"Das System ist völlig wurscht"

Es gab also allen Grund, entspannt zu sein. Doch plötzlich geriet Hoeneß doch noch einmal kurz aus der Fassung. Welche Rolle es denn gespielt habe, dass Klinsmann vom 3-5-2-System wieder zum 4-4-2-System zurückgekehrt sei?

„Ach, ihr immer mit eurem System! Das System ist doch völlig wurscht! Heute haben alle elf gut gespielt, besser als am Samstag. Das hat überhaupt nichts mit dem System zu tun! Ü-ber-haupt-nichts, klar?“, schimpfte Hoeneß unwirsch.

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Des Managers Meinung in allen Ehren – die Spieler indes sahen die Dinge etwas anders. Bei ihnen kam Klinsmanns Entscheidung vom neuen, ungewohnten 3-5-2-System zum unter Hitzfeld bewährten 4-4-2 zurückzukehren, gut an. Philipp Lahm ist jedenfalls froh, wieder in der Vierer-Kette zu spielen. „Wir sind noch nicht so eingespielt mit dem neuen System. Man muss das 3-5-2 halt sehr intensiv trainieren, um es zu perfektionieren. Deswegen fühlen wir uns im 4-4-2-System natürlich sicherer“, sagte Lahm zur tz.

Unterstützung erhält Lahm von Zé Roberto, dem einen Teil der Doppel-Sechs. „Das 4-4-2-System liegt uns besser, wir können damit kompakter spielen. Außerdem kenn wir das System aus der letzten Saison. Mit der Doppel-Sechs fühle ich mich einfach wohler. Da habe ich meine besten Leistungen gebracht und heute waren wir wieder stark damit“, sagte Zé, der im Vergleich zum Bremen-Spiel wie ausgewechselt wirkte.

Ist damit die als Innovation gepriesene Dreier-Kette jetzt schon wieder Vergangenheit? Wohl eher nicht. Denn Klinsmann hat den Anspruch, attraktiven Offensiv-Fußball zu spielen. Und dafür eignet sich das 3-5-2-System besser. Vor allem gegen Mannschaften, die nur mit einem Stürmer antreten. Klinsmann dürfte seine Taktik also auch vom Gegner abhängig machen – und von Franck Ribéry, der im 3-5-2-System schwierig einzubauen ist. „Wichtig ist, dass wir schnell umstellen und gegnerabhängig unser System auswählen können“, erklärt Tim Borowski.

Dem Manager ist egal, mit welchem System die Bayern spielen – Hauptsache sie sind erfolgreich.

jj, ta

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Quelle: tz

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