EHC-Coach im tz-Interview

Cortina bittet zum Charaktertest!

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Trainer Pat Cortina

München - Für den EHC RB München ist das Auswärtsspiel bei den Krefeld Pinguinen ein Charaktertest. Warum – das erfahren Sie im großen tz-Interview mit Trainer Pat Cortina.

Elf Spiele noch bis zum Ende der Punktrunde. Schafft es der EHC in die Endrunde?

Cortina: Ja. Ich glaube an meine Spieler und an ihren Charakter. Wir haben viele Spiele gezeigt, für die wir es verdienen, in die Playoffs zu kommen. Wir brauchen einen kleinen Lauf. Der Sieg in Düsseldorf war der Anfang, wir müssen aber am Laufen bleiben. Bremsen können uns nur Verletzungen oder Sperren.

Was ja eingetreten ist. Martin Buchwieser muss für acht Spiele zuschauen.

Cortina: Er wird uns definitiv fehlen. Martin ist ein Schlüsselspieler für uns: Er scort für uns, er spielt in Überzahl, er verkörpert unsere Team-Identität – harte Arbeit. Die Gegner spielen nicht gerne gegen ihn.

Wie kompensieren Sie seinen Ausfall?

Cortina: Jeder muss mehr tun. Wir werden ohne Martin weniger treffen, darum müssen wir die Defensive verbessern und noch verbissener arbeiten.

Wer rückt in die erste Angriffsreihe?

Cortina: Wir haben umgebaut. Zum Beispiel haben wir Klaus Kathan mit Lubor Dibelka und Brent Aubin zusammengestellt. Das ergibt eine spielstarke Reihe, die die Defensive nicht vernachlässigen darf. Bei Ulmer-Kompon-Adams aber bleibt’s – dieses Trio gefiel mir schon in Düsseldorf recht gut. Ich hoffe, dass Martin Hinterstocker spielen kann – ein wichtiger Spieler für uns. Wie es auch kommt: Jeder von uns muss noch mehr geben!

Um das Buchwieser-Vakuum zu füllen?

Cortina: Ich hatte in den Trainings den Eindruck, dass uns das gelingen kann. Doch jetzt kommen die Belastungstests, in denen sich die Wahrheit zeigen wird: Das Spiel in Krefeld und die Partie am Sonntag gegen Köln werden für uns Charaktertests. Vergessen Sie nicht: Als wir in die Preplayoffs kamen, musste Ryan Ready pausieren. Ausfälle sind leider Teil des Deals.

Ready und Buchwieser – Spieler, die mit viel Energie zu Werke gehen. Fördert diese Spielweise Strafen?

Cortina: So würde ich es nicht sagen. Martin soll voller Leidenschaft spielen, aber er muss lernen, sie produktiv einzusetzen. Er ist ja erst 23 Jahre jung – das dürfen wir nicht vergessen! Und er nimmt viel Druck auf sich. Er muss jetzt die richtigen Schlüsse aus der Situation ziehen. Es darf nicht noch einmal passiert.

Wie sieht Ihr Fahrplan bis zu den Playoffs aus?

Cortina: Ziemlich einfach: Ein Spiel nach dem anderen. Momentan würde uns ein Sieg reichen, theoretisch könnten aber auch acht nicht genug sein. Spekulieren nützt nichts, wir müssen einfach das Beste geben. Nach diesem Wochenende ist Länderspielpause – jeder Spieler soll seinen Tank leeren. Das gilt auch für Felix Petermann, der keine Pause haben wird, weil er für die Olympia-Qualifikation nominiert ist.

Er ist der einzige EHCler, den Sie auswählten.

Cortina: Der andere Kandidat kann wegen der Sperre leider nicht. Und Jochen Reimer ist ein großartiger Torhüter, aber ihm war das Glück nicht gerade hold, wenn es ums Nationalteam ging. Beide Male war er nicht 100 Prozent fit. Ich musste eine kluge Entscheidung treffen.

Wer bei der Olympia-Quali fehlt, hat eher schlechte Chancen auf die Weltmeisterschaft, die Reimers Traum ist.

Cortina: Absolut nicht! Nach der Quali wird es noch ein paar Spiele geben. Wenn er absolut fit ist, ist Reimer immer ein Anwärter. Ich kenne seine herausragenden Fähigkeiten.

Interview: M. Wimösterer

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