„Der Gegner ist uns in allen Belangen überlegen“

Löwen unterliegen Waldhof nach desaströser erster Halbzeit - Staude vergibt Elfmeter

Nach dem ersten Auswärtssieg folgte nun die Ernüchterung gegen Mannheim.
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Nach dem ersten Auswärtssieg folgte nun die Ernüchterung gegen Mannheim.

Es sollte der Sprung Richtung Spitzengruppe werden - es wurde der (vorläufige) Abpfiff der Aufholjagd. Am Samstag gegen Magdeburg hilft 1860 jetzt nur ein Sieg.

München – Michael Köllner kratzte sich am Bart und wirkte ratlos wie selten. Gerade mal 20 Minuten waren gespielt, als sich die Nachholpartie gegen Mannheim in Richtung Heimdesaster entwickelte. Der SV Waldhof lag völlig verdient mit 2:0 in Führung – weil Marc Schnatterer und Dominik Martinovic eiskalt zuschlugen (13., 20.) und nicht nur bei ihren Toren Katz und Maus mit der 1860-Verteidigung spielten. Die Antwort der Löwen? Lange kam wenig bis nichts, nach der Pause zumindest ein Aufbäumen, doch am Ende stand die große Ernüchterung: 1:3 – mehr als das Anschlusstor von Richard Neudecker (66.) war nicht mehr drin. Der eingewechselte Keanu Staude verschoss noch einen Handelfmeter (75.). Martinovic beseitigte in der Nachspielzeit letzte Zweifel. Die kleine Aufholjagd im Aufstiegskampf – sie ist beendet, kaum dass sie vom Löwen-Trainer ausgerufen wurde.

„Wir haben eine schlechte erste Halbzeit gespielt“, sagte Köllner am Magenta-Mikro: „Wir sind mit dem Wind nicht zurechtgekommen, glücklich mit 0:2 in die Pause gegangen. Es hätte auch 3:0, 4:0 für Mannheim stehen können. Hinten raus haben wir leider klarste Chancen liegen lassen – und dann ist es schwer, so ein Spiel noch zu drehen.“ Waldhof-Coach Patrick Glöckner hob den furiosen Start seines Teams hervor: „Wir haben eine perfekte erste Halbzeit gespielt!“

Waldhof Mannheim geht mit Doppelschlag in Führung

In der Tat war es zu Beginn der Partie ein Klassenunterschied, der den Tabellenvierten (vor dem Anpfiff) vom Neunten trennte. Die Entstehung der ersten beiden Tore spricht Bände. Wendige Waldhöfer rannten auf die Viererkette der Löwen zu – auf eine Deckung, die nicht nur im Kopf zu langsam ist (schon in den Spielen zuvor, in denen ohne den verletzten Niki Lang zu viele Gegentore fielen). Nach Semi Belkahias Bock kurz nach dem Anstoß konnte Marco Hiller gerade noch klären, doch beim 0:1 fackelte Schnatterer nicht lange und traf humorlos aus 15 Metern unter die Latte.

Mannheimer Zielstrebigkeit auch vor dem 0:2: Hackentrick von Marco Höger nach einer Ecke, Jesper Verlaat stochert an der Kugel vorbei – nicht jedoch Martinovic, der schon den Führungstreffer eingeleitet hatte. „Wir kommen zu spät in die Zweikämpfe, sind insgesamt nicht aggressiv genug“, kritisierte Oliver Beer. Das bittere Zwischenfazit des Köllner-Assistenten: „Der Gegner ist uns in allen Belangen überlegen.“

Glück für 1860 nach der Pause - dann vergibt Staude Elfmeter zum Ausgleich

Ein vernichtendes Urteil, das nach der Pause nicht mehr zutraf. 1860 kam mit Wut aus der Kabine, erspielte sich Chancen und schien das Glück zu erzwingen. Neudecker fasste sich ein Herz und sah erfreut zu, wie Königsmann seinen Distanzschuss ins Netz flutschen ließ. Glück hatte auch Dennis Dressel, der nach einem rüden Foul gegen Saghiri nur Gelb sah (68.). Wenig später dann: Elfmeter für 1860 – Donkor war mit dem Arm zum Ball gegangen. Staude hatte die Szene erzwungen und fühlte sich bemüßigt, auch zum Punkt zu schreiten. Erstaunlich, dass die Platzhirsche das zuließen. Staudes müder Schuss landete in Königsmanns Armen. Für 1860 war es die letzte dicke Chance, dem Spiel noch eine Wende zu geben.

Köllner wirkte erstaunlich gefasst, als er an die nächste Prüfung dachte. Seine Devise: „Durchschnaufen! Und dann müssen wir am Samstag gegen Magdeburg alles raushauen, dass wir da zu Punkten kommen.“ Ohne Phillipp Steinhart übrigens. Köllners Mr. Unverzichtbar handelte sich eine Gelbsperre ein. (Uli Kellner)

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