Deutschlandweiter Vergleich

Wie viel darf der Schlüsseldienst eigentlich kosten?

Schlüsseldienst verlangen oft mehr als vom Bundesverband Metall empfohlen.
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Schlüsseldienst verlangen oft mehr als vom Bundesverband Metall empfohlen.

Für den Schlüsseldienst wird man oft über 100 Euro los. Aber was ist eigentlich ein angemessener Preis? Eine Studie offenbart, wie überteuert die Preise wirklich sind.

  • Wer sich aussperrt, braucht meist die Hilfe vom Schlüsseldienst.
  • Dabei kommt es nicht selten zu Abzocken.
  • Mehr als 127 Euro sind laut Bundesverband Metall zu teuer.

Beim Thema Schlüsseldienst haben viele schon schlechte Erfahrungen gemacht. Oft glauben Kunden, im Internet eine Schnäppchen gefunden zu haben - nur um vor Ort dann mit horrenden Summen überrumpelt* zu werden. Dabei wissen die meisten nicht einmal, wie viel ein Schlüsseldienst eigentlich kosten sollte - und wie man sich vor Abzocke schützt.

Schlüsseldienst-Abzocke: Starke Diskrepanz zwischen empfohlenen und tatsächlichen Kosten

In einer deutschlandweiten Studie hat der digitale Handwerksvermittler mellon Daten über 4.224 Schlüsseldienste in 786 deutschen Städten gesammelt. Das Ergebnis: Im Durchschnitt verlangen Schlüsseldienste für eine normale Türöffnung 137 Euro. Dabei unterscheiden sich die Preise von Bundesland zu Bundesland teilweise deutlich: Während eine Türöffnung in Berlin nur 69 Euro kostet, sind es in Rheinland-Pfalz 151 Euro. Auffallend ist außerdem, dass die Preise in Großstädten niedriger ausfallen, auf dem Land dagegen höher. Eventuell liegt es daran, dass hier die Konkurrenz kleiner ausfällt.

Aber sind 137 Euro im Durchschnitt für eine Türöffnung zu viel? Eigentlich schon. Denn laut dem Bundesverband Metall ist ein Schlüsseldienst, der mehr als 127 Euro für eine einfache Türöffnung verlangt, zu teuer - und das trifft in Deutschland auf 56 Prozent der Anbieter zu, wie aus der Studie hervorgeht. Auch der Sachverständige Uwe Sarfeld, der einen eigenen Schlüsseldienst betreibt, erklärt darin: "Für eine einfache Türöffnung würde ich tagsüber nicht weniger als 60 Euro und nicht mehr als 90 Euro nehmen." In Großstädten dürfe bei einer einfachen Türöffnung mit Anfahrt auch mehr als 100 Euro verlangt werden, so der Experte. 

Wie viel zahlen Kunden in Großstädten für den Schlüsseldienst?

Die günstigste Großstadt - was den Schlüsseldienst betrifft - sind Berlin und Leipzig mit 69 Euro für eine Türöffnung tagsüber. Auch Hamburg und Lübeck sind mit 70 Euro sehr günstig. Das Gegenteil trifft auf die Stadt Jüchen in Nordrhein-Westfalen zu: Die ist mit 188 Euro im Durchschnitt am teuersten bei den Schlüsseldienst-Preisen. Selbst München liegt mit 89 Euro noch in den Top 10 der günstigsten Städte in Bayern.

Auch interessant: Schlüsseldienst-Abzocke: Münchner berichtet von horrenden Summen - und dreister Masche.

Wie Sie sich vor Schlüsseldienst-Abzocke schützen

"Wer bei der Schlüsseldienst-Suche nicht tiefgehender forscht, wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent abgezockt", meint der Experte Sarfeld. "Bei der Online-Suche würde ich nicht blind auf die ersten Treffer vertrauen, sondern auch mal auf die zweite Seite blicken." Auch ein Blick in die Online-Rezensionen helfe dabei, einer Abzocke zu entgehen.

Video: Statt Schlüsseldienst - Vater seilt Kind vom Dach ab

Vermeintlich günstige Preise sollten immer mit Vorsicht genossen werden. Hier kann es sein, dass Sie mit Nettopreisen abgespeist werden, in der Steuern und Anfahrt noch nicht berechnet worden sind: "Oftmals wird mit günstigen Preisen geworben, die teilweise unter 30 Euro liegen. Jedem Kunden sollte klar sein, dass das nicht geht. Bereits unter 60 Euro wird es schwer, davon leben zu können", erklärt der Sachverständige.

Um nicht abgezockt zu werden, sollten Kunden also vorab einen Festpreis mit dem Anbieter vereinbaren. "So kann der Schlüsseldienst mit seiner Kostenforderung später nicht nach oben abweichen", rät Rechtsanwalt Christian Solmecke in der Studie. Was oft gar nicht so einfach ist: Denn nur 5,16 Prozent der Schlüsseldienste kommunizieren ihre Preise auf der Website. 44,13 Prozent wollen laut der Studie nicht einmal am Telefon Auskunft über die Preise geben. Und diejenigen, die es tun (50,71 Prozent) verlangen meist 70 Euro mehr als diejenigen, die Preise im Netz angeben. Anbieter, die keine Preise nennen wollen, sollten also mit Vorsicht genossen werden. Hier ist die Wahrscheinlichkeit von überteuerten Preisen sehr hoch.

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"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Was steckt hinter den Makler-Beschreibungen? © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Lage in aufstrebendem Viertel" oder "Wohnanlage mit viel Entwicklungspotenzial": In ein paar Jahren mag es hier wunderbar sein. Doch jetzt rollen hier Bagger und Lkws – und danach wird das Leben teurer. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Lage in unberührter Natur": Ideal für meditative Einsiedler, die von den Früchten der Erde leben wollen. Wer jedoch arbeiten, einkaufen oder auch mal zum Arzt muss, braucht unbedingt ein Auto. Zudem wird der Weiterverkauf der Immobilie schwierig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Verkehrsgünstig gelegen": Im Extremfall ist vor der Haustür der Hauptbahnhof mit dem entsprechenden Milieu. Oder es führt vor dem Gebäude eine Hauptverkehrsstraße und hinter dem Garten eine viel befahrene Eisenbahnstrecke vorbei. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Unverbaute Lage": Das sagt nur, wie jetzt der Blick aus dem Fenster ist – nicht, dass er auch immer frei sein wird. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Seriöses Umfeld": Tagsüber ist wegen der Kundschaft der vielen Büros, Kanzleien und Praxen nebenan eifriges Parkplatzsuchen angesagt – abends riesige Langeweile, nachdem die Bürgersteige hochgeklappt wurden.
"Seriöses Umfeld": Tagsüber ist wegen der Kundschaft der vielen Büros, Kanzleien und Praxen nebenan eifriges Parkplatzsuchen angesagt – abends riesige Langeweile, nachdem die Bürgersteige hochgeklappt wurden. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Nur 20 Autominuten bis zur City": Die Betonung liegt auf Auto! Die Immobilie liegt außerhalb. Planen Sie mit Ampeln und Stau die doppelte Dauer ein, aber nicht die Existenz öffentlicher Verkehrsmittel!
"Nur 20 Autominuten bis zur City": Die Betonung liegt auf Auto! Die Immobilie liegt außerhalb. Planen Sie mit Ampeln und Stau die doppelte Dauer ein, aber nicht die Existenz öffentlicher Verkehrsmittel! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Umgebung mit hohem Freizeitwert": Stellen Sie sich am Land auf Scharen von Wochenendausflüglern und wenig Parkplätze für ihren Besuch ein. Die Freizeit der anderen meint nicht unbedingt auch Ihre Erholung! In der Stadt könnte sich hinter dem Code ein Szeneviertel mit lauten Kneipen verstecken.
"Umgebung mit hohem Freizeitwert": Stellen Sie sich am Land auf Scharen von Wochenendausflüglern und wenig Parkplätze für ihren Besuch ein. Die Freizeit der anderen meint nicht unbedingt auch Ihre Erholung! In der Stadt könnte sich hinter dem Code ein Szeneviertel mit lauten Kneipen verstecken. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür": Nebenan liegt eine Einkaufsstraße – mitsamt frühmorgendlichem Lieferverkehr.
"Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür": Nebenan liegt eine Einkaufsstraße – mitsamt frühmorgendlichem Lieferverkehr. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Familienfreundliche Wohngegend": Hier quietschen die vielen Kinder tagsüber draußen vor Glück und quäken nachts aus ihren Zimmern. Nichts für ältere Interessenten auf der Suche nach einer ruhigen Lage.
"Familienfreundliche Wohngegend": Hier quietschen die vielen Kinder tagsüber draußen vor Glück und quäken nachts aus ihren Zimmern. Nichts für ältere Interessenten auf der Suche nach einer ruhigen Lage. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Individuelle Bauweise" oder "Individuelle Gestaltung der Wohnung": Dem Vorbesitzer mag der eigentümliche Bau und der Zuschnitt des Objekts zugesagt haben. Individuell sind daher für Sie möglicherweise vor allem die hohen Umbaukosten – oder Einschränkungen bei der Nutzung. Der Wiederverkauf ist schwierig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Experimenteller Wohnungsbau": Da ging was ordentlich schief, weshalb das Objekt jetzt zum Verkauf steht. Obacht! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Versetzte Wohnebenen": Hier ist eher ständiges steigen als sitzen gemeint – über viele Stufen! Schlecht für Kranke und Ältere. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Gut erhalten": Gut heißt nicht sehr gut – also Geld für Renovierungen einplanen! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Liebhaberobjekt": Sie werden es womöglich hassen! Denn die Immobilie ist stark renovierungs- und sanierungsbedürftig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Teilrenoviert": Den frischen Anstrich gibt’s gratis zum Objekt, vielleicht auch die neuen Heizkörper. Aber sonst dürfen Sie alles selbst machen – und bezahlen. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Luxuriöse Sanierung": Mit dem überhöhten Preis der Immobilie und einzelnen, vor allem gut aussehenden Sanierungen will der Verkäufer vor allem sich selbst mehr Marmor in seinen vier Wänden leisten. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Flachdachbungalow": Sparen Sie schon mal. Denn bald könnte es hinein regnen. Oft steckt dahinter, dass eine Sanierung oder ein neues Dach nötig ist. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Biotop im Garten": Natur pur kann auch einen stinkenden Tümpel bedeuten – oder eine Lebensaufgabe für Hobbygärtner. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Schnäppchen für Schnell­entschlossene": Hier liegt der absolute Laden­hüter. Und deshalb will der Verkäufer mit der Formulierung Zeitdruck aufbauen. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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"Mit frei werdender Einliegerwohnung": Das könnte Ansichtssache sein – fragen Sie lieber den Mieter, ob er das wirklich auch so sieht. © Jens Schieren beck/dpa/tmn

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