Aus der Lagerhalle auf die EM-Bühne

Märchenhafter Aufstieg von Ex-Löwe Holebas

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Jose Holebas (l.) spielte mit den griechen bei der EM bislang ein Mal unentschieden, das zweite Spiel gegen Russland ging verloren.

Warschau - Jose Holebas hatte mit dem Fußball bereits abgeschlossen. Als er dann doch wieder anfing, kickte er in der Kreisliga. Die EM-Teilnahme mit Griechenland ist für den 27-Jährigen Ex-Löwen ein Traum.

Aus der kleinen Lagerhalle auf die große EM-Bühne, aus der Kreisliga in die Nationalmannschaft: Jose Holebas hat einen märchenhaften Aufstieg hinter sich - dabei hatte der 27-Jährige mit dem Fußball bereits abgeschlossen. Als seine Kreisauswahl-Kumpels Marcel Schäfer und Daniel Baier bereits Profis waren, hing der talentierte Holebas im zarten Alter von 18 Jahren die Schuhe an den Nagel. Seine Freundin war schwanger, Holebas brach seine Vereinslaufbahn und die Lackiererlehre ab. Als Lagerarbeiter verdiente er sein Geld im Schichtdienst.

Dass der Aschaffenburger knapp zehn Jahre später mit der griechischen Nationalmannschaft am Samstag (20.45 Uhr/ZDFinfo) in Warschau gegen Russland bei der EM um den Einzug ins Viertelfinale kämpft, hat er seinem Onkel zu verdanken. Er habe damals schlechten Umgang gehabt und viel Blödsinn verzapft, räumt Holebas ein.

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Doch der Onkel redete auf den jungen Vater ein - mit Erfolg. Holebas lief nach einjähriger Pause für den SV Damm in der Kreisliga auf. Sein Onkel habe ihm „den Arsch gerettet“, sagt Holebas. Nach drei Aufstiegen mit Damm und einer erfolgreichen Saison bei Viktoria Kahl in der Landesliga wechselte Holebas mit 22 Jahren zu den Amateuren von 1860 München. „Ich bin ein Typ, der nie aufsteckt“, sagt Holebas. Er biss sich bei den Löwen durch.

Sein Zweitliga-Debüt gab er 2007, doch dann geriet der steile Aufstieg etwas ins Stocken. Doch Holebas wurde erneut geholfen. Der neue 1860-Trainer Ewald Lienen schulte den Offensivspieler zum linken Außenverteidiger um. „Lienen habe ich viel zu verdanken“, sagt Holebas.

Als Lienen 2010 zu Olympiakos Piräus wechselte, nahm er Holebas für ein Jahresgehalt von 200.000 Euro mit. „Der Wechsel war ganz gut für mich. Bei den Löwen kam ich von der zweiten Mannschaft, da bist du immer abgestempelt als der Kleine und Unerfahrene. Jetzt bin ich gereift und spiele auch ganz anders“, erklärt Holebas, der mit Piräus zwei griechische Meistertitel gewann und die Europacup-Saison des deutschen Champions Borussia Dortmund beendete.

Durch seine guten Leistungen im Verein wurde Holebas auch für die Nationalmannschaft interessant. Den Impuls hatte sein griechischer Vater Achilles gegeben. „Aber es war dennoch ein langer Papierkrieg“, sagt Holebas, dessen Marktwert bei rund 2,7 Millionen Euro liegt. Doch im vergangenen Jahr hat es geklappt. Daher ließ Holebas seinen Nachnamen in Cholevas ändern, da im griechischen Alphabet weder „h“ noch „b“ existieren. „Für Deutschland war es zu spät. Aber dadurch, dass mein Vater Grieche ist, bekenne ich mich zu Griechenlands Nationalmannschaft“, sagt Holebas.

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Bender
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Mit der EM-Teilnahme erfüllte sich für den Vater einer Tochter ein Traum - die ersten beiden Spiele gegen Co-Gastgeber Polen (1: 1) und Tschechien (1:2) verliefen aber nicht nach Wunsch. Griechische Medien gaben Holebas zumindest eine Teilschuld an den drei Gegentoren. „Ich weiß genau, was passiert ist. So etwas kann passieren, darf es bei einem solchen Turnier aber nicht“, räumt Holebas ein.

Bei seinen Teamkollegen ist er dennoch akzeptiert. Auch wenn sich Kapitän Georgios Karagounis wünscht, dass er ein paar griechische Worte mehr verstehen würde.

sid

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