Einfach, aber wirksam

Das sollten Sie dringend beachten, wenn Trinkgeld auf der Kreuzfahrt nicht inklusive ist

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Trinkgeld geben auf der Kreuzfahrt: Wie viel muss ich geben? Und wann?

Wer wie viel Trinkgeld auf einer Kreuzfahrtreise gibt, das liegt im eigenen Ermessen der Passagiere - oder nicht? Ein Experte klärt auf, was Sie wissen sollten.

Kreuzfahrten sind nicht gerade günstig. Klar, dass Passagiere dann auch einen einwandfreien Service erwarten. Was aber auch bedacht sein will: Das Personal auf einer Kreuzfahrt verdient meist nicht die Welt und ist teilweise auf Trinkgeld angewiesen.

Trinkgeld geben auf der Kreuzfahrt - das sollten Sie beachten

Sparen Sie also auf der Kreuzfahrt nicht am Trinkgeld, sondern informieren Sie sich vorher, ob auf Ihrer Kreuzfahrt die Service-Gebühr bereits enthalten ist. Wenn nicht, sollten Sie in jedem Fall Trinkgeld geben und sich an die Empfehlungen der Kreuzfahrten halten.

Gegenüber der dpa erklärte Reiserechtsexperte Paul Degott aus Hannover: "Viele denken, das Trinkgeld ist im Reisepreis enthalten. Das ist aber längst nicht bei jeder Reederei so." Allerdings gilt: "Wer in Deutschland eine Kreuzfahrt bucht, kann sich auf die Preisangabeverordnung berufen."

Lesen Sie hier: Stiftung Warentest: Kreuzfahrten unter der Lupe - so gut sind Aida, Tui & Co.

Dort heißt es in Paragraf 1: Preise müssen mit allen Bestandteilen einschließlich der Umsatzsteuer angegeben werden. Diese Regelung greift auch für Reedereien, die ihren Hauptsitz im Ausland haben. "Jeder, der in Deutschland eine Ware oder Dienstleistung anbietet, muss sich an diese Regelung halten." Das könne auch nicht durch Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausgehebelt werden.

Jedoch müssen Reedereien genau angeben, wann das Trinkgeld schon inbegriffen ist und wann nicht. Ist es inbegriffen, müssen Passagiere nicht extra zahlen - können es aber natürlich dennoch bei besonders guten Leistungen. Ist es aber nicht enthalten, sollte man sich an die Empfehlungen halten. Die Royal Caribbean International etwa empfehle Passagieren pro Tag ein Trinkgeld in Höhe von rund zwölf Euro in Kabinen und 14,50 Euro in Suiten.

Lesen Sie hier: So teuer ist eine Kreuzfahrt - und hier müssen Sie draufzahlen.

Mit diesem Kreuzfahrt-Tipp wird der Service an Bord noch besser

Unser Tipp: Sparen Sie sich das Trinkgeld nicht bis zum Schluss auf, sondern geben Sie es den Mitarbeitern verteilt während der gesamten Kreuzfahrt. So wird der Service unterwegs noch besser sein.

Lesen Sie hier: Aus gutem Grund: Warum Sie diese Kabine auf der Kreuzfahrt nicht buchen sollten.

Trinkgeld geben auf Kreuzfahrt: Der Passagier entscheidet

Ob Verbraucherinnen und Verbraucher auf Kreuzfahrten Trinkgeld bezahlen, bleibt ihnen überlassen, erklärte dagegen die Verbraucherzentrale. Ein Passagier auf einer Kreuzfahrt müsse eine ausdrückliche Erlaubnis dazu abgeben, wie viel Trinkgeld abgebucht werden dürfe und ob überhaupt. Das entschied 2017 das Landgericht Koblenz in einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Berge und Meer Touristik GmbH.

Passagieren waren automatisch zehn Euro von ihrem Bordkonto abgebucht worden. Das sei in den AGB so angegeben, verteidigte sich damals die Berge und Meer Touristik GmbH. Doch genau dieses Vorgehen hatte das Landgericht Koblenz untersagt: Kreuzfahrtpassagiere als Verbraucher müssen einer über die Hauptleistung hinausgehenden Zahlung zustimmen.

Lesen Sie hier: Sie haben abgestimmt: Das ist Ihr liebstes Kreuzfahrtschiff für 2019.

Dieses Trinkgeld sollten Sie auf Kreuzfahrten geben

Bei den deutschen Reedereien Aida Cruises und Tui Cruises war das Trinkgeld ohnehin schon immer eingeschlossen - ebenso bei Hapag-Lloyd Cruises. Urlauber können hier lediglich freiwillig einzelnen Mitarbeitern oder der gesamten Crew ein Trinkgeld zukommen lassen. Zuletzt war dann auch Norwegian Cruise Line (NCL) nachgezogen, die für Reisende aus Deutschland einen All-inclusive-Preis angeben.

Als größere Reedereien mit obligatorischem Trinkgeld bleiben jetzt noch MSC Kreuzfahrten und Royal Caribbean. MSC verlangt derzeit zehn Euro pro Tag und Person. Der Betrag kann jedoch von den Reisenden angepasst werden. Bei Royal Caribbean werden 13,50 US-Dollar fällig (rund 12,80 Euro). Auch hier können Reisende die Summe verändern. Weitere Preise finden Sie in der Tabelle.

Lesen Sie hier: Diese Kostenfallen auf der Kreuzfahrt sollten Sie laut Stiftung Warentest kennen.

Reederei

Trinkgeld

AIDA

Im Preis enthalten.

Celebrity Cruises

13 Euro

Costa

Im Preis enthalten.

FTI Cruises

6 Euro

Hapag-Lloyd Cruises

Im Preis enthalten.

Hansa Touristik

5-8 Euro

Hurtigruten

Im Preis enthalten.

MSC

10 Euro

Royal Caribbean International

12,80 Euro

TUI Cruises

Im Preis enthalten.

Viking Ocean Cruises

13 Euro

Auch interessant: Warum Raucher auf der Kreuzfahrt diese Sache im Gepäck haben sollten.

sca / dpa

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende).  © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
2. Unerwartete Impfunverträglichkeit.  © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson.  © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch).  © dpa
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5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber.  © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent).  © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte.  © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum.  © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität.  © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt).  © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten.  © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage.  © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt.  © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes.  © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt.  © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit.  © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist.  © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers.  © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen.  © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark).  © dpa

Video: Tote Fische sollen bald Kreuzfahrtschiffe antreiben

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