EU schlägt Alarm

Rückruf bei Edeka: Tödliches Desinfektionsmittel - Es hätte nie verkauft werden dürfen

Bei Edeka ist ein Desinfektionsmittel von einem Rückruf betroffen. Die EU warnt vor dem Produkt, das nie hätte verkauft werden dürfen.

  • Aktueller Rückruf*: Edeka informiert derzeit über den Rückruf von einem Desinfektionsmittel.
  • Experten haben in den Produkten gefährliche Mengen Methanol entdeckt.
  • Edeka hat das möglicherweise tödliche Desinfektionsgel bereits aus dem Verkauf genommen.

Update vom Montag, 30.11.2020, um 16.02 Uhr: Die Europäische Union hat ihre Warnung für das Desinfektionshandgel des Herstellers Mir24 noch einmal verstärkt. Wie der TV-Sender Sat1 berichtet, bezeichnet die Verbraucherschutzbehörde der EU-Kommission „Rapex“ (Rapid Alert System for Non-Food-Products) das Produkt als „akut giftig für das zentrale Nervensystem und die Augen“.

Die Warnung der EU ist Grundlage für den Rückruf des Desinfektionsmittels. In Deutschland war das Produkt bei Edeka und Marktkauf im Sortiment. Laut Rapex ist auch die Verpackung des Desinfektionshandgels nicht kindersicher und es fehlen entsprechende Warnhinweise auf dem Produkt. Es sind sowohl 50 als auch 100 Milliliter Flaschen von dem Rückruf betroffen.

Die unterschiedlichen Inhaltsgrößen sind unterschiedlich beschriftet:

50 Milliliter Flasche von MIR 24Bar-Code 4 820238 450011 und Chargennummer: 27.04.2020, EXP04.2022
100 Milliliter Flasche von MIR 24Bar-Code 4 820238 450066 und Chargennummer: 27.04.2020, EXP04.2022

Rückruf bei Edeka und Marktkauf: Desinfektionsmittel könnte zum Tod führen

Erstmeldung vom Sonntag, 29.11.2020, um 11.51 Uhr: Kassel - Bei Edeka ist es zu einem Rückruf* gekommen: Der Discounter hat ein tödliches Desinfektionsmittel verkauft. Laut dem europäischen Schnellwarnsystem Rapex enthält das bei Edeka verkaufte Produkt Methanol.

Methanol ist akut toxisch für das zentrale Nervensystem und die Augen. Die Aufnahme oder der Kontakt mit dem Desinfektionsmittel kann folglich zu Blindheit und - im schlimmsten Fall - zum Tod führen.

Desinfektionsmittel im Rückruf bei Edeka: Akute Lebensgefahr - Lage sei „ernst“

Rapex stuft die Warnung für Verbraucher als „ernst“ ein. Auch das Verbraucherportal produktrueckrufe.de hatte über den Rückruf bei Edeka informiert. Von dem Rückruf sind das 50- und 100-Milliliter-Desinfektionshandgel der Marke Mir24 mit folgender Chargennummer betroffen: 27.04.2020, EXP04.2022.

Rückruf bei Edeka: Dieses Desinfektionsgel kann eine toxische Wirkung haben.

Das Produkt stammt aus der Ukraine. Auf dem Desinfektionsmittel fehlen laut der europäischen Kontrollbehörde die erforderlichen Gefahrenpiktogramme und Warnhinweise. Deswegen seien Verbraucher über die Toxizität und Entzündbarkeit des bei Edeka verkauften Desinfektionsmittels nicht gewarnt. Zudem sei die Verpackung nicht mit kindergesicherten Befestigungen versehen.

Regionalgesellschaft:\tEdeka Südwest
Hauptsitz:\tOffenburg
Mitarbeiterzahl:\t44.000 (Stand 2020)
Märkte im Absatzgebiet:\t1.163

Rückruf: Desinfektionsmittel wurde in mehreren Bundesländern bei Edeka verkauft

Das Verschlucken und Einatmen von Methanol kann sehr gefährlich sein. Bereits 10 bis 15 Milliliter des chemischen Stoffes können zu schweren Vergiftungen führen. Im schlimmsten Fall droht der Tod durch Atemlähmung. Das vom Edeka-Rückruf betroffene Desinfektionsgel soll zwischen 65,3 Gramm und 68,7 Gramm Methanol pro 100 Gramm enthalten.

Rückruf: Edeka hat ein Desinfektionsmittel aus dem Verkauf genommen (Symbolbild).

Laut Edeka wurden die Desinfektionsmittel in den folgenden Bundesländern bei Edeka und Marktkauf angeboten: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Der Rückruf bei Edeka sorgt nicht nur für großes Aufsehen, weil das Desinfektionsgel eine sehr hohe Menge Methanol enthält. Der Vorfall ist noch skandalöser: Denn der Hersteller durfte das Produkt nicht in den Verkehr bringen. Das Unternehmen hatte keine Genehmigung für den Verkauf. Warum das Desinfektionsmittel trotzdem in den Verkaufsregalen bei Edeka gelandet ist, sei bislang unklar.

Nach Rückruf: Edeka hat gefährliches Desinfektionsmittel bereits aus dem Sortiment genommen

Edeka habe nach dem veröffentlichtem Rückruf sofort reagiert und alle betroffenen Artikel aus dem Verkauf genommen. Man bedauert diesen Vorfall sehr, heißt es auf der Website von Edeka Südwest. Kunden können die Desinfektionsgels im Markt zurückgeben. Auch merkur.de* hat über den Rückruf berichtet. (Jan Wendt) *hna.de und merkur.de sind Teile des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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