Neuer Trainer-Vertrag: Uwe Krupp und DEB warten ab

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Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp mit dem Deutschland-Cup.

München - Geht er oder bleibt er? Kommt Hans Zach zurück? Die Spekulationen um die Zukunft von Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp nehmen Fahrt auf.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) und Krupp selbst lassen sich durch die öffentliche Diskussion nicht zu einer übereilten Entscheidung verleiten und werden erst nach der Heim- Weltmeisterschaft im Mai über eine weitere Zusammenarbeit reden. “Nach der Saison werden wir die Saison analysieren und entscheiden, wie es weitergeht“, sagt Franz Reindl. Der DEB- Generalsekretär macht aber kein Geheimnis daraus, dass Krupp weiterhin bei der Nationalmannschaft an der Bande stehen soll: “Ich bin von seinem Weg hundertprozentig überzeugt“.

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“Alle sind Gewinner“, hat Krupp nach dem Deutschland-Cup am Wochenende in München gesagt, wo die DEB-Auswahl erstmals nach 13 Jahren wieder als Turniersieger vom Eis ging. Auch der Trainer durftesich als Gewinner fühlen - dabei stand er intern nie zur Debatte. “Es war wichtig, an ihm festzuhalten. Er hat die Mannschaft im Griff und ihr sensationelle Spielfreude vermittelt“, betont Reindl. Nach der WM-Blamage im Frühjahr in der Schweiz war Krupp in der Öffentlichkeit schwer unter Beschuss geraten, im Verband allerdings nicht. “Wir machen kein Harakari gegenüber dem Trainer“, sagt Reindl.

Bei seinem Amtsantritt im Dezember 2005 waren Krupp drei klare Zielvorgaben gemacht worden. Mit dem Aufstieg in die WM-A-Gruppe vor drei Jahren und der erfolgreichen Olympia-Qualifikation im Februar hat der 44-Jährige schon zwei Aufgaben gelöst. Die dritte Herausforderung ist die Heim-WM (7. bis 23. Mai) in Köln und Mannheim. “Da muss unsere Mannschaft sich gut präsentieren“, fordert Reindl und vertraut dabei auf Krupps Qualitäten: “Er hat eine klare Sichtweise der Dinge und den unbedingten Willen, die Mannschaft zum Sieg zu führen. Bei der Auswahl der Spieler geht er gerecht und leistungsbezogen vor.“

Dass der Stanleycup-Sieger von 1996 immer wieder die Misstände in der Zusammenarbeit mit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) anprangert, gefällt Reindl. “Es ist seine Pflicht, den Finger in die Wunden zu legen“, so der Sportdirektor. In München gab es erste Anzeichen einer Annäherung zwischen der Profiliga und dem DEB. Krupp nahm erfreut zur Kenntnis, dass die DEL in Karl-Heinz Fliegauf, dem Manager der Grizzly Adams Wolfsburg, den Sprecher der DEL-Sportkommission zum Deutschland-Cup entsandt hatte: “Es ist wichtig, dass die DEL sieht, wie professionell wir arbeiten.“

Da mit Olympia in Vancouver (12. bis 28. Februar) und der WM zwei wichtige Turniere bevorstehen, beschäftigt sich Krupp derzeit nicht mit seiner Zukunft: “Es wäre ein Riesenfehler, jetzt darüber nachzudenken.“ In Kanada warten Sohn Björn, der in der Ontario Hockey League (OGL) dem Puck hinterher jagt, und seine amerikanische Frau auf Krupp. Sollte er seine Dachgeschosswohnung in Köln im nächsten Sommer räumen, könnte Zach wieder ein Thema werden. Der Vertrag des “Alpen-Vulkans“, der von 1999 bis 2004 das DEB-Team betreute, bei den Hannover Scorpions läuft am Saisonende aus.

dpa

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