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Winklers Löwen gehen unter

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TSV 1860 München II Tarik Camdal
„Keine Ausrede“ dürfe das Dilemma sein, betonte etwa Tarik Camdal. Man habe „Gas geben“ wollen. © Sampics

TSV 1860 II - Die U 23 bekam eine herbe 1:5-Abfuhr von den Stuttgarter Kickers. „Keine Ausrede“ dürfe das Dilemma sein, betonte Tarik Camdal. Morgen soll Memmingen dafür büßen

die Profis des TSV 1860 bei der 5:1-Gala über den KSC mit dem höchsten Saisonsieg noch den Frust von der Seele geschossen. Tags darauf offenbarte Bernhard Winklers U 23 einen etwas weniger routinierten Umgang mit der aktuellen Misere des Vereins. Zwar war das Resultat das selbe, die Junglöwen aber waren beim 1:5 gegen die Stuttgarter Kickers böse unter die Räder gekommen. Wenngleich jeglicher Zusammenhang mit der drohenden Insolvenz sowohl von offizieller Seite als auch von den Akteuren bestritten wurde, hatte man doch die höchste Heimpleite seit etwa dreieinhalb Jahren (1:5 gegen den FSV Frankfurt/6. Oktober 2007) hinnehmen müssen.

„Keine Ausrede“ dürfe das Dilemma sein, betonte etwa Tarik Camdal. Man habe „Gas geben“ wollen, zudem sei ohnehin „am Spieltag die Konzentration nur auf das Spiel“ ausgerichtet. Auch sein Trainer unterstrich, dass die Demontage „nichts mit der Situation zu tun hat“, schließlich habe bislang „noch keiner auf sein Geld warten müssen“. Gewiss hatten einige Faktoren zu dieser Abfuhr beigetragen. Zum einen agierte die Winkler-Elf von Beginn an nervös und verunsichert, der Negativlauf von mittlerweile sechs sieglosen Partien hat sich unverkennbar in den Köpfen festgesetzt. Dabei hätte das vorangegangene 1:1 in Darmstadt wohl Auftrieb geben müssen.

TSV 1860: Der Kader der zweiten Mannschaft

Doch zum anderen trugen die bemerkenswert effizienten Gäste ihren Teil zur weiteren Verunsicherung der Junglöwen bei. Nach einer ereignislosen Auftaktphase nutzten die Kickers ihre erste Chance prompt zur Führung (25.). Vier Minuten später legten sie nach. „Massiv dazu geholfen“ hätte man zudem, monierte Winkler später zu Recht. Nach dem Anschlusstreffer von Dimitry Imbongo Boele (44.) keimte noch einmal Hoffnung auf. Beherzt, aber ohne zündende Ideen, konnten die Gäste nach dem Seitenwechsel unter Druck gesetzt werden, bis schließlich Ugur Yilmaz’ 1:3 „uns das Genick gebrochen hat“, wie Camdal eingestand. Mit einem lupenreinen Hattrick (62., 79., 82.) erlegte Yilmaz die Junglöwen schließlich im Alleingang.

„Qualität und Erfahrung der Kickers“ hätten letztlich den Unterschied ausgemacht, bilanzierte Winkler, deren Sieg sei zweifellos verdient, jedoch „um ein bis zwei Tore zu hoch“ ausgefallen. In einer geschlossen hilflosen Mannschaft zeigte sich der 44-jährige Übungsleiter insbesondere von den „drei Profis sehr enttäuscht“. Camdal, Torhüter Björn Bussman sowie Offensivkraft David Manga hätten „uns eigentlich verstärken, nicht schwächen sollen“, kritisierte er harsch. Immerhin besteht nun bereits morgen (19 Uhr, Grünwalder Stadion) im Derby gegen den FC Memmingen die Chance zur schnellen Rehabilitation.

von Matthias Horner

TSV 1860 II – Stuttgarter Kickers 1:5 (1:2).

1860: Bussmann – Schilk, Colak, Kappelmaier, Strobl – Camdal, Manga Lembe (46. Knartz), Imbongo Boele, Pazurek (57. Stolz), Sternisko – Gümüssu (80. Iberdemaj). –

Stuttgart: Wagner – Gerster, Fennell, Abruscia (85. Jung), Köpf – Auracher – Savranlioglu, Gondorf (88. Türpitz), Ivanusa – Pala (90. Rapp), Yilmaz. – Schiedsrichter: Bischof (Külsheim). – Zusxchauer: 1100. –

Tore: 0:1 Pala (25.), 0:2 Gondorf (29.), 1:2 Imbongo Boele (44. ), 1:3 Yilmaz (62.), 1:4 Yilmaz (79.), 1:5 Yilmaz (82.).

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