Krabbel-Alarm im Vorratsschrank

Brotkäfer bekämpfen: Einfache Falle gegen den Vorratsschädling selber machen

Brotkaefer
+
Brotkäfer lassen Lebensmittel schneller verderben – einfache Mittel helfen gegen die Vorratsschädlinge. (Symbolbild)

Brotkäfer in der Wohnung sind vor allem eines: lästig. Denn die Käfer befallen unsere Lebensmittel und sorgen dafür, dass diese schneller verderben. Einfache Tipps helfen gegen einen Befall.

Deutschland – Brotkäfer sind hierzulande weit verbreitet. Dabei sind die Schädlinge das ganze Jahr über aktiv. Mit bloßem Auge sind die winzig kleinen Tierchen nur schlecht zu erkennen: Einen Befall entdeckt man oftmals erst im fortgeschrittenen Stadium. Einfache Mittel und Methoden helfen, um Brotkäfer wieder loszuwerden, weiß RUHR24*.

BrotkäferVorrats- und Hygieneschädlinge
wissenschaftlicher NameStegobium paniceum
FamilieNagekäfer (Ptinidae)

Brotkäfer bekämpfen: Die Schädlinge lieben Back- und Teigwaren, aber auch Bücher

Brotkäfer sind Vorrats- und Hygieneschädlinge. Insbesondere Vorräte, die längere Zeit lagern, sind laut dem Umweltbundesamt gefährdet. Besonders gerne mögen die kleinen Schädlinge dabei Back- oder Teigwaren sowie Gewürze. Aber auch Hülsenfrüchte, Kaffee, Tee, Tiertrockenfutter oder Schokolade stehen auf ihrem Speiseplan.

Sogar durch Bücherregale fressen sich Brotkäfer manchmal, wie der MDR erklärt. Sie futtern sich durch die organischen Teile des Buches wie Papier oder Ledereinbände. Insbesondere Bibliotheken sind davon betroffen. Früher hießen die Tierchen daher auch „Bücherwurm“. Ob im Vorratsschrank oder im Bücherregal gilt dabei: Sind die kleinen Krabbeltiere einmal da, ist es schwer, sie wieder loszuwerden.

Brotkäfer und Larve in verunreinigtem Brot. (Symbolbild)

Brotkäfer-Befall: So erkennt man die ekligen Krabbeltierchen

Mit bloßem Auge sind Brotkäfer nicht leicht zu erkennen – denn sie sind nur ca. 1 bis 3 Millimeter groß. Die winzigen Tierchen sind rot- bis dunkelbraun und behaart, ihre gekrümmten Larven sind gelblich-weiß. Diese werden bis zu 5 Millimeter lang und spinnen sich einen Kokon, in dem sie sich verpuppen.

Wichtig: Brotkäfer übertragen keine Krankheiten. Allerdings verderben befallene Lebensmitteln schneller. Ihre Larven verunreinigen Lebensmittel außerdem durch Kot und Gespinstfäden. Die betroffenen Produkte sollten daher nicht mehr verwendet werden.

Der Befall im Vorratsschrank lässt sich an verschiedenen Hinweisen erkennen: Verunreinigungen und Verklebungen durch die Gespinstfäden der Larven sind laut Umweltbundesamt typische Merkmale. Die geschlüpften Käfer verschwinden außerdem durch stecknadelkopfgroße Löcher aus den befallenen Produkten. Ist die Produkt-Verpackung aus Papier oder Pappe, sind meist auch Fraßspuren der Larven zu entdecken.

Brotkäfer bekämpfen: Was tun, wenn die Schädlinge sich im Vorratsschrank verbreiten?

Zumeist bemerkt man einen Befall aber erst dann, wenn die Käfer ihre Brutstätte verlassen – und durch die Wohnung krabbeln. In diesen Fällen ist es wichtig, zunächst die ursprüngliche Quelle zu finden.

Grundsätzlich sollten dann alle verunreinigten Lebensmittel mitsamt ihrer Verpackung im Müll landen. Vorräte, die in ihrer Nähe gelagert wurden, sollten außerdem mindestens 24 Stunden in die Tiefkühltruhe (-18 Grad) gelegt werden, rät das Umweltbundesamt. Zugleich sollte der betroffene Vorratsschrank einmal vollständig leergeräumt und sorgfältig gesäubert werden.

Brotkäfer natürlich bekämpfen – mit Fressfeinden gegen den Befall

Öko-Test empfiehlt außerdem, Lagererzwespen im Kampf gegen Brotkäfer einzusetzen. Diese Wespen sind in Gartencentern, Baumärkten oder im Zoofachhandel erhältlich.

Denn Lagererzwespen sind die Fressfeinde der Brotkäfer. Der Trick: Wenn alle Brotkäferlarven aufgefressen wurden, suchen sich auch die Erzwespen neue Nahrungsquellen außerhalb der Wohnung.

Mittel gegen Brotkäfer: wirksame Produkte gegen die Schädlinge

Ebenso wie im Kampf gegen Lebensmittelmotten* hat Gift auch bei der Bekämpfung von Brotkäfern in Nahrungsmitteln natürlich nichts zu suchen. Das Portal ungeziefer-ratgeber-info rät hingegen, Kieselgur zu verwenden. Dieser Stoff besteht aus den Schalen von Kieselalgen und tötet die Larven des Brotkäfers ab. Er ist im Handel als Pulver oder als Spray erhältlich.

Ebenso hilfreich seien spezielle Klebefallen (Pheromonfallen) gegen die Käfer. Die Fallen haben ein simples Prinzip: Sie locken die Tiere an und diese bleiben kleben. Solche Klebefallen können überall angebracht werden, wo man einen Befall vermutet.

Brotkäfer-Befall vorbeugen – diese Maßnahmen helfen gegen die Schädlinge

Um einem erneuten Befall vorzubeugen, sollten Lebensmittel stets kühl und trocken lagern. Außerdem sollten die Verpackungen luftdicht verschlossen sein. Wer Brotkäfer in Küchenschränken findet, sollte außerdem sicherstellen, ob seine Fenster gut schließen. Denn auch durch offene Fenster können die fliegenden Käfer in die Wohnung gelangen.

Außerdem können Brotkäfer auch nach dem Einkauf über bereits befallene Produkte und Verpackungen eingeschleppt werden. Neu gekaufte Ware sollte daher stets kurz nach typischen Anzeichen überprüft werden.

Wichtig zu wissen: Wenn sämtliche Methoden nicht helfen, sollte ein professioneller Schädlingsbekämpfer zurate gezogen werden. Denn wie das Umweltbundesamt erklärt, kann Brotkäfer-Befall auch auf versteckte Baumängel hinweisen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare