700 000 Euro! So kaufte sich Pranjic frei

+
Danijel Pranjic kaufte sich für den FC Bayern frei.

München - Es wurde in den vergangenen Wochen oft diskutiert, ob der FC Bayern noch den Stellenwert in Europa hat, wie er ihn einst hatte.

Zumindest in Spielerkreisen jedenfalls scheint der Name FC Bayern noch etwas zu bedeuten. Beispiel: Danijel ­Pranjic. Der kroatische Nationalspieler wollte unbedingt nach München wechseln, doch es gab Streit um die Ablöse. Also übernahm Pranjic kurzerhand einen Teil der Ablöse selbst: 700 000 Euro zahlt er an seinen Klub SC Heerenveen, damit der ihn freigibt.

700 000 Euro – so kaufte Pranjic sich frei! Der Wechsel des Kroaten nach München ist eine ­kuriose Geschichte. Und die geht so: Gleich nach der Verpflichtung von Trainer Louis van Gaal riefen die Bayern bei Pranjic an, machten ihm ein Angebot. „Er ist ein vielseitig einsatzbarer Spieler, der auf der Wunschliste unseres neuen Trainers Louis van Gaal mit ganz oben stand“, sagt Karl-Heinz Rummenigge. Mit dem Spieler waren die Bayern schnell einig. Auch die Einigung mit Heerenveen schien nur noch Formsache, am 8. Juni kam Pranjic nach München zum Medizin-Check.

Danijel Pranjic in München

foto

Dann der Schock: „Der Wechsel steht keinesfalls schon fest. Wir sind uns mit dem Spieler einig, aber die Verhandlungen mit seinem Verein sind noch nicht abgeschlossen“, sagte Hoeneß. Pranjics Verein, der SC Heerenveen stellte sich plötzlich quer, forderte plötzlich deutlich mehr Geld, als ausgemacht. Die Bayern boten 6 Millionen Euro, Heerenveen verlangte 7,5 Millionen plus einen Nachschlag von 200 000 Euro. Die Verhandlungen stockten, auch als Bayern ein Million drauflegten, bestand Heerenveen auf der vollen Summe.

Dann platzte Pranjic der Kragen. „Ich konnte nicht mehr warten. Als sich die Verhandlungen angenähert hatten, habe ich mich entschieden und den Bayern vorgeschlagen die Differenz zu bezahlen. Die Bayern haben das akzeptiert, dann haben wir Heerenveen Montag Vormittag alles vorgelegt, sie haben es gleich angenommen.“ Nun bekommt Pranjic während seines Drei-Jahres-Vertrags jährlich 233 000 Euro von seinem Gehalt abgezogen, die direkt an seinen Ex-Klub überwiesen werden. Damit ist der Transfer-Hick-Hack endlich beendet.

„Es ist Wahnsinn, dass Heerenveen so lange darauf bestanden hat. Die haben sich nicht einmal mehr gemeldet, als alles unterschrieben war. Das habe ich erst eine Stunde später von meinem Berater erfahren“, sagt Pranjic. „Es tut mir nicht leid um das Geld. Ich will bei einem großen Klub spielen und endlich das Feeling in der Allianz Arena spüren“, freut sich Pranjic schon auf München.

Die Augen der Bayern

foto

Nach Holland will er nie mehr zurück. Pranjic: „Noch ein Jahr in Heerenveen und ich würde verrückt werden. Es tut mir leid, dass ich nun im Schlechten aus Holland weggehe, denn die Fans haben mich geliebt. Schade das es so endet.“ Doch jedes Ende ist eben auch ein neuer Anfang.

tz

Auch interessant

Meistgelesen

Bayern-Star vor dem Abgang? Nagelsmann mit emotionalem Statement auf Pressekonferenz
FC Bayern
Bayern-Star vor dem Abgang? Nagelsmann mit emotionalem Statement auf Pressekonferenz
Bayern-Star vor dem Abgang? Nagelsmann mit emotionalem Statement auf Pressekonferenz
„Wie in Hollywood“: Hoeneß kommt sich bei den Bayern vor wie im Film
FC Bayern
„Wie in Hollywood“: Hoeneß kommt sich bei den Bayern vor wie im Film
„Wie in Hollywood“: Hoeneß kommt sich bei den Bayern vor wie im Film

Kommentare