Aubin: Schluss mit der Seuche!

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Brent Aubin hat harte Zeiten hinter sich

München - Am 1. Januar bin ich mit einem Lächeln im Gesicht aufgewacht“, erzählt Brent Aubin. Der Stürmer des EHC RB München ist glücklich, dass das verflixte Jahr 2012 endlich rum ist.

Privat ereilte seine Familie im Vorjahr viel Unglück. Bei der Schwiegermama diagnostizierten die Ärzte Krebs. Die ältere Tochter brach sich den Oberschenkel, die jüngere den Arm. Brent ist ein Familienmensch, er litt mit.

Und auch er selbst blieb nicht von Verletzungen verschont. Erst schnitt ihm ein Berliner mit einem Schlittschuh den Oberschenkel auf – seine ganze Ausrüstung war blutgetränkt. Ende November bekam er einen Schläger ins Gesicht – Gehirnerschütterung.

„Es war meine erste, ich wusste nicht, was auf mich zukommt“, sagt er. Und am Anfang wusste er auch nicht, dass er überhaupt eine hatte. Aubin stand, gestützt von Kollegen, wieder auf, klappte aber noch auf dem Eis zusammen. Er kam nach einigen Minuten zurück auf die Bank und winkte lächelnd im Publikum seinen Liebsten zu.

Am nächsten Tag fuhr er mit der Mannschaft nach Berlin, probierte es mit dem Eislaufen. „Nach zwei Minuten ging es mir schon wieder schlecht. Das war kein gutes Zeichen, besonders, wenn du davor keinen Alkohol getrunken hattest“, witzelt Aubin heute.

Kein Eishockey für ihn. Keine Xbox-Zockereien mehr mit seinen Spezls. Kein Herumtollen mehr mit den Kindern im Garten draußen in Fürstenried – „das war das Schwerste, ihnen zu sagen, Papa kann nicht spielen, er muss sich ausruhen.“ Kopfschmerzen quälten ihn jeden Tag. Und, scherzt Aubin heute, „zu viele Gespräche mit meiner Frau“. Im Ernst: Seine fesche Gattin half ihm über die Pause, fuhr ihn zu den Reha-Einheiten, weil er nicht wie sonst die U-Bahn nehmen konnte. Sie kümmerte sich um ihren Mann, den verhinderten Star.

Der 26-jährige Franko-Kanadier war in München als Nachfolger von Eric Schneider eingeplant. Er kam im Sommer aus Salzburg. Beim Red Bull-Klub mussten die Import-Spieler gehen, weil das Team hinter den Saisonzielen geblieben war (verflixtes 2012!).

Er wollte die DEL im Sturm einnehmen. Er war es gewohnt, die Kupplung im Spiel seiner Teams zu sein, der „clutch-guy“. Aber Aubin, sagen die Verantwortlichen, setzte sich sehr unter Druck und wollte es erzwingen. Siehe seine Kampfbereitschaft nach der Gehirnerschütterung. Und dann, nach den Verletzungen musste er sich bei seinen Comebacks hinten anstellen.

„Ich habe fünf, sechs Spiele nicht mehr als zehn Wechsel gespielt“, sagt Aubin, der das nachvollziehen kann. Bei der Mannschaft lief es ja, und „mir halfen die Einsätze, um die Kondition und Kraft im Bein zurückzubekommen. Ich habe auch viele Extraeinheiten geschoben, davon profitiere ich nun.“ Auch seine positive Einstellung. Im Kurzurlaub in Verona sagte er sich: „Der Start war hart, aber jetzt fängt für mich eine neue Saison an.“ Brent ist wieder da! Seine Statistik: Vier Punkte in fünf Spielen, zwei Tore im letzten Spiel 2012. Dass der EHC in Wolfsburg trotzdem nicht gewann – verflixtes 2012 halt.

Aubin feierte Silvester mit Feuerwerk und Tanzen. Für den Rest der Saison will er „aus dem Krankenhaus bleiben und mit dem Team wachsen.“ Er will in die Playoffs, denn: „In wichtigen Spielen rufe ich meine Top-Leistung ab.“

wim

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