Machtkampf unter Giganten?

Edeka im Clinch mit Coca-Cola: Konzern tätigt ungewöhnlichen Schritt - und gibt nun Rätsel auf

Edeka legt sich nach einer Preiserhöhung mit einem der ganz großen Getränke-Hersteller an. Für erste Produkte gibt es schon einen Bestellstopp.

  • Edeka legt sich nach einer Preiserhöhung mit dem großen Getränke-Hersteller Coca-Cola an.
  • Erste Produkte sind bereits von einem Bestellstopp betroffen.
  • Besonders schade: Viele der Produkte sind bei Verbrauchern sehr beliebt.

Update vom 3. Februar 2020: Ein Streit der Lebensmittelgiganten sorgte in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen: Edeka und Coca-Cola befinden sich offenbar im Preiskampf - die Kette wollte, so schien es, die Produkte des Getränke-Konzerns aus ihren Regalen verbannen. Aber ist das auch passiert?

Die Antwort lautet wohl: Teilweise. Wie die Ruhrnachrichten am Samstag erfahren haben, haben Edeka-Filialen in NRW weiter Coca-Cola im Sortiment. Der Edeka-Verband Rhein-Ruhr sei am Streit nicht beteiligt. In seinen Filialen werde es deshalb „auch weiterhin Produkte von Coke geben“, sagte ein Mitarbeiter des Edeka-Händlers Geldmann dem Blatt.

Die Hamburger Edeka-Zentrale selbst wollte am Montag auf Anfrage der Ippen-Digital-Zentralredaktion nicht preisgeben, in welchen Regionen Deutschlands der Cola-Bann gilt: Man äußere sich grundsätzlich nicht zu Lieferantenbeziehungen, hieß es.

Edeka legt sich mit Coca Cola an - für verschiedene Produkte wurde ein Bestellstopp empfohlen

Update vom 31. Januar 2020: Vor wenigen Tagen ist ein Streit zwischen Edeka und dem Getränke-Konzern Coca Cola bekannt geworden - nun hat sich der Getränke-Konzern erstmals öffentlich zum Thema geäußert. Demzufolge hat Edeka tatsächlich in einigen Regionen sein Angebot an Coca-Cola-Produkten reduziert. Es gebe dort aktuell einen Bestellstopp für Teile des Sortiments, erklärte Coca-Cola am Freitag. Edeka lehnte eine Stellungnahme ab.

Nach Angaben des Fachblattes Lebensmittel Zeitung haben mehrere Edeka-Regionen ihren Kaufleuten einen Bestellstopp für Produkte wie die 1,5-Liter-Einwegflasche Coke Zero, die 0,33-Liter-Dosen der gängigen Softdrink-Marken sowie diverse Artikel der Mineralwasser-Linie „Vio“ empfohlen.

Coca-Cola betonte, der Konzern bedauere den Schritt. Denn beide Seiten verbinde eine erfolgreiche langjährige Zusammenarbeit. Diese Partnerschaft wolle Coca-Cola fortsetzen. Der Dialog mit Edeka über die zukünftige Kooperation gehe deshalb „in konstruktivem Geist“ weiter.

Edeka legt sich mit Coca-Cola an - Produkte bald nicht mehr in den Regalen?

Erstmeldung vom 27. Januar 2020:

Dass in schöner Regelmäßigkeit die Preise von Lebensmitteln und anderen Waren angehoben werden, erscheint heute schon normal. Das bekommen die Verbraucher vor allem durch höhere Ausgaben zu spüren. Eine reale Chance sich dagegen zu wehren, gibt es meist nicht. Ganz andere Möglichkeiten haben hingegen große Einzelhändler, wie das Beispiel Edeka zeigt.  

Legt sich Edeka nach Preiserhöhung mit Getränke-Riese an?

Nach einer Preiserhöhung im November und dem darauf folgenden Kampf zwischen dem Intermarché und Coca-Cola in Frankreich, hat sich nun scheinbar auch der Discounter Edeka mit dem Getränke-Giganten angelegt. Wie chip.de unter Berufung auf einen Artikel der Lebensmittelzeitung.net berichtet, streitet sich die Kette mit dem Getränke-Riesen aktuell um die Konditionen - und nimmt dafür auch mögliche Lieferengpässe in Kauf. Auch die zu Edeka gehörende Tochter Netto sei in den Krach involviert.

Scheinbar hat Coca-Cola mit der Erhöhung der Preise auch die Linie ausgegeben, Märkte Rabatte nur noch dann gewähren zu lassen, wenn sie das gesamte Coca-Cola-Getränkesortiment im Programm haben.

Edeka: Streit um Produkte macht sich in Regalen bemerkbar

Laut Bericht habe Edeka-Nord bereits mehreren Märkten empfohlen, bestimmte Produkte nicht mehr zu bestellen. Das führt dazu, dass schon jetzt in einigen Fächern durch Ausbleiben der Lieferung Lücken entstehen. Edeka scheint jedoch zu keinem Kompromiss bereit. Findet sich keine Einigung, könnten von dem Zwist in einigen Filialen bis zu 120 Produkte betroffen sein. Grund für den Streit ist laut der Lebensmittelzeitung.net ein Schreiben von Edeka-Nord, das „nationale Differenzen“ und „Unstimmigkeiten auf internationaler Ebene“ anführt.

Edeka gegen Coca-Cola - Welche Produkte wären betroffen? 

Bemerkenswert ist der Streit auch, weil Edeka mit seinem Schritt wohl auch Einbußen in Kauf nimmt. Keine Kleinigkeit, doch Edeka scheint entschlossen, die Preiserhöhung für Produkte aus der Vio-Wasserpalette, dem Energydrink Monster und Softdrinks wie Coca-Cola, Fanta, Sprite sowie deren Light- und Zero-Versionen nicht hinzunehmen. 

Auch gegenüber der Konkurrenz in Deutschland zeigt sich Edeka kampflustig. Diese Edeka-Filiale warb für eine neue Idee. Statt Anerkennung zu ernten, blamierte sie sich total. Kanzlerin Angela Merkel hat Aldi, Edeka, Rewe und Lidl zum Rapport gebeten - sie hat offenbar dringend Redebedarf. Zwingen die Lebensmittelhändler die Landwirtschaft in prekäre Verträge?

Diese Aktion von Edeka verwirrt die Kunden hingegen sehr. 

Coca-Cola bricht absolutes Firmen-Tabu und bringt ein neues Produkt auf den Markt.

Die Einkaufswagen bieten viele Gadgets, die den Einkauf erleichtern sollen. Ein Teil des Wagens ist aber nicht für den Kunden gedacht.

Rubriklistenbild: © dpa / Carmen Jaspersen

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