Personalgipfel bei 1860 - Bleibt Rukavina doch?

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Die Löwen kassieren das 1:2 gegen Osnabrück - die Defensive wirkte in der bisherigen Saison nicht immer sattelfest

München - Die Abwehrarbeit des TSV 1860 bereitet weiter Sorgen. In den nächsten Tagen kommt es zu einem Personalgipfel. Möglicherweise bleibt Antonio Rukavina doch ein Löwe.

Bei aller Erleichterung über das Weiterkommen im Pokal, die 287 000 Euro TV-Prämie vom DFB und zwei Tore von Kapitän Benny Lauth – das beherrschende Thema bei den Löwen ist und bleibt die teils abenteuerliche Abwehrarbeit.

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Auch beim schwer erkämpften 3:2 in Osnabrück (Auslosung am Samstag in Sky) funktionierte die blaue Defensive in etwa so zuverlässig wie dieRolltreppe am Holzkirchner Bahnhof. Eine Fehlerkette (Malura, Stahl, Feick) vor dem 0:1, Disziplinlosigkeit bei der Ecke zum 1:2 (Stahl, Aigner) – ohne den herausragenden Gabor Király hätten die Löwen an der Bremer Brücke wohl der Katz’ gehört.

Sechs Gegentore in drei Pflichtspielen stehen zu Buche, davon mindestens fünf nach persönlichen Fehlern. Kein Wunder, dass sich 1860-Trainer Reiner Maurer und Sportchef Florian Hinterberger inzwischen fast täglich für ihre Personalpolitik rechtfertigen müssen. Vor allem Rechtsverteidger Dennis Malura (27) steht in der Kritik. Hat der Zugang aus Erfurt das Zeug für die zweite Liga? „Ganz klar ja“, sagt Hinterberger. Und Maurer ergänzt: „Von der Athletik her ist er unser bester Spieler.“

Das Problem sei die Psyche, die noch fehlende „mentale Wettkampfhärte“, wie es Hinterberger umschreibt. Am Freitag holte sich Malura schon nach zwölf Minuten die gelbe Karte ab, nachdem er bei Einwurf Osnabrück den Ball weggeschlagen hatte. Danach wandelte er mehrmals am Rande des Platzverweises, folgerichtig wechselte ihn Maurer zur Pause aus und brachte Antonio Rukavina. Womit wir bei der nächsten Frage wären: Können die Löwen den soliden Serben guten Gewissens weiterverkaufen? „Nach wie vor ist unsere Information die, dass wir Einnahmen brauchen und Ausgaben reduzieren sollen“, sagt Hinterberger diplomatisch. Diese Woche soll in einem Gespräch mit der Klubführung erörtert werden, ob es angesichts der angespannten Personalsituation zielführend ist, so weiterzumachen. Am kommenden Samstag in Cottbus könnte Rukavina jedenfalls in der Startelf stehen – sagen sowohl Maurer als auch Hinterberger. Das Leistungsprinzip sei auch bei 1860 weiterhin relevant.

Ein Fakt, der auch die Personalie Collin Benjamin mehr als nur streift. Bislang konnte der vom HSV gekommende Namibier nur außerhalb des Platzes punkten – mit seinem Charme. Mit Daniel Bierofka macht ihm bei 1860 nun ein anderer Routinier den Platz als Sechser streitig. Am Freitag kam der Vizekapitän in der 72. Minute für Benjamin ins Spiel und löste seine Aufgabe laut Maurer „sehr gut. Offensiv war Biero besser als zuvor Collin.“ Trotzdem dürfte Benjamin seinen Stammplatz einstweilen noch sicher haben, zumal ein Auswärtsspiel ansteht. „Bei Collin merkt man, dass er Spiele braucht, aber er wird kommen“, sagt Hinterberger, der sich auch im Fall des dritten Zugangs, Arne Feick, „keine Sorgen“ macht. „Er spielt ganz ordentlich auf links.“

1860 siegt in Osnabrück: Bilder & Einzelkritik - Drei Löwen verdienten sich Note 2

Hier sehen Sie die Bilder vom DFB-Pokal-Spiel der Löwen beim VfL Osnabrück. © M.I.S.
Reiner Maurer am Spielfeldrand. © Getty
Wann geht's endlich los? © Getty
Jetzt! © Getty
Und wie es losgeht! Das 1:0 für Osnabrück fällt schon in der ersten Minute. © AP
Nach einem Schnitzer von Stahl netzt Wegkamp (3.v.l.) ein und jubelt mit den Kollegen. © AP
Was für ein Fehlstart! © Getty
Schauen wir ... © M.I.S.
... mal ein wenig auf Reiner Maurer. © Getty
Der Löwen-Coach kann nicht zufrieden sein. © Getty
Und ist es auch nicht! © Getty
11. Minute: Es gibt Elfmeter, da helfen auch die VfL-Beschwerden nichts. © Getty
Benny Lauth lässt sich die Chance nicht nehmen und netzt flach links ein. © M.I.S.
Der Kapitän jubelt mit seinen Kollegen. © AP
Nach gut einer halben Stunde der nächste Schock: Mauersberger trifft nach einer Ecke. © Getty
Hier das Tor aus einer anderen Perspektive. © AP
Osnabrück jubelt. © AP
Die Löwen sind bedient. © AP
Drittligist VfL Osnabrück gibt sich forsch. © AP
Und die Führung ist nicht mal unverdient. © dapd
Die Osnabrücker nehmen die Führung mit in die Pause. © Getty
Für die Löwen heißt es: Ärmel hochkrempeln! © M.I.S.
Prompt trifft Kevin Volland (r.) nach Wiederanpfiff auf Vorlage von Halfar mit einem tollen Schuss zum 2:2 - wobei auch Keeper Riemann nicht ganz unschuldig ist, der den Ball passieren lässt. © Getty
Volland ist Vorbereiter Halfar dankbar. © M.I.S.
Da ist er auch schon, der Vorbereiter: Daniel Halfar (hinten). © M.I.S.
Ein kleines Rätsel: Was will uns VfL-Coach Uwe Fuchs mit diesen Gesten sagen? © Getty
Wir wissen es nicht. © Getty
Aber er sicherlich. © Getty
Osnabrück-Spieler Florian Riedel muss kurz vor Ende der regulären Spielzeit verletzt raus. © AP
Nach 90 Minuten steht's 2:2. © Getty
Dann kommt Lauth! Der Kapitän trifft in der Verlängerung zum 3:2! © M.I.S.
Die Löwen jubeln! © M.I.S.
Danach ist noch Zittern angesagt. © AP
Doch es reicht! Endstand 3:2, die Löwen stehen in der 2. Runde. Lesen Sie nun die Einzelkritik. © M.I.S.
Király: Behielt als Einziger in der Löwen-Defensive vor der Pause den Durchblick. Strahlte viel Ruhe aus. Note: 2 © Getty
Malura: Ließ sich vor dem 0:1 überlaufen. Sah wegen Ballwegschlagens bei einem Einwurf früh gelb. Blieb akut Gelb-Rot gefährdet in der Kabine. Note: 5 © sampics
46. Rukavina: Der Serbe, dessen Gehalt sich die Löwen nicht mehr leisten wollen, zeigte einige gute Flankenläufe. Note: 3 © Getty
Schindler: Hatte zunächst Probleme, die quirligen Osnabrücker zu fassen zu bekommen. Note: 4 © Getty
Bülow: Nach hinten naja, nach vorne so lala. Note: 4 © Getty
Feick: Beschränkte sich auf Abwehrarbeiten. Note: 3 © sampics
Benjamin: Verlor einige Male den Überblick. Die fehlende Spielpraxis der vergangenen beiden Jahren ist ihm anzumerken. Note: 4 © sampics
72. Bierofka: Brachte noch einmal Schwung. Note: 3 © Getty
Stahl: Klops vor dem 0:1, als er im eigenen Strafraum den Ball verlor. Hinderte Mauersberger beim 0:2 nicht am Kopfball. Note: 4 © Getty
Aigner: In der ersten Halbzeit kaum zu sehen. Nach dem Wechsel aktiver. Vorlage zum 3:2. Note: 3 © Getty
Halfar: Versuchte immer wieder, das Spiel über links voranzutreiben. Note: 3 © Getty
106. Schäffler o.B. © sampics
Lauth: Blieb beim Elfmeter eiskalt. Belohnte sich selbst für seine starke Leistung dann mit dem 3:2. Note: 2 © Getty
Volland: Holte geschickt den Elfmeter heraus. Traf selbst – mit gütiger Mithilfe von VfL-Keeper Riemann – zum 2:2. Note: 2 © Getty

Also alles halb so wild? Zumindest stimmt die Moral bei 1860, wie am Freitag keiner zu betonen vergaß. Ob das auf Dauer reicht, wird sich zeigen. Wie sagte Maurer in Osnabrück auf die Frage, ob jetzt Ruhe einkehren werde in München: „Ja, zumindest bis zum nächsten Samstag.“

lk, lw

Quelle: tz

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