Adams redet Klartext

EHC: "Im Kopf nur die Playoffs"

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Über seine Zukunft macht sich Bryan Adams derzeit keine Gedanken.

München - „Ab jetzt“, sagt Bryan Adams, „gibt es nur noch wichtige Wochenenden für uns.“ Denn der EHC steht auf Platz zehn in der Tabelle. Dem letzten, der noch zur ersten Playoffrunde berechtigt.

Zuletzt hagelte es vier Niederlagen in Folge. Adams redet Klartext: „Die NHL-Stars haben uns die knappen Spiele entschieden. Jetzt sind sie weg, und wir sollten besser dahin zurückfinden, was wir davor taten: Den Sieg als Gesamtteamleistung zu sehen und jedes Spiel das Maximum zu geben.“

Den EHC erwarten aber „harte Gegner“, wie Adams auch ohne Tabelle vor sich weiß: Am Freitag tritt der EHC in Nürnberg an, am Sonntag kommt Krefeld, am Wochenende drauf geht’s gegen Ingolstadt und Berlin. Dass es bei Nürnberg wieder läuft, hat sich der EHC selbst zuzuschreiben: Im letzten Vergleich nahm der EHC die Franken auseinander, Trainer Jeff Tomlinson musste gehen. Mit Nachfolger Bengt-Ake Gustafsson gewann Nürnberg sechs von neun Spielen.

Ob der angeschlagene EHC-Kapitän Felix Petermann gegen seinen Ex-Klub aufläuft, wird kurzfristig entschieden. Definitiv ausfallen wird neben Viktor Ekbom Andi Pauli (Schienbeinentzündung) und Sören Stum (Sperre). Dafür kommen mit Mike Kompon und Ryan Kavanagh nach Verletzungspause zwei Stützen mit Defensivstärke zurück, die dem EHC zuletzt fehlten. Kompon, Adams‘ Reihenpartner, sagt: „Bei Bryan weißt du jedes Spiel, was du kriegst: Hingabe. Bryan geht dahin, wo es weh tut. Er ist enorm wichtig für uns.“

Ein Blick ins Allerheiligste des EHC München

Werfen Sie mit uns einen kurzen Blick in die Kabine des EHC München. © Mathias Müller
Schon beim ersten Blick wird deutlich: Wie in der Kabine des FC Bayern sieht es hier nicht direkt aus. Jeder Spieler hat seine eigene kleine Holz-Nische. Die Namensschilder sind aus laminiertem Papier und über zwei Haken angebracht. In der Mitte des Raums: ein Einkaufswagen. © Mathias Müller
Ein paar Fußbälle dürfen aber dennoch nicht fehlen. © Mathias Müller
Bei Martin Buchwieser reibt man sich verwundert die Augen. An seinem Platz hängt ein Bild, auf dem er US-Präsident Barack Obama die Hand schüttelt. © Mathias Müller
Die Aufklärung: „Das haben mir die Jungs geschenkt. Meine Freundin ist Amerikanerin. Sie meinten, ich solle mir einen amerikanischen Pass zulegen, ... © Mathias Müller
... damit ich mit der Nationalmannschaft wenigstens mal was gewinnen kann. Denn gefälschten Pass gab’s übrigens gleich mit dazu“, so Buchwieser. © Mathias Müller
Bei Martin Schymainski lehnt ein ganz besonderes Bild an der Wand: es zeigt seinen guten Spezl Kevin Lavallee, der gerade seinen Bizeps mit einer Hantel stählt. Er trägt ein weißes Feinripp-Shirt. © Mathias Müller
Schymainski: „Wir sind seit drei Jahren beste Kumpel und gehen öfter mal zusammen essen oder shoppen. Im Moment sitzt mir Kevin noch gegenüber. Ich kann ihn also eigentlich immer sehen. Aber sollten wir mal nicht mehr zusammen spielen, dann wird das Bild noch wichtiger. Das kommt dann nämlich mit.“ © Mathias Müller

Ob Adams nächstes Jahr noch beim EHC ist, wechselt oder sich mit seinen 35 Jahren nach seinem Uni-Abschluss neu orientiert? „Darüber zermartere ich mir nicht den Kopf“, sagt er. „Meine Gedanken sind nur bei den Playoffs. Da will ich hin.“

Zur neuen Saison soll laut Mannheimer Bild das Adler-Trio Marcus Kink, Ronny Arendt und Florian Kettemer im Anflug sein. Kink stammt aus Garmisch, dort erzählt man, er könne sich eine Heimkehr nach Oberbayern gut vorstellen. Der Kaufbeurer Kettemer schaffte beim EHC den Durchbruch. Schon im Oktober war eine kurzfristige Rückkehr im Gespräch, weil er in Mannheim nicht so häufig spielt. Manager Christian Winkler wollte sich auf Anfrage nicht äußern, ob er an Arendt und den beiden Nationalspielern dran ist.

wim

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