Was einer, der mit Cissé und Mexes gespielt hat, bei 1860 will

Herr Béda sucht das Glück…

Neuzugang Mathieu Béda hat sich viel vorgenommen.
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Neuzugang Mathieu Béda hat sich viel vorgenommen.

Bad Radkersburg - Eine Flucht aus Deutschland kam für ihn nie infrage.

Nachdem seine zweieinhalb Jahre beim 1. FC Kaiserslautern als alles andere als erfolgreich bezeichnet werden können, hofft Mathieu Béda, in München und beim TSV 1860 endlich sein Glück hierzulande zu finden. Mit Lautern ist er aus der ersten Liga abgestiegen, mit Lautern kämpfte er anschließend mühsam gegen den Absturz in die 3. Liga, und in Lautern wurde er am Ende der vergangenen Saison vom neuen Trainer Milan Sasic suspendiert und kaltgestellt.

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Sasic – auch im Trainingslager in Bad Radkersburg wird Béda sofort mit diesem Namen konfrontiert.

„Bitte nicht schon wieder“, sagt der Franzose und verdreht genervt die Augen. Dann aber gibt er doch Auskunft: „Sasic und ich waren halt, was Fußball anbetrifft, komplett gegenteiliger Meinung.“ Und Béda kam mit der Art des Lauterer Trainers nicht zurecht. „Zu viel Autorität ist auch nicht gut“, findet er.

Klar, einer, der in Südfrankreich aufgewachsen ist, in einem Fischerdorf zwischen Cannes und Nizza, nimmt das Leben gern auch mal etwas locker. Dass er deshalb eventuell auch mit Marco Kurz zusammenrasselt, glaubt der Abwehrmann nicht: „Die ersten Gespräche mit dem Trainer und Stefan Reuter haben mich schnell davon überzeugt, dass 1860 die richtige Entscheidung ist.“

Zwar gab’s für den 26-Jährigen auch ein Angebot eines deutschen Erstligisten, aber das, so sagt Béda, sei eigentlich kein Thema für ihn gewesen: „Es ist doch besser, zu 1860 zu wechseln als zu einem kleinen Verein in der ersten Liga.“

Solche Sätze kommen natürlich gut an bei den Löwen-Fans, und ein bisschen Einschleimen sei ihm ja auch gestattet.

Schließlich ist Béda schon lang genug Profi, hat etliche Stationen in Frankreich und Belgien (Cannes, Bordeaux, Nancy, St. Truiden, Lüttich) hinter sich und kennt das Geschäft.

Ende der Neunziger Jahre zählte er sogar zu den hoffnungsvollsten Talenten der Franzosen. Béda: „Ich gehörte zu der Generation von Spielern wie Cissé und Mexes, habe mit ihnen auch in den Junioren-Nationalmannschaften gespielt, ehe mich eine schwere Verletzung in der weiteren Entwicklung leider erstmal gebremst hat.“ Abgehakt. In die französische A-Nationalmannschaft wird es Béda höchstwahrscheinlich in diesem Leben nicht mehr schaffen, aber mit den Löwen glaubt er, durchaus eine erfolgreiche Saison spielen zu können. Und jetzt nicht hauptsächlich, weil man ihn verpflichtet hat, „sondern, weil wir so viele gute Offensivspieler haben“.

Und er hofft, dass er zumindest auf eins der drei Wörter, die er als erste in Deutsch gelernt hat, nach Spielen der Löwen nur ganz selten zurückgreifen muss. Und die wären? Beda grinst: „Bitteschön, dankeschön, Scheiße…“

Quelle: tz

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