Lerchenberg über 1860: Folterkeller statt Harem

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Michael Lerchenberg ist Schauspieler und Löwen-Fan

München - Für Schauspieler Michael Lerchenberg sind die Löwen ein klarer Fall für die DFL. In seiner tz-Expertenkolumne fordert er ein Eingreifen. Als Fan fühlt er sich wie im Folterkeller.

Meine Löwen und ihr Märchen aus ­tausendundeiner Nacht. Leider befinden wir uns da nicht im Harem, sondern im ­Folterkeller. Der Investor macht mittlerweile, was er will. Das mag vielleicht die arabische Art sein, aber bestimmt nicht jene, die ich gutheiße.

Und wenn ich jetzt höre, dass nur dann neue Spieler von Herrn Ismaik finanziert werden, wenn Präsident Schneider zurücktritt, dann muss ich feststellen: Das ist ein klarer Fall für die DFL. Es ist doch eindeutig, dass hier gegen die 50+1-Regel verstoßen wird. Wozu gibt es denn diese Kontrollrichtlinien?

Ich empfinde es schlichtweg als Feigheit der DFL, dass sie sich bisher noch nicht in unseren Fall eingemischt hat. Der Verein braucht Hilfe. Aber die DFL juckt das nicht, wahrscheinlich erst dann, wenn es heißt: Lizenzentzug!

Sollte jetzt Schneider seinen Posten räumen müssen, dann empfände ich das als sehr, sehr bedauerlich. Dieser Mann verdient meinen höchsten Respekt, für mich ist er die positivste Erscheinung im Verein seit Jahrzehnten. Aber ich könnte verstehen, wenn er selbst inzwischen sagt: „Wisst ihr was, rutscht mir doch alle den ­Buckel runter.“ Und wenn er weg ist, dann wird es bei uns zugehen wie in einem ­arabischen Basar.

Ich selbst verliere auch langsam die Lust an meinem Verein. Es ist einfach nur noch ein Affenzirkus. Die Spieler überlegen sich doch auch, ob sie mit diesem Quark noch ­etwas zu tun haben wollen. Bei Stefan Aigner zum Beispiel muss der Vertrag verlängert werden. Aber der denkt sich wahrscheinlich: Mit welchem Irrsinnshaufen habe ich es hier eigentlich zu tun…?

Michael Lerchenberg

Quelle: tz

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