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"Arbeiten? Im Urlaub nur vormittags"

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Claus Gröbner (l.) zusammen mit Manager Christian Winkler © wim

München - Seit rund 50 Tagen ist Sportökonom Claus Gröbner zusammen mit Manager Christian Winkler Geschäftsführer des EHC Red Bull München. Seine erste Bilanz

Das Duo übernahm die Leitung von Jürgen Bochanski, der den Klub jahrelang ehrenamtlich geführt hatte. Zeit für ein erstes Fazit. In der tz spricht Claus Gröbner über ...

... die ersten Wochen als Geschäftsführer: Einige Dinge, vor allem die mit rechtlicher Konsequenz, muss ich nun anders bewerten. Herr Bochanski hat jahrzehntelang Unternehmen geführt – er machte viel intuitiv. Ich dagegen muss davon weg und struktureller arbeiten. Christian und ich müssen beide an dieser Aufgabe wachsen. Wir profitieren davon, dass wir Leute wie Norbert Stoeck (Wirtschaftsberater und künftig Mitglied im geplanten Beirat; d. Red.) um uns zu haben.

... seine Zusammenarbeit mit Winkler: Seit er mich Ende 2011 zum EHC gelockt hat, haben wir uns wechselseitig durch Täler geholfen. Wir harmonieren gut: Wir haben verschiedene Aufgabenbereiche, tauschen uns aber aus. Einmal wöchentlich grundlegend, so befruchten wir uns gegenseitig. Wir sitzen im gleichen Büro. Christian telefoniert viel, aber er geht dabei meist in der Geschäftsstelle spazieren. Bislang nerven wir uns nicht (lacht).

... seinen Führungsstil: Ich muss nicht immer Reizpunkte setzen, aber es kann auch nicht immer nur harmonisch zugehen. Bei einigen Themen vertraue ich den Kollegen stückweise mehr Verantwortung an – auch sie sollen sich weiterentwickeln. Der Klub soll sich als Ganzes professionalisieren, aber dennoch fan-nah bleiben. Wo es sinnvoll und konstruktiv ist, werden wir die Fans einbinden, wie zum Beispiel bei der Abstimmung über die Spielzeit am Sonntag. Das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis! Bei Fans wie Mitarbeitern gilt: Viele Themen klären sich mit der nötigen Konsequenz und dem Vorleben unserer Schlagworte Respekt und Selbstreflektion.

... seinen Ruf als Arbeitstier: Würde ich gerne nicht sein, aber im Moment bin ich es bestimmt. Ich arbeite häufig abends zu Hause noch. Meine Kinder und auch meine Frau sind dann schon im Bett. Ich musste ihr vor dem Finnland-Urlaub versprechen, dass ich diese Woche nur vormittags arbeiten werde.

... Finnland: Meine zweite Heimat. Meine Frau Tiina ist Finnin, ich studierte dort. Ich komme dort zur Ruhe. Meine Frau vermisst, wie die meisten Finnen, ihre Heimat sehr. Das kann ich verstehen: Ich liebe die Kälte und den Schnee im Winter. Dann bin ich wie die Kids, stürme aufs Eis und schieße aufs leere Tor. Wir fahren jetzt eine Woche hoch, für Finnen ist der Sommer heilig. Einige meiner finnischen Freunde machen sechs Wochen am Stück Urlaub. Unvorstellbar!

... seinen Schreibtisch: Ich habe bewusst möglichst wenig auf ihm liegen, Ordner räume ich nach Gebrauch zur Seite. Ein Mentor gab mir den Tipp, dass man zur Arbeit eigentlich nur Notizblock und Telefon braucht. Ich habe nur einen persönlichen Gegenstand im Büro: einen Wandkalender mit Bildern der Familie.

Protokoll: wim

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