EHC-Spieler werden ungeduldig

Warten auf den Ketchup-Effekt

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Wie geht’s weiter? Manager Christian Winkler, Coach Pat Cortina, Co-Trainer Maurizio Mansi (v.l.)

München - Gepflegtes Auftreten, Blendax-Lächeln, er hat was Jugendliches an sich. Typ Geschäftsmann nordamerikanischer Prägung halt. So sieht der Mann aus, der den EHC RB München seit Jahren am Leben erhalten hat.

Oft sieht man Michael Phillips nicht in der Öffentlichkeit. Am Sonntag war alles anders. Kurz. Vielleicht das einzige Mal in seiner EHC-Zeit. Er verhandelt ja mit Red Bull über den Verkauf des Klubs. Der alleinige Gesellschafter des EHC war im Stadion – und Phillips schaute auch bei der Pressekonferenz vorbei. Wohl das erste Mal überhaupt. Er sagte kurz Hallo und hörte sich Pat Cortinas launige Statements an.

Cortina ist ja bis Donnerstag mit der Nationalmannschaft unterwegs, Co-Trainer Maurizio Mansi übernimmt. Und Cortinas älteste Tochter, wie der Papa scherzt.„Sie hat ein paar Ideen für das Powerplay.“ Cortina machte sich so über die Trainerdiskussion lustig, die nun angelaufen ist. Cortina hört nach diesem Jahr beim EHC auf, konzentriert sich auf die Arbeit als Bundestrainer. Bei der Nachfolgersuche wird er Winkler beraten. Noch habe man nicht diskutiert. „Vor einer Woche sollte ­Pierre Page der Neue werden, jetzt Don Jackson – bald kommt dann Lance Nethery... Eile mit Weile.“

Thema zwei: Vier Spiele in Folge musste seine Truppe ins Penalty-Rittern. Dreimal zog der EHC den Kürzeren, obwohl „wir Penaltyschießen im Training üben“. Cortinas Schlussfolgerung aus den letzten Wochen: Man könne ja die Ticketpreise erhöhen – wo man doch extra viel Spiel biete.

Cortina war auch so locker, weil er mit dem Team zufrieden war: „Wir waren an beiden Spielen am Wochenende die bessere Mannschaft. Zumindest in einem der Spiele hätte das sich mehr auszahlen sollen.“ Cortina hofft auf nun den Ketchup-Effekt: Nach wenig kommt viel.

Das könnte auch für die EHC-Zukunftspläne gelten, das dauerschwelende Thema. Vollzug im RB-Deal wurde noch nicht vermeldet – das hängt ja auch von Geschäftsmann Phillips ab. Die EHC-Spieler aber werden etwas ungeduldig, trotz Manager Christian Winklers Ansprache am Freitag. Vertragsverhandlungen liegen bis zu einem fixen Red Bull-Einstieg auf Eis.

Ein Spieler zur tz: „Langsam würde ich gern wissen, wie ich planen soll. Es gibt andere Interessenten, aber es wäre schön, zu bleiben.“ Cortina weiß, dass die Thematik gefährlich werden kann. Er sagt: „Alles, was destabilisiert, ist ein Hindernis.“

wim

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