Die Rache der Lämmer

München - Die Rückrunde ist gerade in der Anfangsphase, die Mannschaften kommen so langsam in Gang. Es sind noch vier Monate bis zur Titelentscheidung – doch das Zittern hat bereits begonnen…

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Die Überraschung dabei ist, wer in diesen Tagen zittert und bibbert – und zwar unabhängig von den Minustemperaturen: Es ist nicht wie üblich Völlers Flatterkusen! Die Bayern zeigen plötzlich Respekt! Und das vor Aufsteiger Mainz… „Ein 1:0 reicht uns“, sagt beispielsweise Kämpfer-Käpt’n Mark van Bommel. Und Mario Gomez ist ganz kleinlaut: „Wir dürfen nicht schon jetzt darüber reden, wie hoch wir gewinnen. Erst einmal geht es um den Sieg.“

Die Bayern sind gewarnt! Gomez: „Mainz hat eine total unterschätzte Mannschaft! Die kratzen, beißen, kämpfen!“ Doch in Wirklichkeit ist es nicht die Stärke der Mainzer, die bei Bayern Sorgen verbreitet. Schließlich hat der Karnevalsverein auswärts schon sechsmal die Punkte abgegeben. Die Münchner sind schlichtweg beeindruckt vom Hinspiel! Vorstandsboss Rummenigge hat der tz gegenüber klargestellt: „Das war das schlechteste Spiel, das wir in den vergangenen zehn Jahren gemacht haben! Da sahen wir ganz schön belämmert aus!“ Das 1:2 Ende August, es hat ein Trauma ausgelöst beim Rekordmeister. Einschlafen ging fortan wohl nur mit Schäfchen zählen…

Mainz schießt Bayern in die Krise - Bilder der Niederlage

FC Bayern
Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München steckt nach dem schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren schon nach dem dritten Bundesliga-Spieltag in der Krise. Sehen Sie hier Bilder von der Niederlage gegen Mainz. © dpa
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“Das war sehr enttäuschend. Ich frage mich, was wir in der Vorbereitung falsch gemacht haben“, sagte Bayern-Coach Louis van Gaal. © dpa
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Nach dem Spiel musste sich der Trainer den kritischen Fragen der Journalisten stellen. © dpa
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Enttäuscht schleichen die Bayern aus dem Bruchwegstadion. © dpa
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Dafür ist die Freude auf der anderen Seite um so größer. © dpa
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Auch die Mainzer Fans jubeln ausgelassen mit ihren Spielern. © dpa
FC Bayern, FSV Mainz
Die Freude kurz nach dem Schlusspfiff war riesig (v.l): Peter van der Heyden, André Schürrle und Niko Bungert können ihren Sieg noch kaum begreifen. © dpa
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Statt Champagnerdusche gabs allerdinsg erst einmal nur eine Abkühlung aus der Trinkflasche. © dpa
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Auch der Mainzer Torwart Heinz Müller jubelt über den Sieg. © dpa
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Wahnsinn! Trainer Thomas Tuchel führt Freudentänze auf. © dpa
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Die ganze Partie fing für Bayern schon schlecht an:  Andreas Ivanschitz schoss die Mainzer in der 25. Minute in Führung. © dpa
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Der Mainzer Florian Heller (l) und Andreas Ivanschitz jubeln zusammen nach Ivanschitz Treffer zum 1:0. © dpa
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In der 37. Minute brachte Aristide Bancé die Mainzer zur 2:0-Führung. © dpa
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Da konnte Michael Rensing nur zugucken, wie Mainz seine Führung weiter ausbaute. © dpa
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Torwart Heinz Müller hielt den Mainzer Kasten konsequent sauber und sicherte so die 2:0-Halbzeitführung. © dpa
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Die Bayern - hier Daniel van Buyten - machten keine gute Figur. In der zweiten Halbzeit holten sie zwar zum 2:1 auf - durch ein Eigentor von Noveski. Doch am Ende konnten sie trotz aller Bemühungen nichts mehr reißen.  © dpa
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Aristide Bance (l) und Bastian Schweinsteiger kämpfen um den ball. © dpa
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Peter van der Heyden (l) im Zweikampf mit Hamit Altintop. © dpa
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Nochmal van der Heyden (l) - diesmal versucht  Philipp Lahm etwas gegen Mainz auszurichten. © dpa

Zumindest brechen die Lämmer von damals aber jetzt ihr Schweigen und sprechen Klartext. Louis van Gaal: „Dieses Spiel ärgert mich noch immer. Es ist das einzige, bei dem meine Spieler nicht 100 Prozent gegeben haben. Ich war sehr enttäuscht!“ Schon zur Halbzeit führte der Aufsteiger 2:0, Bayerns General wechselte bereits nach 39 Minuten zweimal. „Das habe ich in meiner Karriere auch noch nicht so oft gemacht.“ Und es darf sich nicht wiederholen. Deshalb polterte er in dieser Woche gleich zwei Mal im Training los!

Wie die tz erfuhr, kritisierte er die Einstellung seiner Profis, forderte „nicht nachzulassen“, auch wenn es zur Zeit gut läuft in der Liga. Dennoch ist er überzeugt: „Wir sind jetzt in einer anderen Verfassung.“ Und die jetzige Situation ist eine andere. Es geht weniger um Rache gegen die Tuchel-Truppe, es geht um mehr. „Wir müssen dranbleiben“, sagt Thomas Müller. Ihn interessiert das Gerede um das Hinspiel nicht. „Aus der Vorgeschichte kann man natürlich etwas machen. Aber wenn wir zu Hause spielen, sollten wir einfach die drei Punkte holen.“ Mehr aber auch nicht, wenn es nach van Bommel geht. Der Kapitän sieht nicht die Notwendigkeit, beim Torekonto gegenüber Leverkusen aufzuholen.

„Wenn man genug Punkte holt, ist es nicht nötig.“ Der Niederländer sagt, worauf es ankommt – auch wenn gilt: Mainz bleibt Mainz, wie es beißt und kratzt…

Michael Knippenkötter

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