschen hüten. 

  • Am Black Friday und Cyber Monday 2020 locken Saturn, Amazon und Co. mit vielen Rabatten und Angeboten.
  • Doch Kunden sollten sich vor Werbe-Lügen, Abzockern und Fake-Angeboten in Acht nehmen.
  • Polizei und Verbraucherzentralen warnen von Schnellkäufen und raten: Ruhe bewahren!

Kassel – Mega-Deals, Super-Angebote und riesige Rabatte – Einzelhändler bombardieren die Kunden am Black Friday und dem Cyber Monday mit übergroßen Konsumversprechen. Gefühlt können sich an diesem Tag alle Menschen für die niedrigsten Preise alle ihre Träume erfüllen. Doch Kunden sollten Vorsichtig sein. Denn die Werbe-Versprechen sind mit Vorsicht zu genießen.

Amazon, Saturn, Media-Markt – Fast alle Einzelhändler nutzen ähnliche Tricks um ihre Angebote und Rabatte größer erscheinen zu lassen, als sie eigentlich sind. Darüber hinaus müssen sich Kunden auch noch vor Fake-Angeboten zwielichtiger Händler in Acht nehmen. Der erste Tipp am Black Friday lautet daher: Bei allen Angeboten lieber dreimal hinschauen und gründlich überprüfen, ob man am Ende nicht noch draufzahlt.

So tricksen Amazon, Saturn und Co. am Black Friday: Verbraucherzentrale und Polizei warnen

Kunden sollten generell Angebote im Einzelhandel vergleichen, um die günstigsten Preise zu entdecken. Doch am Black Friday und dem Cyber Monday 2020 gilt dieser Tipp ganz besonders. Denn durch die Dauerwerbung erzeugen die Händler einen psychologischen Druck, der zu Schnellschüssen verleiten sollen. Davor warnen auch die Verbraucherzentralen mehrerer Bundesländer.

Am Cyber Monday locken Amazon, Saturn und Media Markt kurz nach dem Black Friday wieder mit Mega-Deals.

Den Trick, die Preise kurz vor dem Rabatt kräftig zu erhöhen, kennt mittlerweile wohl jedes Kind. Ein weiterer beliebter Trick der Händler: Der Rabatt wird auf die Unverbindliche Preisempfehlung gerechnet. Denn bei vielen Händlern sind die Produkte ohnehin günstiger als die UVP. Laut einer Analyse der Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen entsprechen die derart ausgelobten 50-Prozent Rabatte meist lediglich 20 Prozent.

Laut Statista bemerken das auch die Kunden. 2019 waren rund 12,28 Prozent der Befragten unzufrieden mit dem Black Friday, weil die Händler falsche Rabatte angaben. Deswegen gilt: Preise schon vor dem Black Friday vergleichen*: Nur so kann der Kunde durchschauen, ob Amazon, Saturn und Co. tatsächlich ihre Preise derart weit gedrückt haben, wie sie behaupten. Preissuchmaschinen wie geizhals.de und Idealo.de können dabei helfen.

Black Friday und Cyber Monday 2020 bei Amazon, Saturn und Co: Druck aushalten

Amazon, Saturn und andere Händler setzen beim Black Friday und beim Cyber Monday auf gar nicht so sanften psychologischen Druck, um die Kunden zu Schnellkäufen zu verleiten. Vor Weihnachten schnell und günstig alle Geschenke zu besorgen, ist ein beliebter Werbespruch.

Ein beliebter Trick um Druck zu erzeugen, sind kurze Angebotszeiten. „Jetzt schnell Angebot sichern, sonst ist es zu spät“, lautet die Botschaft. Bei einigen Händler wird sogar eine ablaufende Uhr eingeblendet. Aber Achtung: Mit solchen Tricks werden gerne Ladenhüter und Auslaufmodelle beworben. „Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen“, warnt die Verbraucherzentrale Hessen auf ihrer Webseite zum Black Friday.

Was wirklich hinter dem Angebot steckt, sei demnach nicht wirklich einsehbar. Beispielsweise werde ein geringe Summe an Produkten im Lager angegeben. Aber ob das der Wahrheit entspricht, könne der Kunde nicht überprüfen. „Es können 10, aber genauso gut auch 1000 sein“, schreibt die Verbraucherzentrale Hessen.

Tricks von Amazon, Saturn und Co. zum Black Friday: Polizei warnt vor Betrügern

Neben den psychologischen Tricks von bekannten Händlern wie Amazon und Saturn versuchen aber auch zahlreiche zwielichtiger Händler am Black Friday und am Cyber Monday Kunden mit falschen und illegalen Angeboten übers Ohr zu hauen. Beim Online-Kauf immer misstrauisch sein, rät die Polizei-Beratung des Bundes und der Länder.

Vor allem extreme Tiefpreise und unschlagbare Rabatte von bis zu 70 und 80 Prozent seien dabei Hinweise auf Fake-Angebote. Der Händler besitzt das Produkt gar nicht, täuscht aber mit Fotos, allen notwendigen Zusatzinfos und Geschäftsbedingungen Seriosität vor. Ein deutlicher Fingerzeig: Der Händler akzeptiert nur Vorkasse. Die Polizei empfiehlt, vor allem das Widerrufsrecht und das Rückgaberecht zu überprüfen. Je leichter die Angaben dazu auf der Webseite zu finden seien, desto eher sei der Online-Händler vertrauenswürdig.

Außerdem sollten Kunden vorab die Verkaufsplattform überprüfen. Eine Suche per Google oder bei den Verbraucherzentralen enthüllt so manches zwielichtige Portal. Von Zahlungsdienste wie Western Union oder Paysafecard sollten Kunden die Finger lassen, rät die Polizei-Beratung.

Tricks von Amazon, Saturn und Co. zum Black Friday: Versandkosten und Lieferkosten beachten

Ist ein Angebot wirklich günstig und der Rabatt glaubhaft, lauert noch eine weitere Gefahr. Hinter vielen Angeboten zum Black Friday oder zum Cyber Monday 2020 verstecken sich Extragebühren und teilweise hohe Lieferzeiten. Kunden sollten bei der Abwicklung der Bestellung auf jeden Fall die Versandkosten mehrmals überprüfen.

Ein weiterer Trick der Händler sind überlange Lieferzeiten: Dann kommt das Weihnachtsgeschenk erst im Frühling. Das kann nicht nur bei unseriösen Händler passieren. Auch bei Amazon, Saturn und Co. kommt es immer wieder zu Lieferschwierigkeiten. Kunden sollten sich 2020 vorab informieren, ob die Spielekonsolen wie die Playstation 5 oder Grafikkarten von Nvidia und Radeon überhaupt wieder verfügbar sind - aktuell toben die Kunden bei Saturn und Media-Markt deswegen. (Philipp Zettler) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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