EHC München gegen Krefeld Pinguine

Steinhauers (Stern-)Stunde

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Endlich im Mittelpunkt: Torwart Lukas Steinhauer nutzte gegen Krefeld seine Chance.

München - Nach 36 Spielen auf der Bank kommt der Ersatztorwart des EHC München ins Spiel – und erlebt den ersten Sieg 2013

Auf einen „Dreier“ wartet der EHC München in der Deutschen Eishockey-Liga seit Weihnachten vergebens, doch in seiner Situation nimmt er auch zwei Punkte dankend entgegen. Wie gestern: 3:2 nach Penaltyschießen besiegte der EHC die Krefeld Pinguine, es war der erste Sieg nach einer Serie von fünf Niederlagen. Im Mittelpunkt stand einer, der bislang keine Rolle gespielt hatte.

Es war der Tag, auf den Lukas Steinhauer gewartet hatte, seit er in München ist und 36 Spiele lang. Steinhauer, 20, gebürtiger Rosenheimer, war der Mann, der beim EHC dazugehörte und doch nicht richtig dabei war. Der Ersatztorwart hinter Jochen Reimer, dem Mann, der immer spielte. Steinhauer, jung, lockig, Tattoo auf dem Oberarm, absolvierte das Warmschießen, saß 60 Minuten auf der Bank und fuhr danach in der Kabine noch Fahrradergometer. So lief das in aller Verlässlichkeit zweimal an jedem Wochenende.

Gestern änderte sich seine Lage, in der DEL-Partie gegen Krefeld kam er rein, mit Beginn des zweiten Drittels. Jochen Reimer kapitulierte nach dem 0:2-Rückstand vor seiner Erkältung, eine Vorsichtsmaßnahme. Steinhauer konnte sich zeigen. Es war nicht sein erstes DEL-Spiel, vor zweieinhalb Jahren hatten ihn die Hannover Scorpions als amtierender Meister sechsmal eingesetzt, weil drei Goalies ausgefallen waren. Nach diesem fulminanten Einstieg hatte sich Steinhauers Karriere aber normalisiert, vorige Saison bestritt er 19 Matches für den Nord/Ost-Oberligisten Halle.

"Pat" steht NICHT für "Patrick"! Cortina im Mini-Porträt

Pat Cortina ist nicht nur Trainer des EHC Red Bull München, sondern auch Bundestrainer. Wir stellen ihn im Kurzporträt vor © dpa
Voller Name: Pasqualino "Pat" Cortina © sampics
Nationalität: Italo-Kanadier © sampics
Geboren: 4. September 1964 in Montréal © dpa
Bisherige Stationen als Nationaltrainer: Italien, Ungarn © sampics
Bisherige Stationen als Vereinstrainer: HC Varese, AS Asiago Hockey (Italien), Alba Volán Székesfehérvár (Ungarn), HC Innsbruck (Österreich), EHC München © sampics
Größte Erfolge als Trainer außerhalb Deutschlands: 2008 Aufstieg mit Ungarn in WM-A-Gruppe; dreimal ungarischer Meister © sampics
Größte Erfolge in Deutschland: Gewinn des DEB-Pokals, Meisterschaft in der 2. deutschen Eishockey-Bundesliga und Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga (DEL) jeweils mit dem EHC München © dpa

Mangel an Spielpraxis? Besteht natürlich, war Lukas Steinhauer aber nicht anzumerken. Ihm halfen dabei die Mitspieler, die sich nach einem schwachen Auftaktdrittel, in dem Körperspiel nicht stattgefunden hatte und die Abwehr indisponiert war, zusammenrissen. Und Steinhauer hatte ein Erfolgserlebnis, das für einen Schlussmann selten ist: Er bereitete ein Tor seiner Mannschaft vor. Sein Pass mit der Torwartkelle war die Basis für den 1:2-Anschlusstreffer von Brent Aubin (24. Minute). Klaus Kathan glich aus (28.), das Spiel war wieder offen. Im letzten Drittel versuchten die Krefeld Pinguine, oft zum Schuss zu kommen, um die Situation mit dem unerfahrenen Münchner Tormann für sich zu nutzen – doch irgendwie zappelte Steinhauer alle Scheiben weg. Und im Penaltyschießen, das nach der Verlängerung fällig wurde, war er nur einmal bei fünf Krefelder Schüssen zu bezwingen. Steinhauers Stunde hatte schon was von Sternstunde. Der EHC hat einen zweiten Torwart, den er bringen kann – eine positive Erkenntnis.

Doch personell sieht es mal wieder nicht gut aus. Am Freitag hat sich bei der 2:3-Penalty-Niederlage in Nürnberg der Deutschkanadier Ty Morris am Innenband im Knie verletzt, die genaue Diagnose gibt es erst morgen, doch wie der Stürmer sich gestern an Krücken durch die Olympia-Eishalle bewegte, das ließ erahnen: Es kann dauern. Mit Martin Hinterstocker, den ein Bluterguss im Oberschenkel plagt, wird nächste Woche gerechnet.

Von Günter Klein

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