Effenberg: Jetzt muss van Bommel reagieren

Der Kapitän saß 90 Minuten auf der Bank
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Der Kapitän saß 90 Minuten auf der Bank

Jürgen Klinsmann hat den Kapitän provoziert, indem er ihn im Pokalspiel 90 Minuten auf der Bank schmoren ließ.

"Ich weiß, dass einige von euch jetzt richtig sauer sind. Aber so seid ihr noch heißer auf das Spiel gegen Hannover!“ Kann gut sein, dass Mark van Bommel nach diesen Worten wirklich richtig heiß läuft… Denn sie kamen von Jürgen Klinsmann – und sie sollten während der Mannschaftssitzung vor dem Spiel gegen Nürnberg erklären, warum er den Kapitän ausgerechnet beim Revanche-Spiel nach der Bremen-Klatsche auf die Bank verbannte. Van Bommel, den Mann, der wirklich einiges gutmachen wollte – aber nicht durfte…

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Eine Klinsmann-Entscheidung, die Ex-Kapitän Stefan Effenberg nicht versteht. „Das ist schwer nachzuvollziehen. Als Kapitän bist du der wichtige zentrale Mann im Mittelfeld. Jetzt hat man das Gefühl, Mark ist das nicht mehr…“, sagte er bei Premiere.

Offiziell lieferte Jürgen Klinsmann ohnehin eine andere Erklärung für die van-Bommel-Verbannung: „Wir wollten Andreas Ottl für seine guten Leistungen belohnen. Und es ist auf verschiedenen Plätzen ein Kampf entbrannt. Auch auf der Verteidigerposition zwischen Lell und Oddo.“ Der Unterschied: Lell ist eben nicht der Kapitän.

Da stellt sich zwingend die Frage nach der Reaktion des auf die Bank versetzten Anführers. Effenberg: „Die muss jetzt kommen!“Auch Mehmet Scholl war erstaunt über die Maßnahme, van Bommel derart zu motivieren. „Ich bin auch ein bisschen überrascht, dass er nicht dabei ist. Ich kann nur sagen, dass ich immer liebend gern mit ihm gespielt habe. Er ist ’ne Sau auf dem Platz, so einen brauchst du als Offensivspieler hinter dir“, meinte er in der ARD. Und gewohnt schlitzohrig setzte er nach: „Jaaa, dass ein Ribéry nicht von Anfang an spielt, das hat nachvollziehbare Gründe…“

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Die Frage ist, was passiert, wenn die Bankdrücker langsam stinkig werden. Effenberg erinnert daran, was allein schon los war, als der vergleichsweise ruhige Lukas Podolski wochenlang sitzen musste: „Das birgt natürlich immer ein Risiko, wenn du solche Leute auf der Bank hast. Wenn du den Kapitän, den du erst zu deinem verlängerten Arm auf dem Feld gemacht hast, zweimal am Anfang auf die Bank setzt, dann ist das schwer nachzuvollziehen. Denn das wird nun auch Folgen für die Hierarchie in der Mannschaft haben.“ Der einzige Ausweg laut Effe: „Klinsmann muss siegen – dann kann keiner was sagen…“ Diesen Ausweg nahmen die Bayern gestern – und Klinsmann resümierte zufrieden: „Nach einer langen Saison werden wir eine Rechnung machen können – und dann summiert sich einiges, was an Einsätzen zusammenkommt. Dann wird vielleicht der eine oder andere, der jetzt unzufrieden ist, das auch anders sehen.“Und was veranstalteten derweil die Nürnberger? Die lobten trotz der Niederlage den neuen Cheftrainer. Manager Michael Bader: „Michael Oenning ist fähig, bei uns richtig gut Stimmung zu erzeugen.“ So was würde Jürgen Klinsmann sicher auch gerne mal wieder hören.

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Quelle: tz

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