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Wieder versagt die Bayern-Abwehr: Lauter Fünfer – die Noten zur Münchner Klatsche in Mainz

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Von: Patrick Mayer

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Enttäuscht und enttäuschend: der FC Bayern in Mainz.
Enttäuscht und enttäuschend: der FC Bayern in Mainz. © IMAGO / Kessler-Sportfotografie

Der FC Bayern muss sich nach einem Fehlstart gegen Mainz 05 geschlagen geben. Neuer-Ersatz Sven Ulreich erwischt einen schlechten Tag. Das gilt für die gesamte Abwehr. Die Noten für die Münchner.

München/Mainz - Das war nicht meisterlich: Der FC Bayern verliert das Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 schmeichelhaft nur 1:3 (1:2). Jonathan Burkardt (18. Minute), Moussa Niakhaté (27.) und Leandor Barreiro (57.) erzielten die Tore für die Rheinhessen, die noch einen vierten oder gar fünften Treffer hätten nachlegen können.

FCB-Torjäger Robert Lewandowski (33.) gelang einzig der zwischenzeitliche Anschlusstreffer. Es war ein gebrauchter Nachmittag für die Bayern. Neuer-Vertreter Sven Ulreich leistete sich einen Bock, und die Abwehr des deutschen Bundesliga-Rekordmeisters wackelte erneut gewaltig. Die Noten für die Münchner.

Bundesliga: Der FC Bayern patzt in Mainz - die Noten für die Münchner

Sven Ulreich: Bekam bei der ersten Riesen-Chance der Mainzer (2. Minute) am ersten Pfosten die Ecke nicht zu. Der Neuer-Ersatz servierte den Nullfünfern das 0:1 durch seinen Flankenball direkt auf Vorlagengeber Dominik Kohr. Auch beim 0:2 sah der 33-jährige Schwabe nicht sonderlich gut aus. War es sein letztes Spiel im FCB-Dress? Note 4

Benjamin Pavard: Stand beim 0:1 meterweit von Torschütze Jonathan „Johny“ Burkardt entfernt. Eher behäbig versuchte der Franzose, den jungen deutschen Stürmer vom Torschuss abzuhalten. Dasselbe galt für das 1:3, als der Franzose den Schuss von Leandro Barreiro unglücklich ins Tor abfälschte. Beherzte Grätsche am eigenen Strafraum (63.). Note 5

Niklas Süle (bis 79. Minute): Ging beim Express-Konter zur Mainzer Führung durch den flinken Burkardt nur zaghaft hinterher. Hatte gegen den 21-jährigen Mittelstürmer der Nullfünfer Schwerstarbeit zu verrichten - war dabei meist nur zweiter Sieger. Note 5

Lucas Hernández (bis 67. Minute): Hinterließ wie die gesamte FCB-Abwehr einen wackeligen Eindruck. Beim dritten Mainzer Streich durch Barreiro kam der Weltmeister nicht rechtzeitig in den Zweikampf. Exemplarisch: Der 26-Jährige hatte nach einer Stunde gerade mal jeden zweiten Zweikampf (51 Prozent) gewonnen. Ließ sich von Karim Onisiwo mit einem einfachen Hakentrick (61.) düpieren. Note 5

Noten zum FC Bayern: Alphonso Davies findet den Turbo nicht

Alphonso Davies: Seine linke Abwehrseite glich in der ersten halben Stunde einer offenen Flanke, durch die die Rheinhessen immer wieder überfallartig vorstoßen konnten. Auch beim dritten Gegentreffer kam der eigentlich so dynamische Kanadier nicht mehr hinterher. Von seiner Schnelligkeit war diesmal nichts zu sehen. Note 5

Joshua Kimmich: Knöpfte sich Mainz-Kapitän und Torschütze Niakhaté vor, nachdem dieser Kumpel Goretzka (9.) rustikal abgeräumt hatte. Brachte als einziger Münchner halbwegs Struktur ins Spiel der „Roten“. War parallel aber häufig damit beschäftigt, verwaiste Räume zwischen den Boxen zuzulaufen. Note 5

Leon Goretzka (bis 46. Minute): Von Mainz-Kapitän und Torschütze Niakhaté früh abgeräumt. Als der Nationalspieler am Boden lag, eilten die Kollegen zur Schelte herbei. Der 27-jährige Nationalspieler hatte laut Kicker bei seiner Auswechslung zur Pause nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen und eine Passquote von überschaubaren 43 Prozent. Note 4

Noten zum FC Bayern: Marcel Sabitzer wie ein Fremdkörper

Marcel Sabitzer (bis 46. Minute): Der Österreicher war weitgehend ein Fremdkörper im Spiel der Bayern - mal wieder. Hatte zur Pause gerade mal 28 Ballkontakte, und von 22 Pässen kamen nur 16 beim Mitspieler an. Über diesen passiven Auftritt samt schüchterner Körpersprache half auch eine Zweikampfquote von 100 Prozent nicht hinweg. Was einen Transfer im Sommer wahrscheinlicher macht. Note 5

Serge Gnabry: Zündete kurz nach der Pause das erste Mal so richtig den Turbo - erst dann. Nach einem Pass in die Schnittstelle legte der Schwabe den Ball dynamisch auf Lewandowski quer (50.) - vergeblich. Rannte, ackerte, wehrte sich - aber auch dem angeblich abwanderungswilligen Schwaben fehlte gegen euphorisierte Nullfünfer sichtlich die Inspiration. Note 4

Eric Maxim Choupo-Moting (bis 67. Minute): Hatte nach 30 Minuten die erste wirklich gute Münchner Torchance. Schraubte sich nach einem Kimmich-Freistoß hoch und setzt den Ball per Kopf an den Außenpfosten. Letztlich war es für den 33-jährigen Hanseaten der neunte Einsatz in Folge ohne eigenen Treffer. Geht so Joker? Wohl kaum. Note 4

Noten zum FC Bayern: Nur Robert Lewandowski liefert

Robert Lewandowski: Durch seinen 34. Saisontreffer zum 1:2 hielt der polnische Superstürmer den FC Bayern nach einer chaotischen Anfangsphase im Spiel. Was den Druck auf die Münchner Bosse bei den Vertragsverhandlungen ein weiteres Mal steigern dürfte. Vergab in der zweiten Halbzeit die Chance zum möglichen Ausgleich (50. ). Note 3

Im Video: Lewandowski-Abgang? Nagelsmann äußert sich zu Bayern-Torjäger

Jamal Musiala (ab 46. für Sabitzer): Auch das 19-jährige Supertalent wirkte nach realisierter Meisterschaft eher semi-motiviert. Das Resultat: Er entschied nach seiner Einwechslung nur jeden vierten (!) Zweikampf für sich. Ein Torschuss suchte man in seiner Kicker-Statistik vergeblich. Note 4

Leroy Sané (ab 46. für Goretzka): Verlor vor dem 1:3 den entscheidenden Zweikampf, weil er übervorsichtig den Fuß zurückzog. Ein Rückfall in alte Zeiten? Lief den Mainzern meist nur hinterher, statt eigene Akzente zu setzen. In der Schlussphase mehr ein Phantom auf dem Platz als ein Spielentscheider. Note 5

Tanguy Nianzou (ab 67. für Hernández): Bei Onisiwos Lattenknaller (71.) nur Zuschauer. Der 19-jährige Innenverteidiger reihte sich ein in die kollektive Münchner Abwehrverunsicherung. Kam zu spät für eine Bewertung. Keine Note.

Noten zum FC Bayern: Regionalliga-Torjäger kommt zu zweitem Bundesliga-Einsatz

Gabriel Vidovic (ab 67. für Choupo-Moting): Der 18-jährige U21-Nationalspieler Kroatiens kam in Mainz zu seinem zweiten Bundesliga-Einsatz. In der Regionalliga ist er mit 18 Treffern der Torjäger der zweiten Mannschaft, im A-Team bezahlte der Angreifer diesmal das berühmte „Lehrgeld“. Konnte keinen Druck auf den Strafraum ausüben. Kam zu spät für eine Bewertung. Keine Note.

Josip Stanisic (ab 79. für Süle): Machte nach seiner Einwechslung umgehend Bekanntschaft mit der Explosivität des wie im Rausch spielenden „Johny“ Burkardt. War in den Schlussminuten an der bajuwarischen Schadensbegrenzung beteiligt. Kam zu spät für eine Bewertung. Keine Note. (pm)

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