„Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Neubeginn in der Bayern-Abwehr - Boateng, Süle und Alaba weg? Plötzlich wird es problematisch

Abwehrspieler des FC Bayern: Niklas Süle (li.) und David Alaba.
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Abwehrspieler des FC Bayern: Niklas Süle (li.) und David Alaba.

Die Abwehr des FC Bayern München gleicht einer Großbaustelle. David Alaba ist bald weg, Jerome Boateng vielleicht auch. Ein Bundesliga-Star soll helfen, ein anderer spielt auf Bewährung.

München - „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Die Worte von FCB-Trainer Hansi Flick klangen eher wie die Ausführungen eines Übungsleiters, der mit seinem Team gegen den Abstieg spielt denn nach einem Coach, der mit dem FC Bayern München nach der neunten Bundesliga-Meisterschaft in Folge (für den Klub) greift.

FC Bayern München: Der Bundesliga-Riese hat Probleme in der Innenverteidigung

Doch es knackt, hakt und knarzt in der Abwehr des souveränen Tabellenführers in Deutschland. Heißt in Zahlen: National musste der FC Bayern in dieser Saison schon drei Mal drei Treffer (Hertha, Leipzig, Gladbach) hinnehmen.

Zudem kassierten die Münchner in zwölf Bundesliga-Spielen in Folge mindestens ein Gegentor, ehe der FC Augsburg beim 1:0 der Bayern im Derby einen Handelfmeter gegen den Pfosten setzte. Doch auch in diesem Spiel hatte zuerst Benjamin Pavard Glück, dass ein Handspiel im Strafraum nicht als Elfmeter gewertet wurde.

Abwehr des FC Bayern München: David Alaba ist so gut wie bei Real Madrid

Und dann Lucas Hernández, dass Alfred Finnbogason den tatsächlichen Elfer nicht im Tor unterbrachte. Festzuhalten bleibt: Die Bayern sind hinten anfällig - und wollen deshalb reagieren. Die Innenverteidigung, das Sorgenkind - die Baustellen:

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Hansi Flick über einen möglichen Verbleib von David Alaba

David Alaba: Flicks Aussage, die Hoffnung sterbe zuletzt, bezog sich auf seinen Noch-Abwehrchef. Laut Marca und anderer Medien ist ein Wechsel zu Spanien-Riese Real Madrid in diesem Sommer so gut wie sicher. Der 28-jährige Österreicher, ein absoluter Flick-Vertrauter, wird die bayerische Landeshauptstadt nach 13 Jahren verlassen.

Javi Martinez: Auch der zweimalige Triple-Sieger aus dem Baskenland wird die Münchner nach neun Jahren sehr wahrscheinlich verlassen. Der Vertrag des 32-jährigen Spaniers läuft aus und es gibt keine Anzeichen für eine Verlängerung - laut Fachmagazin Kicker (Donnerstagsausgabe, 21. Januar) gibt es aber auch noch keine Interessenten.

Innenverteidigung des FC Bayern München: Niklas Süle hat seit Kreuzband-Verletzung zu kämpfen

Niklas Süle: Spielt laut Kicker auf Bewährung, etwaige Vertragsverhandlungen (Kontrakt bis 2022) mit dem Hessen liegen demnach auf Eis. Seit seiner Kreuzband-Verletzung hat der deutsche Nationalspieler sichtlich an Spritzigkeit, Explosivität und Schnelligkeit eingebüßt, auch das Selbstverständnis in Zweikämpfen ist ihm teils abhanden gekommen. Immer wieder dringt zudem Kritik an seiner Ernährung nach außen. Summa Summarum: Der 25-Jährige muss sich gehörig steigern, um wieder erste Wahl zu sein.

Lucas Hernández: Der Weltmeister hatte sich im Herbst nach Stotterstart gesteigert, stagnierte zuletzt aber wieder. Die Frage stellt sich: Ist der 24-jährige Franzose wirklich die 80 Millionen Euro wert, die die Bayern angeblich für ihn bezahlt haben? Einhellig loben die Chefs seine offensiven Qualitäten - Hernández kommt in dieser Saison aber nur auf ein Tor und zwei Vorlagen in 19 Pflichtspielen. Wie der Kicker schreibt, trauen ihm die Bosse den linken Part in der Innenverteidigung zu - vorerst.

Abwehr des FC Bayern: Plötzlich wollen die Münchner Jerome Boateng doch halten

Jerome Boateng: Wie Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge am 21. Januar bei Bild live sagte, denken die Bayern nun doch über eine Vertragsverlängerung mit dem Weltmeister nach - obwohl dieser den Klub kurz vor Weihnachten in der ARD wegen seines einst geplatzten Paris-Wechsels scharf kritisiert hatte: „Es wurden falsche Versprechen gemacht, das hat auch mit Respekt und Wertschätzung zu tun.“ Stellt sich die Frage: Möchte der 32-Jährige überhaupt noch bleiben?

Tanguy Nianzou Kouassi: Sein Wechsel aus Paris nach München veranlasste den mittlerweile gefeuerten Ex-PSG-Trainer Thomas Tuchel zu einer regelrechten Frust-Pressekonferenz. Gezeigt hat der erst 18-jährige Franzose bisher so gut wie gar nichts. Zuerst fiel er mit einer Oberschenkelverletzung aus, dann mit einem Muskelbündelriss. So reichte es nur zu 21 Minuten Bundesliga (beim 3:1 in Stuttgart). Die Bosse lösen Probleme bekanntlich gerne intern - und setzen auf Nianzou. Doch: Wann startet dieser endlich durch?

Innenverteidigung des FC Bayern München: Kommt Dayot Upamecano von RB Leipzig?

In dieser Gemengelage ruhen alle Hoffnungen auf einem Transfer von Dayot Upamecano (RB Leipzig) zum FC Bayern. Rummenigge bekräftigte im Gespräch der Bild nun auch öffentlich das Interesse der Münchner am Abwehrchef des Bundesliga-Herausforderers.

Ex-Leipzig-Macher Ralf Rangnick hatte unlängst mit Ibrahima Konaté sogar einen zweiten RBL-Abwehrspieler rund um die Bayern ins Gespräch gebracht. Geht da was? Vorerst bleibt die Innenverteidigung zumindest eine Großbaustelle. (pm)

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