Nerlinger: "Dortmund ist ein Titelkandidat"

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Heimstark: Borussia Dortmund vor der 24.000 Zuschauer fassenden Fantribüne.

München - Der FC Bayern reist verunsichert zum Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Ein Sieg ist fast Pflicht für die Münchner, doch der Respekt vor dem Gegner ist riesig.

Die Uefa wirbt bei den Spielen in der Champions League um mehr Respekt. Auf kleinen Schildern ragt dieses große Wort weiß auf dunkelblauem Hintergrund deutlich hervor – gut sichtbar für Fans, Journalisten, Offizielle. Und natürlich für die Mannschaften. So auch für den FC Bayern.

Christian Nerlinger ist gebürtiger Dortmunder.

Das Kuriose: Der Rekordmeister hat derzeit vor allem in der Bundesliga größten Respekt. Denn nach dem Stotter-Start mit gerade einmal acht Punkten aus sechs Spielen, blickt man von München aus mit Hochachtung nach oben. Louis van Gaal hatte Tabellenführer Mainz bereits bescheinigt, „dass sie Meister werden können“. Doch in Wirklichkeit ist nicht die Spaß-Truppe von Taktgeber Tuchel das Team, das den Bayern größten Respekt abverlangt. Es ist die Mannschaft, auf die der Meister am Sonntag trifft – Borussia Dortmund! Das ist Bayerns wahrer Konkurrent!

So zerlegten die Bayern den BVB im vergangenen Jahr

Super-Bayern in Dortmund: die besten Bilder

Die große Frage vor dem Bayern-Gastspiel bei Borussia Dortmund: Kann die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal an die starke Leistung vom 3:0 gegen Wolfsburg anknüpfen? © dpa
Die Antwort sollte am Ende heißen: Sie kann! Und das, obwohl Franck Ribéry bis kurz vor Spielbeginn Zeit hatte, um Autogramme zu schreiben. © fishing4
Denn: Der Franzose musste wie die Kollegen Breno, Müller, Pranjic und Ottl (v.r.) zunächst auf der Bank Platz nehmen. © fishing4
Zu Beginn hatten die Bayern Mühe mit den aggressiven Dortmundern. © Getty
Die Bayern-Defensive um Holger Badstuber geriet in der Anfangsviertelstunde oftmals unter Druck. © fishing4
Auf der Bayern-Bank hatte man alles gut im Blick. © fishing4
BVB-Coach Jürgen Klopp gewohnt emotional. © dpa
Bastian Schweinsteiger im Duell mit Tinga. © Getty
Dimitar Rangelov wird von Holger Badstuber gestoppt. © Getty
Wieder ein Blick auf die Bayern-Bank: Franck Ribéry mit ernster Miene. Ist da etwa jemand sauer, weil er nicht voon Beginn an ran darf? © Getty
Arjen Robben diskutiert mit Schiri Kircher. Der Holländer spielte gut, aber längst nicht so auffällig wie bei seinem Debüt vor zwei Wochen. © fishing4
Die Bayern-Zentrale in der Abwehr: Chef Daniel van Buyten und Holger Badstuber. © Getty
Ivica Olic (m.) spielte in der ersten Halbzeit auf der Ribéry-Position im linken Mittelfeld. © Getty
In der 10. Minute der Schock: Mats Hummels köpft den BVB in Führung. © dpa
Mats wer? © dpa
Genau, Mats Hummels! © dpa
Jenes Abwehrtalent, das die Bayern einst zum BVB ziehen ließen. © dpa
Erst per Ausleihgeschäft, dann als endgültiger Transfer. © dpa
Ausgerechnet Mats Hummels also. Eine kleine Genugtuung für den U21-Europameister? © dpa
In dem Moment wohl kaum. Der Defensivspezialist ließ sich lieber von seinen Kollegen beglückwünschen. © dpa
Mo Zidan war der erste, der gratulierte. © dpa
Die anderen folgten bald ... © dpa
... und kunddelten ihren Mats mal so richtig durch. © dpa
Die Bayern dagegen: bedient. © fishing4
Der BVB obenauf, die Bayern am Boden. © dpa
Auf der Bank herrschte dennoch gute Stimung: Franck Ribéry scherzt hier mit Andi Ottl. © fishing4
Wahrscheinlich hatte es der Franzose im Gefühl, dass bald etwas Gutes passieren würde. Tat es auch: In Minute 36 traf Mario Gomez zum Ausgleich. © dpa
Gomez traf zwar aus leicht abseitsverdächtiger Position, doch wenn der Schiri nicht pfeift, dann ist es eben Tor. © fishing4
Bereits der dritte Bundesliga-Treffer für den vom VfB gekommenen Stürmer. © Getty
Auch Abwehrhüne Daniel van Buyten freute sich. © Getty
Arjen Robben versuchte sich oftmals im Dribbling, kam im ersten Durchgang aber nur selten durch. © fishing4
Kein Grund, enttäuscht zu sein, Arjen! © fishing4
Schon gar nicht, wo doch zur zweiten Halbzeit Franck Ribéry eingewechselt wurde. © fishing4
Und was der Franzose wert ist, zeigte sich bereits in der 49. Minute, als er den Führungstreffer durch Bastian Schweinsteiger einleitete. © dpa
Schweini ... © fishing4
... schien förmlich eine Last von den Schultern zu fallen ... © fishing4
... jedenfalls wirkte sein Jubel so ... © dpa
Der Nationalspieler ließ sich offenbar durch seine Freude einfach nur treiben ... © dpa
... um den Torjubel dann mit einer geballten Faust ausklingen zu lassen. © Getty
Und weiter ging es mit der Bayern-Show. Ja, wo fliegt denn BVB-Keeper Roman Weidenfeller hier hin? © dpa
Er fliegt und fliegt, und hat doch keine Chance, den Super-Freistoß von Franck Ribéry zu erreichen. © fishing4
Und was macht Franck? Der Franzose sorgt für das Bild des Spiels. Er läuft ... © fishing4
... direkt in die Arme ... © dpa
... von Trainer Louis van Gaal. Alle Berichte und Gerüchte über ein angeblich schlechtes Verhältnis zwischen dem Franzosen und dem Holländer? Nichtig. © dpa
Ribéry setzte mit seiner Geste ein eindeutliges Zeichen: General van Gaal und Künstler Ribéry können hervorragend miteinander. © Getty
Die Umarmung wollte gar kein Ende mehr nehmen. © dpa
Dann aber durften die anderen mitjubeln. © dpa
Unglaublich, wie wertvoll Ribéry für den FC Bayern ist. © Getty
Alle mögen ihn, alle schätzen ihn. Und ein Stinkstiefel ist er auch nicht, wie Manager Uli Hoeneß vor dem Spiel auch noch einmal betonte. © fishing4
Franck Ribéry, der Beste der Bundesliga. © fishing4
Auf dem Weg dahin ist auch Arjen Robben. © fishing4
Das muntere Toreschießen ging noch weiter: Thomas Müller traf noch zwei Mal ... © Getty
... und durfte sich so über seine ersten beiden Bundesliga-Tore freuen. © Getty
Wie sich die Situationen doch ändern können: Am Ende waren die Bayern obenauf - und die Dortmunder am Boden. © Getty
Nanu, Uli Hoeneß. Der Bayern-Manager sieht hier aber gar nicht zufrieden aus. © Getty
Jürgen Klopp auch nicht, aber das ist ja verständlich. © dpa
5:1 in Dortmund - sowas ist den Bayern bisher auch noch nicht gelungen. © dpa
BVB-Coach Klopp versammelte seine Spieler noch auf dem Platz. Es setzte eine Standpauke. © dpa
Die Bayern dagegen ließen sich von ihren Fans feiern. Nach dem holprigen Start scheint der Rekordmeister nun langsam in Fahrt zu kommen. Aufgepasst, Bundesliga! © Getty

„Ich glaube, dass sie absolut zu den Titelkandidaten in Deutschland zählen – allein schon in dieser frischen Art und Weise, in der sie im Moment spielen“, erklärt Sportdirektor Christian Nerlinger gegenüber der tz. Und der Mann muss es wissen. Schließlich ist er in Dortmund geboren, spielte Ende der 90er Jahre selbst drei Jahre bei der Borussia. Deshalb ist bei ihm eine besondere Freude auf das Spiel am Sonntag zu spüren. „Wenn man ein paar Jahre da gelebt und gespielt hat, dann ist da schon eine Verbindung! Aber es ist im Moment relativ wenig.“

"Wenn man dann noch die Atmosphäre in diesem Stadion kennt – das ist beeindruckend."

Sportdirektor Christian Nerlinger

Kein Wunder: Zurzeit muss Nerlinger seine ganze Aufmerksamkeit dem FC Bayern widmen. Der Rekordmeister kommt in der Liga überhaupt nicht in Gang, hat mit Nürnberg und Köln die wenigsten Tore geschossen. Das bedeutet graues Mittelmaß und viel Arbeit für die Verantwortlichen, die verunsicherten Spieler wieder aufzurichten. Denn nun müssen sie ausgerechnet zu einem Team, bei dem in der Bundesliga scheinbar alles von selbst zu laufen scheint. „Diese Konstellation ist schon eine besondere. Dortmund hat sich wirklich sehr gut entwickelt. Wenn man dann noch die Atmosphäre in diesem Stadion kennt – dann ist das schon beeindruckend“, sagt Nerlinger.

Der BVB ist momentan genau auf dem Weg, den auch der FC Bayern eingeschlagen hatte: Mit jungen Spielern druckvoll nach vorne spielen, großen Einsatz und hohe Laufbereitschaft investieren. Das entgeht auch den Münchnern nicht. Nerlinger: „Da sind einige Spieler, die sich sehr interessant entwickeln beim BVB. Ich glaube, dass sie da ein Riesenpotenzial haben in dieser Saison und auch mittelfristig eine gute Rolle spielen.“ Der FC Bayern hat Respekt vor Dortmund! Das gab es zuletzt vor acht Jahren. Da wurde der BVB Meister, Bayern nur Dritter…

Michael Knippenkötter

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