Der Basketball-van-Gaal

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Bayern-Coach Dirk Bauermann ist auch Nationaltrainer

München - Dirk Bauermann, Trainer der Bayern-Basketballer, hat so einiges mit Fußballer-Coach Louis van Gaal gemeinsam. Das sind die Parallelen.

Dirk Bauermann ist ein klassischer Perfektionist. Zu beobachten ist das vor allem beim Training der Bayern-Basketballer an der Säbener Straße. Da wirkt der ansonsten so gelassene und freundliche FCB-Coach ein wenig angespannt. Nicht einmal das kleinste Detail verbirgt sich vor seinen Adleraugen. Und sobald sich nur der kleinste Fehler in das Spiel seiner Truppe einschleicht, ertönt ein Pfiff. Bauermann unterbricht das Spiel, erklärt den Fehler und weist seine Schützlinge zurecht. Demond Greene, der schon in der Nationalmannschaft unter Bauermanns Regie agiert hat, bringt es auf den Punkt: „Dirk Bauermann ist eine Autoritätsperson. Manchmal kann er auch laut werden, weil alles immer genauso laufen muss, wie er es will. Nichtsdestotrotz behandelt er jeden Menschen mit dem höchstem Respekt.“

Autorität? Disziplin? Respekt? Kennen wir doch! Richtig: Louis van Gaal. Beim Training der Fußballer herrscht ein ähnliches Klima wie bei den Basketballern. Klar: Bei Tulpengeneral van Gaal muss alles auf den Millimeter genau sitzen – genauso wie bei Bauermann. Kein Wunder also, dass sich Bauermann bereits das ein oder andere Training der Fußballer angeschaut hat. Und er ist begeistert: „Ich habe selten einen Cheftrainer gesehen, der so aktiv involviert ist. Im Fußball habe ich schon sehr viel zurückhaltendere Trainer gesehen, die lieber beobachten und analysieren. Hier ist das vollkommen anders. Louis van Gaal hat eine so klare Philosophie und ist immer hands on, so wie man auf englisch sagen würde. Das bedeutet, dass er ständigen Zugriff hat auf das, was passiert, und das auch mit einer fühlbaren Begeisterung macht. Das ist mir aufgefallen und das finde ich gut.“

Auf die Frage, ob er ein ähnlicher Trainer sei wie Louis van Gaal wollte sich Bauermann nicht äußern – er überlasse diese Einschätzung lieber anderen. Also dann: Absolut! Beide sind jeweils auf ihrem Gebiet akribisch arbeitende Trainer, die besonderen Wert auf Arbeit, Disziplin und Respekt legen.

Auf die Frage, von wem er denn lieber trainiert werden würde, antwortete Greene gelassen: „Im Basketball von Dirk Bauermann, im Fußball natürlich von Louis van Gaal.“

J. Carlos Menzel Lopez

So will Louis van Gaal den Fußall revolutionieren

So will Louis van Gaal den Fußall revolutionieren

Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal fordert umfangreiche Reformen im Fußball-Regelwerk und den Einsatz moderner Technik. Sehen Sie hier van Gaals wichtigste Visionen: © Getty
Weg mit den Linienrichtern! © Getty
Mit Hilfe einer elektronischen Seitenauslinie könnten Schiedsrichter-Assistenten überflüssig gemacht werden, so van Gaal. "Die Technik haben wir und können sie auf einen Millimeter genau einsetzen." © Getty
Her mit dem zweiten Schiedsrichter! © Getty
„Wir brauchen wie im Basketball oder Eishockey zwei Schiedsrichter, einen in jeder Hälfte und in der Diagonalen positioniert. Sie sind dann direkt am Ball, können auch im Rücken der Spieler etwas sehen - sie können alles sehen.“ © Getty
Weg mit dem Einwurf! © Getty
Oft würden Teams den Ball zum Zeitschinden ins Aus schießen. Ein Einwurf sei nicht die gerechte Folge dessen. © Getty
Her mit dem Einschuss! © Getty
Laut van Gaal würde das Spiel dadurch „attraktiver“ werden, denn der Einschuss habe den Effekt eines Freistoßes: „Das ist besser, weil dann die verteidigenden Teams nicht so einfach den Ball ins Aus schießen.“ © Getty
Weg mit dem passiven Abseits! © Getty
"Das ist eine dumme Regel. Die Regeln müssen klar sein." © Getty
Her mit der Video-Technik! © Getty
"Die Technik kann und muss den Schiedsrichtern helfen. So werden die Spiele sauberer. Keine Mannschaft solle von einer Fehlentscheidung profitieren. Doch ohne technische Unterstützung könne ein Schiedsrichter seinen komplizierten Auftrag nicht mehr erfüllen. © Getty
Weg mit dem Elfmeterschießen! © Getty
"Das ist nur Lotterie", so van Gaal. Stattdessen sagt der Niederländer: © Getty
Her mit dem Gladiatorenspiel!  „Geht eine Partie in die Verlängerung von zweimal 15 Minuten, wird alle fünf Minuten von jeder Elf ein Mann herausgenommen.“ Ab der 115. Minute würde dann nur noch sechs gegen sechs gespielt. „Jetzt gewinnt nur noch die bessere Mannschaft - und nicht der einzelne Spieler beim Elfmeterschießen“, sagte van Gaal. © Getty

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