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Pokal-Krimi: Lauth rettet die Löwen

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Benny Lauth bejubelt seinen Treffer zum 3:2 © M.I.S.

Osnabrück - Ein hartes Stück Arbeit! Erst nach Verlängerung haben die Löwen am Freitagabend den VfL Osnabrück besiegt und sind in die 2. DFB-Pokal-Runde eingezogen.

Alle Ergebnisse vom Freitag

46 Jahre ist das durchschnittliche Löwen-Mitglied alt. Vor 45 Jahren hat der Giesinger Traditionalistenverein zum letzten Mal was Wichtiges gewonnen. Sollte da etwa ein Zusammenhang bestehen?

Nun, seit einiger Zeit sind die Löwen jedenfalls auf Mitgliedersuche. Und lange Zeit sag es Freitag Abend so aus, als sollte ein Lockmittel in dieser Saison schon in der ersten Pokalrunde verspielt werden. Doch dann kam die 107. Spielminute, dieses scharfe Zuspiel von Stefan Aigner flach von rechts auf den ersten Pfosten; Benny Lauth zischte heran wie „Cars“-Held Lightning McQueen und rammte die Kugel zum 3:2 ins Netz. Noch 13 Minuten zittern, dann war’s vollbracht: zweite Runde, Hände zum Himmel – und 237 000 Euro vom DFB.

Trainer Reiner Maurer reagierte erleichtert:„Dass wir erst in der Velängerung das 3:2 erzielt haben, spricht für die Osnabrücker, aber auch für unsere Moral. In der zweiten Halbzeit haben wir eine ordentliche Leistung gebracht.“

Der Coach hatte der Startelf vom 2:1-Sieg gegen den KSC vertraut, Bülow verteidigte neben Schindler, Benjamin und Stahl bildeten die Doppel-Sechs, Aigner beackerte die rechte Außenbahn. Für Daniel Bierofka blieb nur ein Platz auf der Ersatzbank.

Und der Vizekapitän hatte sich’s kaum bequem gemacht, da lagen seine Mitstreiter auch schon zurück. Glockner war auf links durchgebrochen, seinen Pass in die Mitte konnte Stahl nicht klären, Gardaws­ki legte quer, Wegkamp vollendete mit dem rechten Außenrist: 0:1. Und noch keine Minute war gespielt. Kann ein Auswärtsspiel in Osnabrück dümmer beginnen?

Die Bilder des Spiels

Zehn Minuten dauerte es, bis die Löwen erstmals in den Sechzehner des VfL kamen. Aber schon der erste Anlauf war effektiv. Volland ließ sich von Mauersberger zu Fall bringen, Lauth verwandelte den Elfer souverän flach ins linke Eck (11.) Durchschnaufen? Von wegen!

Osnabrück blieb bissiger, speziell Kevin Kampl bekamen die Löwen nicht in den Griff. Der slowenische U21-Nationalspieler ließ Collin Benjamin im 1860-Mittelfeld regelmäßig älter aussehen, als er ist (fast 33), auch die Ecke zum 1:2 holte der blonde Wirbler raus. Selbst geschossen, Mauersberger gefunden, Kopfball – drin (34.). Und die Löwen konnten froh sein, dass der Rückstand zur Pause nur ein Tor betrug. „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen“, ärgerte sich Sportchef Florian Hinterberger.

Nach dem Wechsel lief’s besser für die weiß gewandeten Sechziger. Dieses Mal gelang ihnen der Blitzstart, VfL-Keeper Riemann ließ einen Flachschuss von Volland ins kurze Eck zischen (47.). Enger am Mann und cleverer nach vorn hieß nun die Devise. Doch auch mit Bierofka für Benjamin (72.) reichte es nicht mehr zur Entscheidung in der regulären Spielzeit. „Wir haben schon mit einer Verlängerung gerechnet im Vorfeld“, meinte Hinterberger süß-sauer lächelnd. „Ich hoffe, wir machen das entscheidende Tor und kassieren keines mehr. Zwei reichen.“

Genauso kam’s. Lauth traf, Király hielt – die Löwen atmen auf. Schlusswort Lauth: „Erst in der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir eine Liga höher spielen.“ Froh war der Kapitän über die Heimreise am Samstag. Vandalen hatten den Löwenbus mit Pflastersteinen beschädigt, so geht’s mit dem Flieger heim. Lauth: „Gut für uns, schlecht für den Busfahrer.“

lk, msch

Der Live-Ticker zum Nachlesen

Löwen-Stars privat

Schema

Osnabrück: Riemann - Riedel (88. Neppe), Fischer, Mauersberger, Salger - Kampl, Hansen - Gardawski (72. Porcello), Glockner, Costa - Wegkamp (72. Idabdelhay). - Trainer: Fuchs

München: Kiraly - Malura (46. Rukavina), Schindler, Bülow, Feick - Stahl, Benjamin (72. Bierofka) - Aigner, Halfar (106. Schäffler) - Lauth, Volland. - Trainer: Maurer

Schiedsrichter: Florian Steuer (Menden)

Tore: 1:0 Wegkamp (1.), 1:1 Lauth (11., Foulelfmeter), 2:1 Mauersberger (34.), 2:2 Volland (48.), 2:3 Lauth (107.)

Zuschauer: 11.000

Gelb-Rote Karten: Mauersberger (109.) Gelbe Karten: Kampl - Malura, Volland, Kiraly

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