Letztes Spiel mit NHL-Stars am Freitag?

EHC: Jackpot oder Abschied von den NHL-Stars

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Spielen am Freitag möglicherweise zum letzten Mal in München: Paul Stastny (links) und Blake Wheeler.

München - Der EHC München verfolgt die Entwicklung in der NHL. Je nach Ausgang der Verhandlungen könnte am Freitag womöglich letztes Spiel mit den Stars Wheeler und Stastny steigen.

 Aus New York wird berichtet, dass am Montag viele Menschen zu den Silvester-Feierlichkeiten am Times Square unterwegs waren und sich wunderten über eine Traube von Reportern, die abends noch mitten in der Arbeit steckten. Großer Medien-Auftrieb vor dem Büro der National Hockey League (NHL) – denn zum Jahreswechsel hatten die Verhandlungen zwischen Liga und Spielergewerkschaft um den Abschluss eines Tarifvertrags (im Fachjargon: Collective Bargaining Agreement) Fahrt aufgenommen. Drei Wochen hatte Funkstille geherrscht, und nun wird offensichtlich alles daran gesetzt, den über 100 Tage währenden Streit gütlich zu beenden und die Saison verspätet und verkürzt (48 statt 82 Spiele pro Team) zu beginnen.

Die NHL, vertreten durch ihren Chef Gary Bettman, hat den Spielern einen fast 300-seitigen Vertragsentwurf vorgelegt, die Gewerkschaft hat auf 25 Seiten vorgelegt, was ihrer Meinung nach noch zu optimieren wäre. An Neujahr sollte es dann schon wieder weitergehen mit den Verhandlungen. Nordamerikanische Medien schrieben vom „möglichen Tauwetter“.

Was sich in New York mit sechs Stunden Zeitunterschied abspielt, das ist auch für den weiteren Verlauf der Eishockey-Saison in Deutschland von Belang. Und mehr noch als für jeden anderen Klub der DEL für den EHC München. Er hat sich, während der „Lockout“ (die Aussperrung der NHL-Spieler) lief, zwei Stars gesichert: Blake Wheeler und Paul Stastny, die Topskorer von Winnipeg Jets und Colorado Avalanche. Die Münchner, schon weit entfernt von den Playoff-Plätzen, stürmten mit ihren NHL-Importen vor bis auf Platz sieben. Als nun Wheeler und Stastny im Weihnachtsurlaub weilten, verlor der EHC beide Spiele (1:5 gegen Hamburg, 2:4 in Wolfsburg).

EHC-Manager Christian Winkler hielt sich auch während des Skifahrens am Neujahrstag in seiner Garmisch-Partenkirchner Heimat auf dem laufenden über die Entwicklung in der NHL. „Es würde mich überraschen, wenn sie nicht am 19. Januar anfangen“, sagt er und erwartet eine Einigung „kurz vor knapp“. Das würde bedeuten: Wheeler und Stastny würden dem EHC nicht mehr lange zur Verfügung stehen, „dann müssten wir mit der Mannschaft spielen, die wir zuvor hatten. Die muss dann noch mehr kratzen und beißen“, so Winkler.

Blake Wheeler kehrte an Silvester nach München zurück, Paul Stastny fliegt heute los in Amerika, wird morgen in München erwartet. Winkler: „Am Freitag gegen Mannheim haben wir sie sicher – doch ob sie am Dienstag in Köln noch dabei sind? Jedes Spiel mit den beiden ist für uns ein Glücksfall.“

Obwohl die Tendenz dahingeht, dass die NHL am 19. Januar loslegt – auch ein Scheitern der Verhandlungen ist nicht ausgeschlossen. Anfang Dezember schien schon alles gut, ehe sich die Tarifparteien doch wieder entzweiten. Kann die NHL-Saison nicht am 19., Januar beginnen, würde sie wohl komplett ausfallen, der EHC könnte Wheeler/Stastny dann noch Monate behalten. „Das wäre der Jackpot für uns“, so Winkler, „mit den beiden wäre ein Platz unter den ersten Zehn Pflicht.

Günter Klein

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