Spieler-Chaos beim EHC

Herr Pagé, laufen Ihnen die Spieler davon?

+
EHC-Trainer Pierre Pagé kommt nicht bei allen Spielern gut an.

München - Beim EHC München beginnt sich das Spieler-Karussel immer mehr zu drehen. Mit Felix Petermann wird aktuell verhandelt, Darren Haydar will wohl weg.

Stefan Metz war kürzlich beim EHC München zu Gast. Der frühere Eishockey-Profi ist seit einigen Jahren Spielerberater. Metz unterhielt sich mit Felix Petermann und wartete auf Christian Winkler, den EHC-Manager. Vertragsgespräche.

Im aktuellen Kader stehen neben Petermann fünf weitere Metz-Klienten, zum Beispiel Uli Maurer, Doppeltorschütze beim 7:2-Sieg in Iserlohn. Bis auf Thomas Merl laufen bei allen die Verträge aus. Metz arbeitet dazu mit interessanten Leuten zusammen, die im Sommer ebenfalls ungebunden sein werden. Der Schongauer Bernhard Ebner (23) zum Beispiel, ein bulliger Offensivverteidiger in Diensten der Düsseldorfer EG.

Darren Haydar deutet seinen Abschied an.

Ein Spielerberater beim EHC, um über Vertragsverlängerungen zu sprechen – eine Sensation. Eigentlich laufen Trainer Pierre Pagé die Spieler derzeit davon. Zumindest konnte man zuletzt diesen Eindruck gewinnen. Jon DiSalvatore entschloss sich, um sofortige Vertragsauflösung zu bitten. Der Torjäger fand sich mit seiner Nebenrolle nicht ab und kam mit Pagé nicht zurecht. Vier weitere Spieler haben ihre Agenten angewiesen, für kommende Saison einen anderen Arbeitgeber zu suchen. Mancher vermisst beim EHC Freude und Anerkennung. In der Zeitung will keiner seinen Namen lesen. Doch zwischen den Zeilen hört man in offiziellen Statements einiges heraus. Darren Haydar etwa erzählt von Optionen in Schweden, Nordamerika und der Schweiz. Mit deutschen Klubs habe er bislang nicht gesprochen.

Pagé ist ein eigenwilliger Typ mit großen Visionen, auch in der Spielerentwicklung. Aufbegehren gegen seine Härte und Ideen kennt er von seinen Ex-Klubs. Wer nach Eingeständnissen nicht mitzieht, geht. Oder – wie im Fall von Spaß-Eishackler Sean O’Connor – wird gegangen.

Das kann teuer werden. Im Fall DiSalvatore kostet der Abgang sogar eine der begrenzten Ausländerlizenzen. Der EHC will sich nach und nach eine Mannschaft aufbauen, die voll mitzieht. Pagé sagt, man wolle nur Spieler halten, „die bleiben wollen, das Zeug dazu haben – und einem Traum folgen.“ Den Traum, besser zu werden. Im Moment sieht es beim aktuellen Team besser aus. Erfolg und Einsatz sind nach Pagés Systemumbau nun da – das glättet die Wogen.

Martin Wimösterer

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare