Standort und Zeitpunkt

Balkon, Gewächshaus oder Topf? Was Sie beim Tomatenpflanzen beachten müssen

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Sie wollen selbst Tomaten anpflanzen? Hier finden Sie eine Anleitung.

Nach dem Säen und Pikieren kommt das Pflanzen der Tomaten: Was Sie bei Standort und Zeitpunkt beachten müssen, erfahren Sie hier in dieser Anleitung.

Wer bei sich Zuhause Tomaten anpflanzen möchte, hat die Wahl zwischen zwei Optionen: Entweder Sie ziehen die Tomaten selbst aus Samen heran oder Sie besorgen sich einen vorgezogenen Setzling, den Sie nur noch einpflanzen brauchen.

Erstere Methode bringt zwar mehr Arbeit mit sich, dafür haben Sie beim Saatgut oft eine größere Auswahl an Sorten als bei Setzlingen. So oder so muss dann aber entschieden werden, wo und wann die Tomaten gepflanzt werden sollen.

Jahreszeit: Wann ist der Zeitpunkt, um Tomaten zu pflanzen?

Egal, ob es sich um selbstgezogene oder vorgezogene Jungpflanzen aus dem Gartencenter handelt: Tomaten sollten nicht vor dem letzten Frost ins Freie gepflanzt werden. Die jungen Pflanzen vertragen die Kälte nicht und könnten eingehen. Deshalb lautet die Faustregel: Erst nach den Eisheiligen kommen Tomaten in den Garten. Das heißt, ab Mitte Mai oder Anfang Juni ungefähr können Sie damit beginnen Ihr Gemüse draußen anzubauen.

Ähnliches gilt für das Anpflanzen auf dem Balkon: Warten Sie sicherheitshalber bis Mitte Mai bzw. bis keine Frostgefahr mehr herrscht, bevor Sie die Tomaten dort positionieren. Sollten Sie trotzdem noch Frost befürchten, können Sie Tomaten auch unter Folie oder einer speziellen Tomatenhaube unterbringen. Diese müssen nur mit Luftlöchern versehen sein, damit es nicht zur Schimmelbildung kommt.

Wahrheit oder Gerücht: Halten Tomatenpflanzen am Fenster Stechmücken fern?

Anders verhält es sich jedoch, wenn Sie ein Gewächshaus besitzen: Hier haben Sie dank Glasdach und Seitenwänden kaum Probleme mit äußeren Witterungen oder Bodenfrost. Deshalb können Tomaten hier auch schon Mitte bis Ende April ausgepflanzt werden. Haben Sie die Tomaten vorher im Haus ausgesät und gezogen, sollten Sie jedoch darauf achten, dass diese stets einer Temperatur von 18 bis 24 Grad ausgesetzt waren. Allerdings herrscht im Gewächshaus oft Platzmangel, weshalb der empfohlene Fruchtwechsel sich hier schwierig gestaltet. Deshalb eigenen sich fürs Gewächshaus am meisten auf Wildtomaten veredelte Züchtungen.

Abgesehen vom zeitlichen Rahmen sollten Sie auch beachten, dass Ihre Tomaten beim Auspflanzen mindestens 30 bis 40 Zentimeter hoch sind und sich erste Blütendolden gebildet haben. Bevor die Tomaten ins Freie kommen, können Sie die Pflanzen auch etwas an die neue Umgebung gewöhnen bzw. abhärten. Stellen Sie sie zum Beispiel tagsüber hin und wieder an einen halbschattigen Ort auf dem Balkon, der Terrasse oder an einem geschützten Standort im Garten.

Erfahren Sie hier: Das müssen Sie beim Säen von Tomaten unbedingt beachten.

Tomaten im Gewächshaus, im Topf oder auf dem Balkon pflanzen: Welcher Standort eignet sich?

Wie bereits erwähnt, eignen sich sowohl das Gewächshaus, wie auch der Topf oder der Balkon als Standort für Tomaten. Sollten Sie vorhaben, die Tomaten im Freien anzubauen, dann ist eine gute Licht- und Wärmezufuhr wichtig für eine gute Entwicklung. Teilweise macht Tomaten auch die pralle Sonne keine Probleme, doch wer es zu gut mit der Bestrahlung meint, riskiert Sonnenbrände. Deshalb ist es wichtig, dass die Tomaten auch hin und wieder etwas Schatten abbekommen und ausreichend gegossen werden.

Da es sich bei Tomaten um Starkzehrer handelt, ist ein nährstoffreicher Boden das A und O. Außerdem ist es wichtig, dass das Erdreich locker ist und es sich um ein humoses Substrat handelt. Grobe Bestandteile wie Rindenstücke sollten vermieden werden. Nährstoffärmerer Böden eignen sich nur, wenn Sie regelmäßig mit Gartenkompost, Hornspänen oder Hornmehl gedüngt werden. Außerdem gedeihen Tomatenpflanzen am besten auf einem leicht sauren bis neutralen Boden.

Auch interessant: Auf diese Dinge müssen Sie beim Pikieren der Tomaten achten.

Bei der Wahl des Standorts spielt jedoch auch die Tomatenart eine Rolle: So gibt es auch kleinwüchsige Busch- und Strauchtomaten, die eine überhängende Form besitzen und sich deshalb hervorragend für den Balkon eignen. Dort haben sie meist auch ausreichend Schatten, wenn die Sonne im Sommer zu prall wird.

Anleitung: So pflanzen Sie Tomaten an

Wenn Sie die Tomatenpflanzen aus dem Topf heben und in die Erde geben wollen, sollten Sie ein ausreichend großes Loch graben. Besonders auf die Tiefe kommt es hier an: Denn die Pflanze sollte so tief gesetzt werden, dass die Oberseite des Topfballens sich später fünf Zentimeter unter der Erde befindet. So kann die Pflanze oberhalb des Topfballens noch Wurzeln bilden und hat obendrein einen besseren Stand. Handelt es sich um veredelte Tomatenpflanzen, sollte der Topfballen noch leicht an der Erdoberfläche sichtbar bleiben.

Ein angemessener Dünger hilft der Tomatenpflanze immer - schließlich zehrt sie enorm an den Nährstoffen aus der Erde. Deshalb sollten Sie stets für ausreichend Mist und Kompost im Beet sorgen. Zudem sollten Sie den Boden vor dem Setzen der Tomaten mit Tomatendünger, Kompost aus Pferdemist oder Rinderdung sowie Brennnesseljauche bearbeiten. Sind die Tomaten angepflanzt, sollten Sie noch nicht mit dem Gießen anfangen. Ein paar Tage ohne Wasser regt das Wachstum der Wurzeln an.

Lesen Sie hier: So säen Sie bei sich zu Hause Paprika an.

Was ebenfalls wichtig ist: Eine Rankhilfe. Bis auf Buschtomaten wollen alle Sorten nach oben wachsen und brauchen deshalb einen Spiralstab aus Aluminium oder Edelstahl. Diese lassen sich nach dem Anbau gut reinigen und wiederverwenden. Dazu sollten Sie jedes Jahr vor dem Auspflanzen die Stäbe mit hochprozentigem Alkohol putzen, um Pilzsporen zu entfernen.

Die Rankhilfen kommen gleich beim Auspflanzen mit in die Erde. Die Haupttriebe der Tomaten sollen dabei durch die Spiralen geführt werden, sodass sie fixiert sind.

In welchem Abstand werden Tomaten gepflanzt?

Mindestabstände sind beim Anpflanzen von Tomaten äußerst wichtig. Damit wird eine ausreichende Luftzirkulation in der Erde gewährleistet, außerdem verdunstet überschüssige Feuchtigkeit schneller. Auch Unkraut lässt sich bei größeren Abständen besser entfernen. Deshalb wird in der Regel ein Abstand von mindestens 50 bis 60 Zentimetern innerhalb einer Reihe empfohlen. Zwischen den Reihen sollten 80 bis 100 Zentimeter Abstand gehalten werden.

Erfahren Sie außerdem: Wie lange dürfen eigentlich Gurken gesät werden?

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Gießen Sie Ihren Garten eher abends? Dann machen Sie es falsch. Denn es ist immer noch so heiß, dass der Großteil der Feuchtigkeit verdunstet. Deshalb ist die Mittagszeit auch der schlechteste Zeitpunkt, um die Gießkanne auszupacken. Am besten ist es, die Pflanzen morgens gegen sechs Uhr zu bewässern.
Gießen Sie Ihren Garten eher abends? Dann machen Sie es falsch. Denn es ist immer noch so heiß, dass der Großteil der Feuchtigkeit verdunstet. Deshalb ist die Mittagszeit auch der schlechteste Zeitpunkt, um die Gießkanne auszupacken. Am besten ist es, die Pflanzen morgens gegen sechs Uhr zu bewässern. © pixabay/annawaldl
Oft wird beim Gießen nicht besonders darauf geachtet, wieviel Wasser die Pflanzen eigentlich individuell benötigen. So brauchen Sie mediterrane Pflanzen meist nicht so stark bewässern, da sie schwüles Wetter gewöhnt sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze.
Oft wird beim Gießen nicht besonders darauf geachtet, wieviel Wasser die Pflanzen eigentlich individuell benötigen. So brauchen Sie mediterrane Pflanzen meist nicht so stark bewässern, da sie schwüles Wetter gewöhnt sind. Als Faustregel gilt: Je größer die Blätter, umso mehr Wasser benötigt die Pflanze. © pixabay/annawaldl
Die meisten Hobbygärtner verlassen sich bei der Gartenpflege auf den Rasenmäher mit Fangkorb. Doch dadurch lassen Sie sich eine einfache Gelegenheit den Rasen zu düngen und vor der Hitze zu schützen, durch die Lappen gehen. Lassen Sie stattdessen den Schnitt als Mulch auf dem Rasen liegen - er versorgt ihn mit Nährstoffen und speichert Feuchtigkeit für heiße Tage.
Die meisten Hobbygärtner verlassen sich bei der Gartenpflege auf den Rasenmäher mit Fangkorb. Doch dadurch lassen Sie sich eine einfache Gelegenheit, den Rasen zu düngen und vor der Hitze zu schützen, durch die Lappen gehen. Lassen Sie stattdessen den Schnitt als Mulch auf dem Rasen liegen - er versorgt ihn mit Nährstoffen und speichert Feuchtigkeit für heiße Tage. © pixabay/Counselling
Topfpflanzen bekommen meist genauso viel Zuwendung, wie alle anderen Pflanzen im Garten - doch das ist ein Fehler. Sie brauchen mehr Wasser, da sie von weniger Erde umgeben sind, die die Feuchtigkeit speichern kann. Deshalb müssen Sie täglich ausgiebig bewässert werden. Um die weggewaschenen Nährstoffe wieder herzustellen, brauchen Topfpflanzen zudem eine regelmäßig Düngung.
Topfpflanzen bekommen meist genauso viel Zuwendung, wie alle anderen Pflanzen im Garten - doch das ist ein Fehler. Sie brauchen mehr Wasser, da sie von weniger Erde umgeben sind, die die Feuchtigkeit speichern kann. Deshalb müssen Sie täglich ausgiebig bewässert werden. Um die weggewaschenen Nährstoffe wieder herzustellen, brauchen Topfpflanzen zudem eine regelmäßig Düngung. © pixabay/KIMDAEJEUNG
Zu wenig gießen ist schlecht, aber zu viel gießen, kann auch ein Problem werden. Denn bei Staunässe fangen die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich zu faulen an. Gießen Sie also erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist.
Zu wenig gießen ist schlecht, aber zu viel gießen kann auch ein Problem werden. Denn bei Staunässe fangen die Wurzeln der Pflanzen im Erdreich zu faulen an. Gießen Sie also erst wieder, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist. © pixabay/annawaldl
Das Wasser sollte beim Gießen außerdem nicht auf den Blättern verteilt werden - wie zum Beispiel bei einem Rasensprenger. Feuchte Blätter sind nämlich der perfekte Nährboden für Krankheiten und Pilze. Zielen Sie stattdessen genau auf die Wurzeln oder nutzen Sie ein Tropfbewässerungssystem.
Das Wasser sollte beim Gießen außerdem nicht auf den Blättern verteilt werden - wie zum Beispiel bei einem Rasensprenger. Feuchte Blätter sind nämlich der perfekte Nährboden für Krankheiten und Pilze. Zielen Sie stattdessen genau auf die Wurzeln oder nutzen Sie ein Tropfbewässerungssystem. © pixabay/MIH83
Ein tolle Auswahl an Blumen und Stauden bringt nichts, wenn sie nicht richtig angeordnet sind. Pflanzen, die höher wachsen, sollten in zweiter Reihe stehen, damit die vorderen Blumen gut zu sehen sind und genügend Licht bekommen.
Schon beim Anlegen des Gartens drohen viele Fehler: Ein tolle Auswahl an Blumen und Stauden bringt nichts, wenn sie nicht richtig angeordnet sind. Pflanzen, die höher wachsen, sollten in zweiter Reihe stehen, damit die vorderen Blumen gut zu sehen sind und genügend Licht bekommen. © pixabay/Hans
Beim Anpflanzen scheint das Beet noch ganz leer zu sein - deshalb neigen Hobbygärtner gerne dazu, die Zwiebeln und Samen dicht anzuordnen. Gedeihen die Pflanzen allerdings erst einmal, wird es schnell eng im Beet. Damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachsen behindern, sollten Sie beachten, wie hoch und breit die Pflanzen werden können.
Beim Anpflanzen scheint das Beet noch ganz leer zu sein - deshalb neigen Hobbygärtner gerne dazu, die Zwiebeln und Samen dicht anzuordnen. Gedeihen die Pflanzen allerdings erst einmal, wird es schnell eng im Beet. Damit sie sich nicht gegenseitig beim Wachsen behindern, sollten Sie beachten, wie hoch und breit die Pflanzen werden können - und dementsprechend mehr Platz einberechnen. © pixabay/Gellinger
Auch für das Düngen braucht es ein gutes Händchen. Die einen machen es zu oft, die anderen überhaupt nicht. Doch zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - sollten Sie Ihren Pflanzen diese Nährstoffzufuhr gönnen. Dazu reicht es, dem Boden einfach eine gute Menge Kompost hinzuzufügen.
Auch für das Düngen braucht es ein gutes Händchen. Die einen machen es zu oft, die anderen überhaupt nicht. Doch zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - sollten Sie Ihren Pflanzen diese Nährstoffzufuhr gönnen. Dazu reicht es, dem Boden einfach eine gute Menge Kompost hinzuzufügen. © pixabay/Jing
Wenn manche Pflanzen nicht so wachsen wollen, wie sie sollen, liegt das nicht immer an der Pflege - sondern am Boden selbst. Vielleicht ist er zu sauer oder kalkig, zu sandig oder zu lehmig. Deshalb dürfen Sie nicht vergessen, vorher schon eine Bodenprobe zu nehmen und diese untersuchen zu lassen - damit Sie dem Erdreich den richtigen Dünger zufügen können.
Wenn manche Pflanzen nicht so wachsen wollen, wie sie sollen, liegt das nicht immer an der Pflege - sondern am Boden selbst. Vielleicht ist er zu sauer oder kalkig, zu sandig oder zu lehmig. Deshalb dürfen Sie nicht vergessen, vorher schon eine Bodenprobe zu nehmen und diese untersuchen zu lassen - damit Sie dem Erdreich den richtigen Dünger zufügen können. © pixabay/mjordano

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