Deutsches Eishockey-Team unterliegt USA 2:3

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Der Deutsche Michael Wolf (Mitte) kämpft mit den US-Amerikanern Derek Damon (links) und Andy Hedlung um den Puck.

München - Das deutsche Eishockey ist wieder im Geschäft, nach dem WM-Desaster von Bern im Mai (Platz 15) hat die Nationalmannschaft den Start in ihr Superjahr 2009/10 mit Olympia-Teilnahme und Heim-WM freundlich gestaltet.

In ihrem Auftaktspiel beim Deutschland-Cup in München rang sie den USA in regulärer Spielzeit ein 2:2 (0:1, 2:1, 0:0) ab. Als Bonus gab’s fünf Minuten Verlängerung und ein Penaltyschießen. Das gewann in vier Durchgängen die USA – dennoch: Achtungs- und Teilerfolg für die Deutschen.

Natürlich war es nicht das bestmögliche amerikanische Team, das in München antrat (ohne NHL-Profis, dafür mit Legionären aus europäischen Ligen), „doch sie tragen dieses Trikot USA, das bedeutet was – und es ist ein Scouting-Event, wenn die Amerikaner spielen“, sagte der Schweizer Nationaltrainer Ralph Krueger. Und tatsächlich: Mit den Toronto Maple Leafs hatte ein NHL-Klub einen Beobachter nach München entsandt. Für die deutsche Mannschaft war es auf alle Fälle schon mal ein wichtiges und schönes Erlebnis, dass sie in ein Spiel zurückkehren konnte, das dabei war, verloren zu gehen.

US-Führung zu fiesem Zeitpunkt

Es war zunächst wie halt schon oft in der Geschichte des gebeutelten deutschen Eishockeys: Man betrieb den größeren Aufwand, es sah hübsch aus, was man machte – doch effektiver war der Gegner. In Führung ging die USA, zu einem besonders fiesen Zeitpunkt: nach 19:58 Minuten, also zwei Sekunden vor Schlusssirene des ersten Drittels, und der Puck schaffte es vom Pfosten des deutschen Tores noch gerade so über die Linie. Auch wie dann in der vierten Minute des zweiten Spielabschnitts das 0:2 fiel – per Schlenzer von Morrison durch die Beine von Goalie Rob Zepp nach Blitz-Aushebelung der deutschen Abwehr –, war dazu angetan, den Freitag für einen gebrauchten Tag zu halten. Alles wie gehabt?

Bei der WM vor einem halben Jahr wäre so eine Partie den Bach runtergegangen, doch in der neuen Saison hat das Team von Uwe Krupp neuen Mut gefasst. Es wehrte sich – und es hatte auch mal Glück. 26. Minute: Kai Hospelt nimmt Thomas Greilingers Vorlage auf, und wie beim ersten amerikanischen Tor schafft es die Scheibe so irgendwie ein paar Millimeter über die Linie – 1:2. Gut eine Minute später: Konter des Ex-Tölzers und nunmehrigen Berliner Eisbären T.J. Mulock in deutscher Unterzahl. Er ist eigentlich schon abgedrängt von einem der US-Abwehrkästen, doch bringt mit einem letzten Stück Schwung noch einmal den Schläger an die Scheibe, und die segelt unberechenbar ins Toreck zum 2:2. Treffer mit einem Mann weniger – das ist im Eishockey immer eine Eruption der Emotionen.

5438 Besucher am Abend

Den ersten Turniertag hat die Münchner Olympiahalle gut überstanden. Beim Nachmittagsspiel verloren sich die Besucher auf den weitläufigen Rängen, abends waren 5438 da, weniger als erhofft, doch die Stimmung geriet absolut eishockey-like. Nicht unerwartet: Die Eisqualität ließ Wünsche offen. „Von außen bemerkt man das nicht so, aber die Spieler sagten, dass das Eis schwierig ist und sie mit der Scheibe kämpfen müssen“, erzählte der Schweizer Coach Krueger.

Die Zuschauer störte das nicht, die Spiele waren gutklassig. Und bei Deutschland – USA konnte man auch noch eine ausgesprochene Rarität erleben. Für die Amerikaner gab es mit Beginn des zweiten Drittels eine zweiminütige Bankstrafe wegen Zuspätkommens. Und wer zu spät bekommt, den bestraft manchmal das Leben und in diesem Fall der Schiedsrichter. Und fast die deutsche Mannschaft.

Günter Klein

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