Ismaik sagt ab! Kein Geld für Winter-Zugänge

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Dieter Schneider (l.) mit Hasan Ismaik bei einem Löwen-Spiel in der Allianz Arena

München - Nach tz-Informationen sieht Hasan Ismaik keinen Sinn mehr in einem Treffen mit seinem Widersacher Dieter Schneider. Er hat den Krisengipfel abgesagt. Für Winter-Zugänge gibt es kein Geld vom Investor.

Hasan Ismaik, Dieter Schneider, Lori-Ann Campbell (Ismaik-Anwältin), Hamada Iraki, Franz Maget, Siegfried Schneider – in dieser Zusammensetzung sollte der Aufsichtsrat der 1860-Profi-KGaA am heutigen Freitagabend an der Grünwalder Straße zusammenkommen, um zu kitten, was vielleicht noch zu kitten ist. Sollte…

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Denn am Donnerstagnachmittag platzte die Bombe! Ismaik sagte seinen München-Besuch kurzerhand ab, die Sitzung war hinfällig. Den offiziellen Grund („zeitliche Probleme“) glaubten freilich nicht mal die naivsten Gemüter. Der Investor sah schlicht keinen Sinn in einem Treffen mit seinem Widersacher Dieter Schneider. Die Partnerschaft zwischen den beiden 1860-Gesellschaftern sei nicht mehr mit Leben gefüllt, hieß es, Investitionen unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich. Schluss, aus, vorbei? Zumindest in dieser Transferperiode wird es keine neuen Darlehen für Spieler geben.

Sind die Löwen nun also schon am Ende, bevor die angeblich so verheißungsvolle Zukunft mit dem Investoren-Geld begonnen hat? Der Showdown ist jedenfalls nur aufgeschoben. Und die Leidtragenden sind mal wieder die Fans. Wer will sich schon mit einem Kasperltheater identifizieren, das wohl nicht mal die PR-Berater von Christian Wulff schlimmer hinbekommen hätten.

In Sachen Image ist nun jedenfalls nicht mehr viel Luft nach unten bei den Löwen. Das Gebot der Stunde: Friedensappelle verschicken! Der e.V.-Aufsichtsrat mit dem Vorsitzenden Otto Steiner habe sich am Donnerstagvormittag „erneut mit der aktuellen, gespannten und für alle Seiten unerfreulichen Situation befasst“, hieß es in einer um 17.25 Uhr versandten Erklärung. „Die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen beiden Parteien scheint momentan nicht mehr gegeben zu sein.“ Die Forderung des Gremiums: „Der Präsident, der Geschäftsführer der KGaA und der Investor sind aufgefordert, in dieser laufenden Saison wieder gemeinsam an einem Strang zu ziehen (...) Wir bitten auch die Investorenseite dringend, die geplanten Investitionen für diese und nächste Saison nicht zurück zu ziehen und dadurch die Stabilität der KGaA und des Vereins zu gefährden!“ (Die komplette Erklärung finden Sie hier)

Eine Bitte, die zumindest für die Restsaison vergebens war. 19 Minuten später wurde die zweite Presseerklärung verschickt, die der Profi-KGaA, in der „sämtliche Transferbemühungen“ für eingestellt erklärt wurden. Auch dem ablösefreien Guillermo Vallori musste Sportchef Florian Hinterberger am Abend absagen.

Nun geht’s also auf Sparflamme weiter. Völlig offen ist, ob unter diesen Voraussetzungen die auslaufenden Verträge mit Aigner, Rukavina, Rakic & Co. verlängert werden können. Planen wird zum blauen Fremdwort.

Dazu kommt: Schon im März müssen bei der DFL die Lizenzierungsunterlagen für die Saison 2012/13 eingereicht werden. Durch das strukturelle Defizit – die Kosten übersteigen die Einnahmen bei weitem – droht den Sechzigern schon bald das nächste Liquiditätsloch. Und ohne die Aussicht auf frisches Geld wären dann halt wieder Spielerverkäufe angesagt, zum Beispiel Daniel Halfar. Auch aktuell soll es Interesse geben. Laut Rhein-Neckar-Zeitung ist Hoffenheim an Stefan Aigner dran – schon jetzt im Winter, wo er den Löwen noch Ablöse bringen könnte. Es bleibt spannend. Unerfreulich spannend.

lk

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Szttrec

Quelle: tz

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