Ex-Löwe trifft zum 1:0 für Augsburg – Kurz kündigt „unangenehme Tage“ an

Baier lässt die Löwen leiden

Daniel Baier (m.) netzt zum Tor des Tages ein.
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Daniel Baier (m.) netzt zum Tor des Tages ein.

Jetzt wird das Ganze wirklich zum Komplex. Die Löwen in der Allianz Arena gegen den FC Augsburg – es geriet zum dritten Mal hintereinander zum Freudenfest für die Schwaben.

Nach zwei 0:3-Klatschen in der Vergangenheit verloren die Sechziger diesmal zwar „nur“ 0:1, aber das als Steigerung zu betrachten, wäre mehr als zynisch.

Die Geschichte des Abends schrieb noch dazu ein Ex-Löwe. Daniel Baier hieß der Held in der Allianz Arena. Der 24-Jährige erzielte in der 16. Minute den alles entscheidenden Treffer, in der Entstehung und Ausführung eine absolute Glanznummer. Erst drehte sich Baier wie einst Zinedine Zidane an zwei Löwen vorbei, dann spielte er Doppelpass mit Thurk und anschließend hob der blonde Mittelfeldmann die Kugel mit ganz viel Gefühl über Tschauner ins Tor.

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Ausgerechnet Baier. Das große Talent, das man vor einem Jahr an der Grünwalder Straße nicht mehr haben wollte und froh war, dass er im Sommer 2007 nach Wolfsburg gewechselt ist. Baier (an den FCA ausgeliehen) verzichtete zunächst darauf, nach dem Tor seine Rache auszukosten. Ohne selbst zu jubeln, ließ er sich von den Kollegen beglückwünschen. Als er jedoch in der 81. Minute ausgewechselt wurde und mit schrillen Pfiffen von den Löwen-Fans begleitet wurde, ließ er sich dann doch zu höhnischem Applaus in Richtung der blauen Kurve hinreißen.

Dort, wo wieder mal Enttäuschung und Trauer herrschten. Innerhalb von sechs Tagen kassierten die Löwen die zweite Heimniederlage und in keinem der letzten drei Spiele gelang ihnen ein Tor. Marco Kurz war dementsprechend frustriert. „Die nächsten Tage werden nicht angenehm für die Mannschaft“, kündigte er an. „Wir müssen einfach lernen, eine Schiene durchzuspielen.“

Oder ganz einfach mal früh in Führung gehen. Die Gelegenheit war ja da. Schon wenige Sekunden nach dem Anpfiff hätte es im Tor der Augsburger einschlagen müssen. Nach wundervollem Pass von Benny Lauth lief Timo Gebhart auf Sven Neuhaus zu, schoss den FCA-Keeper jedoch etwas überhastet an. „Wenn der Ball drin gewesen wäre, dann hätten wir uns mit Sicherheit viel leichter getan“, befand der verletzte Daniel ­Bierofka in der Pause am Mi­krofon von Premiere, „wir haben ja sehr gut begonnen.“

Baiers Führungstreffer aber verpasste den Löwen dann einen Knacks, „danach haben wir irgendwie den Faden verloren“, sagte Bierofka.

Und ihn in der zweiten Halbzeit auch nicht mehr gefunden. Zwar setzten die Sechziger zu einem Sturmlauf an, aber meistens mit nur wenig tauglichen Mitteln. Und wenn sie die grüne Mauer mal durchbrechen konnten, dann waren sie nicht clever und abgebrüht genug, um ihre guten Chancen zu nutzen. So wie Fabian Johnson, der den Ball in der 55. Minute am langen Eck vorbei hob. Auch Benny Lauth spielten die Nerven einen Streich. In der 88. Minute stand er nach einem Klasse-Pass von Schäffler allein vor Neuhaus, brachte den Ball aber ebenfalls nicht im Tor unter.

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Das war’s dann wieder mal. Der „goldene Oktober“ (vier Siege wurden da gefeiert) ist nur noch eine schöne Erinnerung, der Blick auf die Tabelle und die Ausbeute (in 13 Spielen nur 17 Punkte) weitaus weniger angenehm.

Und wer weiß, was auf der Delegiertenversammlung am kommenden Samstag alles zur Sprache kommt. Hoffentlich endlich auch die Wahrheit über die mehr als prekäre finanzielle Situation. Rigorose Sparmaßnahmen hat Vizepräsident Dr. Michael Hasenstab eingefordert, nicht jeder Verantwortliche im Verein scheint Lust zu haben, dabei mitzumachen. Und Aufsichtsrat Willi Mantel ist aus dem Finanzausschuss zurückgetreten. „Weil man mir nicht die Wahrheit sagen will“, begründete er.

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Quelle: tz

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