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TSV 1860 hadert mit Niederlage in Mannheim: „Total unglücklich, total nervig“

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Von: Uli Kellner

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Hart am Mann, aber mit Pech vor dem 0:1: Leo Morgalla, 17, überzeugte beim Startelfdebüt – bis auf eine Szene.
Hart am Mann, aber mit Pech vor dem 0:1: Leo Morgalla, 17, überzeugte beim Startelfdebüt – bis auf eine Szene. © Sven Leifer

Der TSV 1860 muss im Aufstiegskampf einen herben Dämpfer hinnehmen. Die Löwen verlieren vor der Länderspielpause ersatzgeschwächt in Mannheim.

Mannheim – Es rauchte, knallte und zischte im Gästeblock, immer wieder während des Spiels, aber mit Ausnahme der (zurückgekehrten) „Pyromanen“ unter den 1860-Fans konnte keiner mit diesem Nachmittag in Mannheim zufrieden sein. Vier neue Corona-Verdachtsfälle sorgten dafür, dass die Löwen entscheidend geschwächt in das Verfolgerduell beim SV Waldhof gingen.

Mit zwei Handelfmetern (4., 66. Minute) machte sich Michael Köllners Team das Leben auch selber schwerer als nötig. Die 0:3-Niederlage, die nach 90+6 Minuten feststand, war zwar keine Schande, weil 1860 nach Kräften dagegen hielt, unter dem Strich war es aber ein schwerer Dämpfer im Aufstiegskampf für den bisherigen Tabellenfünften. Und: Man nimmt das bittere Ergebnis mit in die Länderspiel- bzw. Totopokalpause.

TSV 1860: Dressel, Moll, Lang und Belkahia fehlen kurzfristig

„Total unglücklich, total nervig“, kommentierte der scheidende Abwehrchef Stephan Salger: „Wir mussten viele Pillen schlucken. Ich habe kein Spiel gesehen, das 3:0 ausgehen muss.“ Der zweite Elfmeterpfiff sei „ein Witz“ gewesen: „Es ist bitter, so nach Hause zu fahren.“

Die gute Nachricht vor dem Anpfiff: Der werdende Vater Marcel Bär traf rechtzeitig in Mannheim ein. Für ihn hieß es: Stadion statt Kreißsaal. Die schlechte Nachricht: Vier weitere Stammkräfte neben dem gelbgesperrten Stefan Lex mussten überraschend in München bleiben. Belkahia, Dressel, Lang und Moll, ausgerechnet vier Defensivspieler. Verdacht auf Corona, wie ein hochrangiger Vereinsvertreter gegenüber unserer Zeitung verriet. „Ich habe die Spieler gesehen“, sagte er: „Einige hatten’s im Hals, andere sahen allgemein nicht gut aus. Einige der Schnelltests waren nicht eindeutig. Wir wollen nicht, dass so etwas passiert, was wir rund um das Pokalspiel gegen Karlsruhe erleben mussten.“ Am Abend bestätigte 1860 in drei der vier Fällen positive PCR-Tests und die erforderliche Isolation der Spieler.

Zur Erinnerung: Nach dem KSC-Spiel fielen neun Profis für das nachfolgende Ligaspiel in Köln aus. Die Notelf der Löwen streckte sich damals und siegte dank Bär mit 1:0. Gestern fing das Spiel bereits ungünstig an. Keine zwei Minuten waren gespielt, als der Ball nach einer teamübergreifenden Kopfball-Stafette im Strafraum an den linken Arm von Leandro Morgalla, 17, sprang. Der Startelf-Debütant wusste dem Blick nach, dass der Elfmeterpfiff unausweichlich sein würde. Proteste gab es kaum, dafür das nächste Unglück. Martinovic trat an, Hiller parierte per Fuß, doch beim Abpraller war Costly schneller als alle Löwen. Der Nachschuss saß, und die Aufgabe bei Waldhofs Premiumoffensive wurde nicht einfacher mit diesem frühen Rückstand.

TSV 1860: Ein gebrauchter Nachmittag

Man sah den Rumpflöwen weiter das Bemühen an, aber auch einige Ratlosigkeit im Zusammenspiel. Die neuen Flügel – Kevin Goden (links) und Fabian Greilinger (rechts) – hauten sich rein, aber die Schlitzohrigkeit von Lex ging 1860 ebenso ab wie Molls Kommandos und Dressels Balleroberungen. Erik Tallig auf der Sechs war um ordnende Bälle bemüht, aber im Strafraum kamen selten Bälle an. Ein Übriges tat die Mannheimer Monsterkulisse, die dank sanges- und zündelfreudiger Ultra-Rückkehrer noch feuriger war als sonst bei diesem Traditionsduell.

Aus der Pause kamen die Gäste mit neuem Mut, doch ohne die Möglichkeit, personell groß nachzulegen. Als Köllner ein Junglöwenrudel von der Leine ließ (erst Knöferl, Mannhardt, später auch Cocic), war das Spiel bereits entschieden. Boyamba hatte den zweiten Handelfmeter an diesem Nachmittag sicher verwandelt (66./Sünder diesmal: Goden), und Sohm in der Nachspielzeit hatte wenig Mühe, das Ergebnis in eine Höhe zu schrauben, das heftiger klingt, als es vom Spielverlauf her war. (Uli Kellner)

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