Die Rache der Lämmer

München - Die Rückrunde ist gerade in der Anfangsphase, die Mannschaften kommen so langsam in Gang. Es sind noch vier Monate bis zur Titelentscheidung – doch das Zittern hat bereits begonnen…

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Die Überraschung dabei ist, wer in diesen Tagen zittert und bibbert – und zwar unabhängig von den Minustemperaturen: Es ist nicht wie üblich Völlers Flatterkusen! Die Bayern zeigen plötzlich Respekt! Und das vor Aufsteiger Mainz… „Ein 1:0 reicht uns“, sagt beispielsweise Kämpfer-Käpt’n Mark van Bommel. Und Mario Gomez ist ganz kleinlaut: „Wir dürfen nicht schon jetzt darüber reden, wie hoch wir gewinnen. Erst einmal geht es um den Sieg.“

Die Bayern sind gewarnt! Gomez: „Mainz hat eine total unterschätzte Mannschaft! Die kratzen, beißen, kämpfen!“ Doch in Wirklichkeit ist es nicht die Stärke der Mainzer, die bei Bayern Sorgen verbreitet. Schließlich hat der Karnevalsverein auswärts schon sechsmal die Punkte abgegeben. Die Münchner sind schlichtweg beeindruckt vom Hinspiel! Vorstandsboss Rummenigge hat der tz gegenüber klargestellt: „Das war das schlechteste Spiel, das wir in den vergangenen zehn Jahren gemacht haben! Da sahen wir ganz schön belämmert aus!“ Das 1:2 Ende August, es hat ein Trauma ausgelöst beim Rekordmeister. Einschlafen ging fortan wohl nur mit Schäfchen zählen…

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Zumindest brechen die Lämmer von damals aber jetzt ihr Schweigen und sprechen Klartext. Louis van Gaal: „Dieses Spiel ärgert mich noch immer. Es ist das einzige, bei dem meine Spieler nicht 100 Prozent gegeben haben. Ich war sehr enttäuscht!“ Schon zur Halbzeit führte der Aufsteiger 2:0, Bayerns General wechselte bereits nach 39 Minuten zweimal. „Das habe ich in meiner Karriere auch noch nicht so oft gemacht.“ Und es darf sich nicht wiederholen. Deshalb polterte er in dieser Woche gleich zwei Mal im Training los!

Wie die tz erfuhr, kritisierte er die Einstellung seiner Profis, forderte „nicht nachzulassen“, auch wenn es zur Zeit gut läuft in der Liga. Dennoch ist er überzeugt: „Wir sind jetzt in einer anderen Verfassung.“ Und die jetzige Situation ist eine andere. Es geht weniger um Rache gegen die Tuchel-Truppe, es geht um mehr. „Wir müssen dranbleiben“, sagt Thomas Müller. Ihn interessiert das Gerede um das Hinspiel nicht. „Aus der Vorgeschichte kann man natürlich etwas machen. Aber wenn wir zu Hause spielen, sollten wir einfach die drei Punkte holen.“ Mehr aber auch nicht, wenn es nach van Bommel geht. Der Kapitän sieht nicht die Notwendigkeit, beim Torekonto gegenüber Leverkusen aufzuholen.

„Wenn man genug Punkte holt, ist es nicht nötig.“ Der Niederländer sagt, worauf es ankommt – auch wenn gilt: Mainz bleibt Mainz, wie es beißt und kratzt…

Michael Knippenkötter

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