Zwei Youngster im CL-Abschlusstraining

Ist das Trainer-Duo Flick und Gerland die Chance für Talente?

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Stehen für mindestens zwei Spiele an der Seitenlinie beim FC Bayern: „Tiger“ Hermann Gerland und Hansi Flick (r.). 

Unter Niko Kovac hatten die Talente des FC Bayern einen schweren Stand und bekamen kaum Spielzeit. Die Situation könnte sich unter Interimstrainer-Duo Flick und Gerland verbessern.

  • Unter Niko Kovac kamen die Talente des FC Bayern ingesamt auf 20 Spielminuten in 16 Monaten
  • Unter Hansi Flick und Hermann Gerland könnten sich die Chancen für die Nachwuchshoffnungen erhöhen
  • Im Abschlusstraining zum Champions-League-Spiel gegen Piräus mischten Derrick Köhn und Chris Richards mit

Das 1:5 gegen seinen Ex-Klub Eintracht Frankfurt war zu viel. Einen Tag nach der höchsten Niederlagen seit der Klinsmann-Ära trennten sich die Wege von Niko Kovac und dem FC Bayern. Am Sonntagabend vermeldete der Rekordmeister das Ende des Kroaten.

Trotz des Double-Sieges im Sommer und der besten Rückrunde der Vereinsgeschichte war der Kredit des 48-Jährigen schnell aufgebraucht. Weniger traurig über seinen Abgang werden die Nachwuchsspieler des Rekordmeisters sein. Der letztjährige U23-Trainer Holger Seitz war sich im Vorort-Interview zum Amtsantritt des ehemaligen Eintracht-Coaches noch sicher, dass vor allem die jungen Spieler auf Einsätze hoffen dürfen. „Das ist ein Signal an die ganze Jugendabteilung“, sagte der 45-Jährige im Juli 2018. „Wir haben viele Jungprofis, die dem Trainerteam der Profis zeigen können, dass sie in der Allianz Arena auflaufen wollen. Die Tür steht offen und es liegt somit an jedem Einzelnen.“

FC Bayern: Vier Mini-Einsätze für Talente unter Niko Kovac

Die Bilanz an Einsatzzeiten von Talenten nach 16 Monaten liest sich allerdings anders. Zwei Spieler kamen in der Saison 2018/19 bei den Profis zum Zug. Wooyeong Jeong, der im Juli 2019 zum SC Freiburg gewechselt ist, wurde einmal in der Champions League beim 5:1 gegen Benfica Lissabon und einmal in der Bundesliga beim 5:1 in Mönchengladbach eingesetzt. Als Joker kam er in beiden Partien auf magere 17 Spielminuten.

Mertian Shabani, (im Juli nach Wolverhampton) wurde am 17. Spieltag der Saison 18/19 beim Sieg gegen Eintracht Frankfurt für eine Minute aufs Feld geschickt. In der ersten Runde des DFB-Pokals durfte er ebenfalls noch ab der 90. Minute für 120 Sekunden ran. Ansonsten: Fehlanzeige.

In der aktuellen Spielzeit wurde noch keiner der aufstrebenden Youngster aus dem Drittliga-Team in einem Pflichtspiel aufgestellt. Zuletzt durfte sich Lars Lukas Mai Hoffnungen machen. Nach den langfristigen Ausfällen von Niklas Süle und Lucas Hernandez war der Innenverteidiger mehrmals im Kader. Doch trotz prominenter Fürsprecher wie U20-Nationalcoach Manuel Baum oder U23-Trainer Sebastian Hoeneß (“Ich traue es dem Lasse definitiv zu“) blieb der Junioren-Nationalspieler auf der Bank.

FC Bayern: Chris Richards und Derrick Köhn im Training der Profis

Sarpreet Singh erging es ähnlich. Der neuseeländische Neuzugang wurde schon nach wenigen Wochen vom Kroaten in den höchsten Tönen gelobt: „Er war für die zweite Mannschaft vorgesehen. Ich betone das ‚war‘.“ Mehr als drei Berufungen in den Kader und den Platz neben den Stars auf der Bank war auch dem 20-Jährigen in der laufenden Saison nicht vergönnt.

Am Dienstag, dem ersten Training unter dem neuen Duo Flick/Gerland, tauchten im Training der Profis Chris Richards (19)und Derrick Köhn (20) auf. Köhn ist linker Verteidiger, Richards kommt zentral oder auf dem rechten Flügel in der Abwehr zum Einsatz.

Jerome Boateng wurde am Dienstag vom DFB-Sportgericht wegen seiner Roten Karte gegen Frankfurt für zwei Bundesligaspiele gesperrt. Deshalb wird bereits in der Champions League gegen Piräus Javi Martinez mit Benjamin Pavard im Zentrum spielen. Die Partie ist laut Flick die „Generalprobe“ für den Showdown am kommenden Wochenende gegen Borussia Dortmund. Falls Joshua Kimmich von der Abwehr ins defensive Mittelfeld versetzt wird, könnte Richards in der Königsklasse sein Debüt im Trikot der Profis feiern.

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Vor dem Münchner Derby in der 3. Liga zwischen dem TSV 1860 und Bayern II ereignete sich ein kurioser Vorfall. Nicolas Feldhahn stand plötzlich in der Löwenkabine.

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