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Captain Petermanns große EHC-Bilanz!

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Felix Petermann © sampics

München - Im Interview erklärt Felix Petermann, warum der EHC die wenigsten Gegentore bekommt. Zudem spricht er über sein Bärtchen, das ihm einen Spitznamen beschwert hat und das inzwischen wieder ab ist.

Felix Petermann schindet sich. Vormittags Reha, damit er nach einem Muskelbündelriss wieder fit wird. Mittags Eistraining mit dem EHC RB München. Während des Interviews strampelt er seine Füße am Hometrainer locker. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich wäre bei 100 Prozent“, sagt er. In einer Woche will er spielen, damit die Erfolgsserie des EHC hält.

Herr Petermann, zur Saisonhälfte liegt der EHC auf Platz elf. Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

Petermann: Bei mir ist es immer halbvoll. Es waren aber einige Spiele dabei, die gar nicht so gelaufen sind wie vorgestellt.

Der EHC startete mit fünf Niederlagen.

Petermann: Es war eine schwierige Phase, in der man hinterfragen muss, was nicht läuft und jeder sich fragen musste, ob er genug beisteuert. Wir haben aber nicht den Kopf verloren. Gerade wenn es mal nicht läuft, muss man es sachlich angehen und Fehler ehrlich ansprechen.

Was haben Sie als Kapitän der Truppe gesagt?

Petermann: Das sollte eher in der Mannschaft bleiben.

Jetzt läuft’s ja. Verraten Sie es.

Petermann: Dass es mir dann um die Ohren fliegt, wenn es nimmer läuft… Schmarrn. Im Eishockey gewinnt man nur als Kollektiv. Es waren Partien dabei, wo der ein oder andere nicht sein bestes Eishockey gespielt hat. Auch ich hatte Spiele, die nicht so gut waren. Aber der Einsatz muss immer stimmen! Das Gute ist: Wir haben gelernt. Zuletzt ging die Kurve klar nach oben!

Der EHC bekommt die wenigsten Gegentore. Das Geheimnis?

Petermann: Das Geheimnis steht zwischen dem roten Kasten da hinten. Ich habe einige gute Torhüter gehabt. Aber jemand, der so eine Ruhe ausstrahlt gepaart mit Konstanz und Pucksicherheit – so einen wie Jochen Reimer habe ich noch nie erlebt. Er ist Extraklasse. Er rettet uns Verteidigern öfter mal den Arsch, wenn wir schlafen.

Schafft der EHC Platz zehn auch, sollten die NHL-Stars gehen?

Petermann: Was die beiden machen, ist absolute Eishockey-Sahne. Mir ist bange, weil ich dann nimmer so schönes Eishockey sehe. (lacht) Aber wir haben auch andere Spieler, die sehr gut spielen. Auf die Entwicklung unserer Jungs darf man stolz sein. Aber: Das muss so weiter gehen. Nur dann bestehen wir im Playoff-Kampf.

Das Team hat sich entwickelt, sagen Sie.

Petermann: Blake und Paul machen es allen leichter. Aber, die mal außen vor: Ryan Kavanagh und Viktor Ekbom haben sich toll entwickelt. Ich schaue auf die Verteidiger und da nützt auch David Cespiva seine Chance. Und Marcus Weber spielt bei seiner DEL-Premiere zuverlässig. Auch Sören Sturm hat einen Schritt gemacht.

Er debütierte diese Woche im Nationalteam.

Petermann: Das freut mich riesig. Das hat er sich verdient. Er kam davor zu mir und hat gesagt: „Du, Felix, wie sieht denn das aus? Ich habe eine Einladung gekriegt, aber weiß gar nicht, was ich anziehen soll, wenn ich da hin fahre.“ (lacht) Es freut mich, wenn man den Jungen was mitgeben kann. Das ist das Schöne am Mannschaftssport: Wenn einer was Komisches anhat oder meint, er hat eine besonders tolle Frisur, dann kann er sich das erst einmal von 19 Mann anhören…

Wo wir beim Thema sind: Während des Novembers hatten Sie ein Filou-Bärtchen.

Petermann: Zwischenzeitlich war ich stolz auf meinen Spitznamen Errol Flynn. Da schaute ich erst einmal nach, was für ein cooler Mann das war. (grinst) Aber für meine Frau war das leider nichts.

Interview: M. Wimösterer

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