Triple-Trainer voller Lob

Bayern-Legende Heynckes: Robben und Ribéry waren ein „Geschenk für den deutschen Fußball“

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Abschied nach Maß: Franck Ribéry (r) und Arjen Robben holten in ihrer letzten Saison bei den Bayern noch einmal das Double.

Beim FC Bayern München endet eine Ära. Franck Ribéry und Arjen Robben verlassen nach über einem Jahrzehnt den Verein. Jupp Heynckes nimmt Abschied von seinen ehemaligen Spielern.

München - Es war ein Abschluss, wie er im Buche steht. Franck Ribéry und Arjen Robben sagten sich nach zwölf, beziehungsweise zehn Jahren beim deutschen Rekordmeister aus München „Servus“ und läuteten damit endgültig das Ende einer Ära ein. 

Traumhaft für die beiden Vereins-Ikonen verlief dabei vor allem das letzte Bundesliga-Spiel, in dem nicht nur die Meisterschaft klar gemacht wurde, sondern auch beide Spieler nochmal einen eigenen Treffer bejubeln konnten. Der Gewinn des DFB-Pokals am Samstag war dann wohl die Kirsche auf der Karriere-Torte von Robben und Ribéry, die dann am Sonntag auf dem Rathausbalkon verabschiedet wurden

Jupp Heynckes adelt Robben und Ribéry: „Weltweit kein besseres Paar“

Abschied nimmt auch einer, der das Bayern-Duo kennt, wie vielleicht kein Zweiter. Knapp vier Jahre lang war Jupp Heynckes der Trainer von Arjen Robben beim deutschen Rekordmeister und prägte maßgeblich die Entwicklung der Flügelzange. Ribéry spielte sogar noch fünf Spiele mehr unter dem 74-Jährigen, als „Don Jupp“ im April 2009 die Mannschaft von Jürgen Klinsmann übernahm und noch in die Champions League führen konnte. Im Sommer 2009 kam dann Robben von Real Madrid. Zwei Jahre später kehrte Heynckes als Trainer zurück nach München - der Rest ist Geschichte. 

Jupp Heynckes mit Frank Ribéry nach dem Gewinn der Meisterschaft 2018.

In der aktuellen Ausgabe des Kickers verabschiedet sich Bayerns Triple-Trainer persönlich von seinen zwei Ausnahmespielern und findet vor allem lobende Worte. „In der Verbindung als Rechts-Links-Duo gab es in dieser Phase europa- und weltweit kein besseres Paar“, analysiert Heynckes die Leistungen von Robben und Ribéry während der Triple-Saison. Der Franzose wurde 2013 auch als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Der Weltfußballer-Titel blieb dem Bayern-Star am Ende des Jahres jedoch verwehrt.

Heynckes über Robben und Ribéry: Jeder habe auf seine Weise „die Massen elektrisiert“

„Sie waren getrieben von einer kindlichen Freude am Fußball, von nie abkühlender Leidenschaft und einem ungebremsten Spaß, der Straßenfußballern eigen ist und sie in ihrem Auftreten auf dem Fußballfeld so authentisch macht“, führt Heynckes weiter aus. Der Fußball sei für seine zwei Schützlinge nie nur ein Beruf gewesen, sondern viel mehr deren Leben.

Der 74-Jährige lobt darüber hinaus die Spielweise seiner ehemaligen Flügelzange. Die Tempodribblings von Franck Ribéry, bei denen der Franzose dennoch immer die Kontrolle über den Ball behalten konnte, wie er bei seinem Treffer gegen Frankfurt erneut unter Beweis stellte. Und natürlich den längst ikonischen „Robben-Move“, den der Niederländer prägte, wie kein Zweiter. Im Vollsprint über die rechte Seite, nach innen abknicken und mit dem linken Fuß abschließen. Jeder Verteidiger Europas wusste, was kommt und dennoch konnten sie oft nur hilflos zusehen. „Mit dieser Kunst haben sie, jeder auf seine spezielle Weise, die Massen elektrisiert“, so Heynckes.

Jupp Heynckes Arm in Arm mit Arjen Robben nach dem Gewinn der Meisterschaft 2018.

Jupp Heynckes über Robbery: Freunde des schönen Fußballs werden sie vermissen

Dass gerade Ribéry auf und neben dem Platz nicht immer die einfachste Persönlichkeit war, erklärt sich sein ehemaliger Trainer vor allem mit dessen Wurzeln. Der Franzose sei ein Kämpfer gewesen, der den Fußball zum sozialen Aufstieg nutzen konnte. Die Sympathie von Heynckes für den 36-Jährigen habe dadurch allerdings nicht gelitten. Ähnlich verhält es sich bei Arjen Robben, auch wenn der sich über mangelnde Spielzeit unter dem Triple-Coach ärgerte, obwohl der ihn aufgrund einer Verletzung langsam wieder heranführen wollte. 

Abschließend zieht Heynckes ein Fazit, bei dem ihm sicherlich auch Fußball-Begeisterte außerhalb des Bayern-Kosmos zustimmen werden: „Die beiden werden der Bundesliga fehlen. Wir Freunde des schönen, des besonderen, des spektakulären Fußballs werden sie vermissen. Franck Ribéry und Arjen Robben waren ein Geschenk für den deutschen Fußball.“

fd

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